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Digitalisierung, Infrastruktur, Glasfaser, IHK Trier
(Foto: Silvano Rebai - Fotolia)

03.12.2017

Digitale Infrastrukturen – Neustart erforderlich

Viele Unternehmen arbeiten mit Hochdruck daran, ihre betrieblichen Abläufe auf Digitalisierung und Vernetzung umzustellen. Eine Voraussetzung dafür sind Breitbandnetze – mobil und im Festnetzbereich. Doch diese sind häufig nicht in der erforderlichen Qualität verfügbar. Vor allem bei Unternehmen in ländlich geprägten Räumen ist viel Phantasie gefragt. So kommt es nicht selten vor, dass Skizzen, Bauzeichnungen oder andere Dokumente zunächst auf CD gebrannt werden. Der Versand an den Kunden erfolgt dann per Post oder vom privaten Internetanschluss der Mitarbeiter aus per E-Mail.

Glasfasernetze sind die neue Basisinfrastruktur
Notwendig ist aber, dass beim Thema digitale Infrastruktur längerfristige politische Ziele formuliert werden – so wie im Energie- und Umweltbereich. Erforderlich ist jetzt eine politische Einigung auf ein Glasfaser-Infrastrukturziel – und zwar über alle Ebenen und Ressorts hinweg. Die aktuell sehr unterschiedlichen Ansätze von Bund, Ländern und Kommunen verunsichern Investoren. Außerdem entstehen Ineffizienzen bei der Regulierung und in der Förderpolitik.

Vorrangig Unternehmen versorgen
Sinnvoll wäre ein schrittweises Vorgehen. Nicht jeder Haushalt benötigt kurzfristig einen Glasfaseranschluss. Unternehmen und Mobilfunkstandorte aber schon! Sie müssen deshalb vorrangig ans Glasfasernetz angebunden werden.

Unterschiedliches Vorgehen je nach Marktlage erforderlich
In vielen Regionen sorgt der Wettbewerb für den Glasfaserausbau. Dieser sollte durch entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen unterstützt werden. Eine einfache Übertragung der Marktregulierung aus der alten Kupferwelt auf die völlig neu zu errichtenden Glasfasernetze erscheint nicht sachgerecht.
Was aber passiert mit den Regionen, in denen der Markt allein auf absehbare Zeit nicht für den erwünschten Netzausbau sorgt? Kompetente Ansprechpartner bei den Landkreisen können hier eine große Hilfe sein. Etwa bei der Nachfragebündelung oder beim Ausloten von Kostensenkungspotenzialen, um die hohen Tiefbaukosten zu verringern.

Wichtig: richtiges Marktdesign für mehr private Investitionen
Öffentliche Fördermittel werden weiter nötig sein. Aber sie ließen sich begrenzen und zielgerecht einsetzen: Es könnten mehr private Mittel in die Finanzierung des Glasfaserausbaus in unterversorgten Regionen fließen. Die Zeiten dafür sind günstig: Aufgrund der aktuellen Zinslage besteht ein erheblicher Anlagedruck in der Privatwirtschaft. Diese Mittel lassen sich aber nur dann erschließen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. So könnten alternative Ansätze für den Glasfaserausbau auch in Deutschland erfolgreich sein. In anderen Ländern werden beispielsweise Regionen, die andernfalls aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht rentabel erschließbar wären, von Glasfaserversorgern erschlossen, die auf Bau und Betrieb von Glasfaser-Netzinfrastrukturen spezialisiert sind.

Für eine künftige Bundesregierung gibt es also viel zu tun, will sie unser Land erfolgreich ins digitale Zeitalter überführen. Nur ein „Weiter so!“ wird nicht reichen. Der DIHK macht Vorschläge für einen „Aktionsplan digitale Infrastruktur“. Alle Beteiligten – Unternehmen, Verwaltung und Politik – sollten daran gemeinsam mitarbeiten. Außerdem hat der DIHK eine Studie vorgelegt, die alternative Ansätze für die Erschließung unterversorgter Gebiete mit Glasfaser-Infrastrukturen aufzeigt. Sie enthält eine ganze Reihe von Anregungen, mit denen eine künftige Bundesregierung für mehr Tempo beim Netzausbau sorgen kann.




Ansprechpartner

Wilfried Ebel
Standortpolitik
Tel.: (06 51) 97 77-9 20
Fax: (06 51) 97 77-5 05
E-Mail: ebel@trier.ihk.de