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01.06.2017

Konjunkturklima überwiegend heiter

Aufwärtstrend intakt, aber Dynamik lässt etwas nach

Passend zur Jahreszeit präsentiert sich das regionale Konjunkturklima weitgehend frühlingshaft. Der IHK-Konjunkturklimaindikator bewegt sich auf dem guten Niveau der vergangenen Jahre. Er hat sich gegenüber Jahresbeginn leicht rückläufig entwickelt und fiel von 127 auf aktuell 120 Punkte, verbleibt damit aber deutlich im positiven Bereich über der 100-Punkte-Linie. Die einzelnen Branchenkonjunkturen weichen aktuell stärker voneinander ab als noch vor vier Monaten. Am besten schneidet die Industrie mit einem Indikatorwert von 130 Punkten (Jahresbeginn 132 Punkte) ab, gefolgt vom Handel mit 111 Punkten (Jahresbeginn 117 Punkte), während der Dienstleistungssektor eine recht deutliche Eintrübung hinnehmen musste und nun einen Indikatorwert von 108 Punkten (Jahresbeginn 127 Punkte) erreicht.
Insgesamt präsentieren sich die einzelnen Konjunkturkomponenten jedoch in einer guten Verfassung, angefangen bei der Umsatzentwicklung über die Auftragseingänge bis hin zu den Investitions- und Beschäftigungsplanungen, sodass sich der regionale Konjunkturaufschwung, gegebenenfalls in einem etwas gedrosselten Tempo, fortsetzen wird. An der IHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr haben sich über 150 Unternehmen mit 17 800 Beschäftigten beteiligt.

Leicht optimistische Erwartungen
Die regionalen Betriebe zeigen sich im Hinblick auf ihre aktuelle wirtschaftliche Lage weiterhin überwiegend zufrieden. 40 Prozent der Befragten berichten von guten, weitere 50 Prozent von befriedigenden und nur jeder Zehnte von schlechten Geschäften. Daraus resultiert ein Saldo zur aktuellen Geschäftslage von +30 Prozentpunkten nach +37 Prozentpunkten zu Jahresanfang. Für die kommenden zwölf Monate rechnen 22 Prozent der Unternehmen mit besseren und zwölf Prozent mit schlechteren Geschäften. Vor vier Monaten hatte das Verhältnis von Optimisten zu Pessimisten noch bei 28 zu zehn Prozent gelegen. Insbesondere die Dienstleistungsbranche zeigt sich nun skeptischer gestimmt.

Robuste Investitionsplanungen

Trotz der etwas verhalteneren Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen präsentieren sich die betrieblichen Investitionsplanungen für den weiteren Jahresverlauf expansiv. 36 Prozent der Befragten wollen mehr, lediglich 13 Prozent weniger investieren. Ein gutes Drittel aller Betriebe plant dabei, in die Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten zu investieren.
Auch der regionale Trend zum Beschäftigungsaufbau wird sich fortsetzen. 16 Prozent der Betriebe wollen mehr Personal einstellen, 73 Prozent den Mitarbeiterbestand konstant halten und lediglich elf Prozent befürchten, Personal abbauen zu müssen. Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens werden im Fachkräftemangel (56 Prozent), den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und den Arbeitskosten (jeweils 38 Prozent) sowie den Energie- und Rohstoffpreisen (36 Prozent) gesehen.

Industrie zieht Konjunkturlokomotive
Die Geschäftslage und -erwartungen präsentieren sich derzeit im Industriesektor besser als im Handel und im Dienstleistungsbereich. Zufriedene Reaktionen kommen insbesondere von den Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten. 94 Prozent der befragten Industrieunternehmen charakterisieren die eigene Geschäftslage als gut oder zumindest befriedigend. Ein knappes Viertel rechnet im weiteren Jahresverlauf mit besseren Geschäften, lediglich vier Prozent mit einer schlechteren Betriebskonjunktur. Im verarbeitenden Gewerbe verzeichnet über die Hälfte der Befragten überdurchschnittliche Kapazitätsauslastungsgrade und lediglich jeder zwanzigste unterdurchschnittliche. Vier von zehn Firmen berichten von überdurchschnittlichen, nur jede zehnte von unterdurchschnittlichen Auftragsbeständen. Auch die Auftragseingangsdynamik seit Jahresbeginn gestaltete sich positiv. Hierbei entwickelten sich die Auslandsorders noch dynamischer als die Inlandsaufträge. Der Blick auf das Exportgeschäft ist ebenfalls von Optimismus geprägt. 30 Prozent der regionalen Industrieunternehmen erwarten höhere, 62 Prozent gleichbleibende und lediglich 8 Prozent rückläufige Ausfuhrkennziffern. Die weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten haben bisher also zu keinem konjunkturellen Dämpfer für die regionale Wirtschaftsentwicklung geführt.



Info

Blickpunkt Wirtschaft
Artikelart: Wirtschaftstrends
Ausgabe: Juni 2017




Autor

Matthias Schmitt
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