Offizielles Internetangebot der IHK Trier


Ausländische Fachkräfte anwerben

Vielfalt nutzen und gezielt einsetzen: „Vielfältige“ Teams, in denen Erfahrungen mit mehr als einer Kultur oder Sprache vorhanden sind, können besonders gut auf unterschiedliche Kundenwünsche eingehen, Marktpotenziale entdecken und neue Ideen generieren. Die verstärkte Integration von Fachkräften, die bereits in Deutschland leben und einen Migrationshintergrund haben, kann dazu beitragen, die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt zu entspannen. Doch auch der Blick über die Landesgrenzen hinaus ist lohnenswert. Die qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften oder Auszubildenden aus dem Ausland stellt eine wichtige Strategie für Unternehmen dar, die ihren Bedarf an talentierten Mitarbeitern nicht mehr decken können. Mit einer gelebten Willkommenkultur und einem strukturierten Diversity Management steigern engagierte Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber - auch über Grenzen hinweg.                                

Welcome Center beraten und geben in Broschüre Tipps
Grundlegendes Wissen über die Beschäftigung von ausländischen Fachkräften vermittelt die neue Broschüre der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern - genauer: ihrer Welcome Center. Diese sind an den vier IHK-Standorten Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier angesiedelt, um Unternehmen beim Anwerben und der Integration internationaler Mitarbeiter sowie zugewanderter Arbeitskräfte als Lotsen zu unterstützen. Die zentralen Fakten dazu finden sich nun in einer ersten Infobroschüre "Gewinnung internationaler Fachkräfte".

Sie erläutert zum einen, wie Unternehmen bei der Personalsuche vorgehen sollten, gibt detaillierte Tipps zu Stellenanzeigen und -beschreibungen sowie Ansprechpartnern, die Bewerber vermitteln. Zum anderen erklärt sie, wie die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen abläuft und wie sich die Rechtslage beispielsweise mit Blick auf Visa, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gestaltet. Auch die gibt Broschüre Ratschläge, wie Unternehmen eine Willkommenskultur im Betrieb etablieren und eine Willkommensmappe zur Orientierung für neue Mitarbeiter gestalten können.


Volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger
Für Unionsbürger ist es besonders einfach, in Deutschland zu wohnen und dort eine Arbeit aufzunehmen. Arbeitnehmer aus Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien benötigen keine Arbeitserlaubnis, um in Deutschland zu arbeiten. Für die neuen EU-Mitgliedsstaaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Malta und Zypern gilt dies ebenfalls. Angehörige der EWR-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz sind gleichgestellt und können ohne gesonderte Arbeitserlaubnis in Deutschland berufstätig werden.

Seit 1. Januar 2014 können auch Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien ohne Einschränkung in Deutschland arbeiten. Fachkräfte mit akademischem Abschluss, die einer ihrer beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung nachgehen, sowie Auszubildende und Saisonkräfte aus diesen Ländern benötigen bereits jetzt die sogenannte Arbeitsgenehmigung-EU nicht mehr. Für kroatische Staatsangehörige gibt es derzeit noch Zulassungsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt, da die Übergangsregelungen für dieses Land zunächst bis 30. Juni 2015 gelten. Sie müssen vor Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland eine Arbeitsgenehmigung bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Blaue Karte EU für Akademiker aus Drittstaaten
Seit dem 1. August 2012 gibt es die Blaue Karte EU. Sie erleichtert Akademikerinnen und Akademikern aus Drittstaaten die Zuwanderung nach Deutschland, um hier zu arbeiten. Voraussetzungen für die Erteilung der Blauen Karte sind in Regelberufen der Nachweis eines Hochschulabschlusses und eines Arbeitsvertrags mit einem festgelegten Brutto-Jahresgehalt. In Mangelberufen genügt ein geringeres Mindestgehalt. Für die Familien der Hochqualifizierten ist die Einreise und Aufnahme einer Tätigkeit sofort und unbeschränkt möglich. Akademiker, die keine europäische Staatsangehörigkeit besitzen, ihren Abschluss aber an einer deutschen Hochschule erworben haben und in Deutschland im studierten Beruf arbeiten möchten, können ebenfalls einen Aufenthaltstitel bekommen.

Auch für Arbeitnehmer von außerhalb der EU, die einen nicht-akademischen Berufsabschluss besitzen und in Deutschland arbeiten möchten, ist die Zuwanderung seit Sommer 2013 leichter geworden. Voraussetzung für die Arbeitsaufnahme ist allerdings, dass der angestrebte Beruf zu den Engpassberufen zählt, ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegt und der Ausbildungsabschluss mit einem deutschen Abschluss als gleichwertig anerkannt ist.

Anerkennung von ausländischen Abschlüssen

Gelernt ist gelernt: Seit 01.04.2012 gilt in Deutschland daher das „Gesetz zur Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“ (Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz, BQFG). Es erleichtert die Anerkennung und garantiert allen Personen, die im Ausland einen Abschluss in einem staatlich anerkannten Beruf erhalten haben, den Rechtsanspruch auf eine Gleichwertigkeitsprüfung. Anhand dieser Prüfung wird festgestellt, ob der ausländische Berufsabschluss einem deutschen Abschluss im entsprechenden Beruf entspricht.

Für alle Berufe des Handels, der Industrie, der Versicherungen, Banken und Dienstleistungen sind die Industrie- und Handelskammern zuständig. Sie haben dazu eine eigene Anerkennungsstelle, das Kompetenzzentrum IHK-FOSA  (Foreign Skills Approval) mit Sitz in Nürnberg, eingerichtet. Der Geschäftsbereich Ausbildung der IHK Trier bietet vor Ort eine ausführliche Beratung und weitere Informationen zum Thema an.

Allgemeine Informationen zur Anerkennung von ausländischen Abschlüssen erhalten Sie vorab auch auf dem Informationsportal  "Anerkennung in Deutschland" und beim bundesweiten Netzwerk IQ (Integration durch Qualifizierung)


Weitere Informationen finden Sie hier:

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Die ZAV ist eine Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit mit den Schwerpunkten internationaler Arbeitsmarkt und Vermittlung spezieller Berufsgruppen. Sie ist unter anderem für die Erteilung von Arbeitsgenehmigungen zuständig.

Make it in Germany

Das Willkommensportal informiert an der Rekrutierung ausländischer Arbeitsnehmer interessierte Unternehmen und internationale Fachkräfte, die in Deutschland leben und arbeiten möchten (mehrsprachig). Der „Quick-Check“ gibt in wenigen Klicks darüber Auskunft, welche konkreten Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme in Deutschland für qualifizierte Zuwanderer bestehen.

The job of my life
“The job of my life“ ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit. Ziel ist es, junge Auszubildende und qualifizierte Fachkräfte aus Europa dafür zu gewinnen, in Deutschland eine Beschäftigung oder Ausbildung aufzunehmen.

Migration-Check der ZAV
Wenn Sie einen Bewerber aus dem Ausland beschäftigen möchten, erhalten Sie mit dem Migration-Check eine erste Orientierung, ob dazu eine Arbeitserlaubnis benötigt wird und ob diese erteilt werden kann.