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01.01.2016

Diese Decken haben es in sich

Kühlen, wärmen, lüften, leuchten: Die multifunktionalen Deckensysteme der Innogration GmbH in Bernkastel-Kues sind innovative Alleskönner.

Die Decken Marke Innogration GmbH sind großflächig und erfordern auf den Baustellen schweres Gerät. Davon jedenfalls zeugen die eindrucksvollen Fotos, die im Besprechungsraum des Unternehmens hängen. Wer bei der Ankunft in Bernkastel-Kues allerdings nach riesigen Produktionshallen Ausschau hält, sucht vergebens. Und ist dennoch genau an der richtigen Adresse. Denn in dem Haus in der Cusanusstraße 23 schlägt das Innogration-Herz, oder besser, arbeitet der Kopf. Hier forschen und entwickeln 20 Mitarbeiter und vertreiben das innovative Deckensystem aus der Ideenschmiede. Für Fertigung und Produktion sind Vertragsfirmen zuständig; Elemente der Haustechnik werden eingekauft; auf den Baustellen führen dann wieder Innogration-Fachleute die Regiefäden.
 
Doch der Reihe nach. „Das Ceiltec©-Deckensystem. Alles drin. Durch innovative Technik.“ So steht es in großen Lettern auf einer Image-Broschüre des Unternehmens. Was aber bedeutet das? „Ja, ich weiß, wir haben ein erklärungsbedürftiges Produkt“, sagt Geschäftsführer Thomas Friedrich, lächelt nachsichtig und ist sofort in seinem Element. Schließlich hat er das Deckensystem erfunden. „Wir haben es entwickelt und perfektioniert.“ Und wie es sich für einen Bauingenieur gehört, greift er zu Block und Bleistift und untermauert seine Ausführungen mit geübtem Strich. So entsteht nach und nach das Bild einer cleveren Raumdecke, die mehr einem gut gefüllten, vitaminreichen Sandwich gleicht denn einem starren Betonklotz.

Gutes Klima kommt von oben
Die Decken überzeugen mit inneren Werten, stecken voller Funktionen. Sie heizen und kühlen, dienen der Klimatisierung von Räumen, oder sorgen für hohen akustischen Raumkomfort. Beleuchtung, Belüftungstechnik, Energiespeicher, Elektroleitungen, Lüftungskanäle oder Sprinkler-Anlagen: Die „Füllung“ kann je nach Bedarf variieren. Angenehme Begleiterscheinung: Weder trockene Luft noch aufgewirbelter Staub setzt den Menschen zu; Wärme und Kühle kommen nicht bloß an einer Körperstelle an. Und tragfähig sind sie auch noch, die Ceiltec©-Deckensysteme. Dank moderner Technologie und gewichtsreduziertem Querschnitt können sie weitgespannt werden.

Wer Häuser, Büros oder Produktionshallen betritt, die auf diese Decken bauen, wird es auf den ersten Blick vielleicht gar nicht bemerken; wird allenfalls den Freiraum bewundern und das Wohlfühlklima genießen. Und sich erst dann fragen: Wo sind denn die Stützpfeiler? Wo die tragenden Wände? Warum sehe ich keine störenden Heizkörper? Wieso ist es bei der schwülen Hitze draußen hier drin so angenehm kühl, obwohl hier keine sperrigen Klimageräte stehen? Nun, die Antwort liegt über den Köpfen: Die Helfer stecken alle unter einer Decke. Genauer: in der Decke.

Laut Firmenchef Friedrich ist Klinkenputzen das Gebot der Stunde. „In Deutschland sind wir noch wenig bekannt. Das ist aber normal. Neue, innovative Produkte müssen erst einmal auf dem Markt ankommen“, spricht der Ingenieur aus langjähriger Erfahrung. Das beste Argument sei Kundenzufriedenheit, und da weiß er sich auf festem Fundament unterwegs. Innogration-Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz seien begeistert. Sie schätzten die Vorteile einer solchen Decke, aber auch, dass die Entwickler aus Kues Maßstäbe im so genannten „Greenbuilding“ setzen. Überhaupt: Der Trend hin zum nachhaltigen Bauen, zu energieschonenden Alternativen spiele Innogration in die Karten. „Umwelt und Portemonnaie schonen“ – die Kombination sei eben reizvoll
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Der lange Atem zahlt sich aus: Anschauungsobjekte gibt es längst in Hülle und Fülle. In Hamburg genauso wie in München, Frankfurt oder Erlangen. Oder gleich vor der Haustüre beim Weininstitut Heidger in Osann-Monzel. „Volker Heidger ist angetan von der Umsetzung. Auch in seinem Wohnhaus setzt er auf die Technik“, sagt Friedrich. „Wir übrigens auch.“ Ganz aktuell der Auftrag, die Paulaner-Hauptverwaltung in München mit Ceiltec©©-Decken auszustatten. „Da geht es um eine Fläche von 9000 Quadratmetern. Trotz der großen Spannweite wird keine Stütze mehr gebraucht.“

Thomas Friedrich: Forschung braucht Anwendung
Dankbar ist Thomas Friedrich über die ideale familiäre Konstellation. So arbeitet seine Frau, Gabriele Friedrich, im Betrieb mit. Und auch deren Töchter – Theresa Schmitt, von Haus aus Architektin sowie Katharina Schmitt,  Betriebswirtin – bringen ihr Know-how ein. „Und frischen Wind“, ergänzt Gabriele Friedrich und reicht ein Frühstücksbrettchen über den Tisch. Darauf gedruckt ein bunt belegtes Sandwich, einfach zum Anbeißen. Gesund, lecker, appetitlich. Ein „Energie-Spender“! Besser hätte man das multifunktionale Deckensystem nicht beschreiben können. Pfiffige Idee einer teuren Werbeagentur? „Nein. Ergebnis einer kreativen Mittagspause meiner Töchter.“

Der Geschäftsführer ist froh, dass Familie und Team ihm den Rücken frei halten. So gewinnt er Zeit, neben dem Tüfteln auch sein Wissen weiterzugeben. Er hat einen Lehrauftrag an der TU Kaiserslautern und ist gefragter Redner bei Veranstaltungen. Heute Wien, morgen St. Petersburg. Und selbstverständlich immer wieder: Bernkastel-Kues, Cusanusstraße! Elf Patente hat Innogration schon angemeldet. Dabei gehe es darum, „nicht nur Ideen zu entwickeln, sondern sie auch umzusetzen. Forschung muss Anwendung haben“. Vielleicht mit ein Grund, dass die Adresse auch bei Nachwuchskräften begehrt ist, die ein duales Studium schätzen. Auch aus manchem Praktikum wurden schon längere Aufenthalte und Diplomarbeiten. Das nächste nahrhafte Energie-Sandwich hat vielleicht neue Zutaten wie Vakuum-Dämmung, Energie im Hohlraum speichern; autarke Gebäude schaffen; Sonnenstrahlen einfangen, wann immer man will … Und schon ist Thomas Friedrich gedanklich wieder zurück in der Zukunft.



Info

Blickpunkt Wirtschaft
Artikelart: Wirtschaftstrends
Ausgabe: Januar 2016




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