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01.12.2011

Gesundheit, das große Kapital


Dieser Text ist vom 01.12.2011 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Unternehmen entdecken Betriebliches Gesundheitsmanagement als lohnende Investition

„Meine wichtigste Erfahrung als Manager ist die Erkenntnis, dass die Mitarbeiter das wertvollste Gut eines Unternehmens sind und damit auch das wichtigste Erfolgskapital. Es sind nie Computer, Roboter, technische Einrichtungen, die zu einem Ziel führen, sondern immer Menschen, die Konzepte zustande bringen.“
Diese Einschätzung Werner Niefers, des 1993 verstorbenen Vorstandsvorsitzenden der Mercedes Benz AG, ist heute so aktuell wie damals. In Zeiten des sich branchenübergreifend ausbreitenden Fachkräftemangels und des demografischen Wandels gewinnt sie neue Bedeutung. Die Führungsetagen aller Unternehmen müssen sich auf ein steigendes Durchschnittsalter ihrer Belegschaft sowie den längeren Verbleib der Mitarbeiter im Unternehmen durch das geänderte Renteneintrittsalter einstellen und darauf bereits heute entsprechend reagieren.
Wichtiger denn je erscheint unter den so geänderten Vorzeichen das Bemühen der Firmenchefs, wertvolle Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und dafür Sorge zu tragen, deren körperliche wie geistige Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten und zu fördern. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) lautet der Oberbegriff, der in diesem Zusammenhang immer häufiger zu hören ist. Verstanden nicht als Allheilmittel für alle bevorstehenden Herausforderungen, sondern als vielschichtiges Instrumentarium, das – erfolgreich eingesetzt – mittel- bis langfristig eine Win-win-Situation für Unternehmen wie Mitarbeiter und einen Return on Investment verspricht.
Eine der Ersten, die das Thema aufgegriffen hat, ist Cornelia Schneider mit ihrem Unternehmen GGW Gesellschaft für Gesundheitspflege und interdisziplinäre Weiterbildung im saarländischen Homburg. Seit 1991 beschäftigt sich die viel gefragte systemische Beraterin mit diesem Bereich. „Schon vor 20 Jahren spielte das Thema Arbeit bei dreiviertel aller chronisch kranken Patienten eine elementare Rolle“, erläutert sie. „Prävention muss dort betrieben werden, wo Menschen leben und wo Krankheiten entstehen. Im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen wird Gesundheit gemacht. Deshalb müssen wir an die Arbeitsplätze“, lautet ihr Credo.

 Cornelia Schneider
"Wertschätzung und Respekt, Lob und Anerkennung sind grundlegende Elemente der erfolgreichen Gesundheitsförderung."
Cornelia Schneider
Beraterin und Buchautorin, Homburg
Foto: GGW, Homburg

Die schauen sich die Fachfrau und ihr interdisziplinär zusammengesetztes Team genau an. Eine Analyse der Ist-Bedingungen beschreibt Schneider als Basis jedes BGMs. Die Analyse erfolge häufig über Mitarbeiterbefragungen sowie über konkrete Begehungen in den Betrieben. „Es geht darum, das Verhalten und die Verhältnisse am Arbeitsplatz zu betrachten.“ Räumliche und ergonomische Bedingungen spielten da ebenso hinein wie spezielle Strukturen im Unternehmen, die Organisation und Abläufe der Arbeit, die Pausengestaltung, Kommunikation, Mitarbeiterführung und schließlich die Unternehmenskultur.

FEHLENDES LOB MACHT MITARBEITER KRANK
„Fast in jedem Betrieb beklagen sich Mitarbeiter über mangelnde Anerkennung. Das ist ein Krankmacher ersten Ranges“, weiß Schneider. „Menschen, die kein authentisches Lob bekommen, sind gesundheitlich viel anfälliger. Sie tragen ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Warum sich so viele Chefs schwer damit tun, ihren Mitarbeitern im übertragenen Sinne auf die Schulter zu klopfen, erklärt sie so: „Loben liegt nicht unbedingt in unserer Kultur. Hinzu kommt, dass Führungskräfte unter massivem Druck stehen und in Folge dessen nur das Notwendigste kommunizieren. Dabei fällt das Lob hinten herunter.“
Die Erkenntnis, schon allein aus der Sorge um das Wachsen und Gedeihen des Unternehmens etwas für die Motivation, das Wohlergehen und die Zufriedenheit der  Mitarbeiter tun zu müssen, ist laut Schneider in den zurückliegenden Jahren spürbar gewachsen. „Als ich mit diesem Thema Anfang der 90er begonnen habe, wurde ich belächelt. Durch den demografischen Wandel, die veränderten politischen Rahmenbedingungen und den Einfluss der Medien hat sich das Bewusstsein in den Führungsetagen inzwischen gewandelt. Die Bereitschaft, sich dem Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement zu öffnen, ist eindeutig größer geworden.“
Das bestätigt Hermann Sprunk, Berater Firmengesundheit bei der Barmer GEK Trier. „Aufgrund des spürbar geänderten Bewusstseins in den Unternehmen haben wir diesen Bereich vor zwei Jahren stark ausgebaut.“ Seitdem geht Sprunk vermehrt in die Betriebe und berät gemeinsam mit den Verantwortlichen, wo sie mit der Gesundheitsvorsorge für die Belegschaft ansetzen. Wie auch Cornelia Schneider empfiehlt Sprunk grundsätzlich, mit kleinen Schritten zu beginnen. „Gesundheit sollte mit Spaß vermittelt werden und nicht als Schweiß- und Tränengeschichte“, sagt er.
Firmen-Angebote wie Gesundheitstage, Betriebssportgruppen, Physiotherapie, Workshops zu Themen wie „Gesunde Ernährung“, „Stressbewältigung“, oder „Besser schlafen“, individuell angepasste Büromöbel beziehungsweise Arbeitsplätze, Ruheräume, eine Kantine mit ausgewogenem Speiseplan, aber auch Mitarbeitergespräche, die intensiv betreute Wiedereingliederung von Langzeitkranken, die Entwicklung der Führungskräfte sowie Firmenfeiern gehören in dieses Portfolio.
Annette Keul
"Alle zwei Jahre ruft die Sparkasse ein Gesundheitsjahr zu einem speziellen Thema aus und informiert zusammen mit den Krankenkassen in Vorträgen, Gesundheitschecks und Kursen", berichtet Annette Keul, Personalentwicklerin bei der Sparkasse Trier.
Fotos: Thewalt

BGM werde in der allgemeinen Wahrnehmung oft auf den Bewegungs- und Sportaspekt reduziert, sagt Cornelia Schneider. Dabei sei vor allem die Arbeitsorganisation ein riesiges Thema. „Gutes Gesundheitsmanagement ist eine Form der Organisations-Entwicklung für das Unternehmen.“ Die erbringe erwiesenermaßen langfristig einen Return on Investment von bis zu 1:16.

DAS HEALTH CENTER ERSPART EXTERNE ARZTBESUCHE
Dass auch Firmen in der Region die Dringlichkeit dieses Themas erkannt haben, zeigt unsere Umfrage. Beim größten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber in Trier, dem Tabakunternehmen JTI – Japan Tabacco International, nimmt man Betriebliches Gesundheitsmanagement sehr ernst und hat eigens hierfür vor drei Jahren die Stelle eines Health Managers geschaffen.
Wer als Grund einen hohen Krankenstand vermutet, irrt: Der liegt durchaus im bundesweiten Schnitt. Vielmehr spielten der demografische Wandel, die längere Lebensarbeitszeit und nicht zuletzt das System des Drei-Schicht-Betriebs, das die Mitarbeiter in besonderer Weise fordere, die ausschlaggebende Rolle. „Wir wollen nicht nur reagieren, sondern pro-aktiv fördern“, erklärt Christina Rohr, Diplom-Sportwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation und seit Mai 2011 JTI-Health Managerin.
Sie hat ihr Büro in dem neuen Health Center, das im Februar dieses Jahres eingeweiht wurde. Die Arzt- und Behandlungszimmer für den Arbeitsmediziner, eine Fachkraft sowie für die drei fest angestellten Rettungs-Assistenten, die eine Präsenz rund um die Uhr sicherstellen, sind in dem Trakt untergebracht. Hier werden kleinere und größere Verletzungen versorgt, gibt es die für Mitarbeiter kostenlose Grippeschutzimpfung und zweimal jährlich eine Blutspendeaktion mit einer Typisierung für Knochenmarkspender. Wer einen Verbandswechsel braucht, muss dafür nicht zu einem externen Arzt.

Bei JT International nimmt man Betriebliches Gesundheitsmanagement sehr ernst und hat  hierfür eigens vor drei Jahren die Stelle eines Health Managers geschaffen. Die Diplom-Sportwissenschaftlerin Christina Rohr übt diese Funktion seit Mai 2011 im Unternehmen aus.
Bei JT International nimmt man
Betriebliches
Gesundheits-
management sehr ernst und hat

hierfür eigens vor drei Jahren die
Stelle eines
Health Managers
geschaffen. Die Diplom-
Sport
-wissenschaftlerin Christina Rohr
übt
diese Funktion seit Mai 2011
im Unternehmen
aus.

Darüber hinaus suchen die Mitarbeiter das Health Center auch für vertrauliche Gespräche bei längeren, aber auch kürzeren Krankheitsphasen auf. Zwar ist das Betriebliche Eingliederungs-Management (BEM)  für Arbeitgeber bei Mitarbeitern, die mehr als sechs Wochen im Jahr krankheitsbedingt ausfallen, seit 2005 gesetzlich vorgeschrieben. So intensiv wie JTI kommt jedoch noch lange nicht jeder Betrieb dieser Verpflichtung nach.

PLANBARKEIT AUF BEIDEN SEITEN
„Wir orientieren uns weniger an der gesetzlich vorgegebenen Sechs-Wochen-Marke, sondern werden im Vorfeld aktiv“, sagt Christina Rohr. Über regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, persönliche Gespräche und Arbeitsplatzbegehungen klopfe man ab, inwieweit das Arbeitsumfeld beziehungsweise die -bedingungen verbesserungsfähig sind. Dabei entscheide stets der Mitarbeiter, ob seine Führungskraft, jemand vom Betriebsrat oder sonst wer beim Gespräch dabei sein soll.
Erst kürzlich habe ein Mitarbeiter vor einer Operation das Gespräch gesucht und auf mögliche Einschränkungen nach dem Eingriff  hingewiesen. Gemeinsam habe man eine eventuelle Anpassung des Arbeitsplatzes sowie alternative Einsatzmöglichkeiten im Betrieb erörtert. „Diese Offenheit ist konstruktiv. Wir konnten dem Betreffenden eine Perspektive eröffnen und ihm dadurch die Angst vor einer ungewissen Zukunft nehmen“, sagt die Health Managerin. „Und für das Unternehmen ist die Planbarkeit sehr wertvoll.“
Ganzheitliches Gesundheits-Management hat sich JTI auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehören auch die zweimal jährlich an je zwei Tagen in der Firma veranstalteten Gesundheitstage in Kooperation mit den Krankenkassen. Regelmäßig lässt das Unternehmen zudem von den Krankenkassen Gesundheitsreporte erstellen, die einen Überblick über die häufigsten Ursachen bei Krankmeldungen geben. „So können wir beispielsweise bei den Gesundheitstagen mit entsprechenden Schwerpunkt-Themen reagieren und an den Arbeitsplätzen nachbessern, wenn nötig“, sagt Christina Rohr.
Für 2012 plant JTI, gemeinsam mit der AOK-Krankenkasse interessierte Mitarbeiter zu „Ergoscouts“ auszubilden. Die würden nach erfolgreicher Qualifizierung ihre eigenen und die Arbeitsplätze ihrer Kollegen unter ergonomischen Gesichtspunkten kritisch im Auge behalten.
Auch bei der Bitburger Braugruppe, einem der größten Arbeitgeber in der Region, nimmt man die Verantwortung für die Mitarbeiter ernst und reagiert mit einem vielschichtig angelegten Gesundheitsmanagement. Den demografischen Wandel und die damit verbundene Verschiebung der Altersstruktur nennt Personalleiter Theo Scholtes als Gründe, die dies zwingend erforderten. Während das Durchschnittsalter bei Bitburger bei 43 Jahren liege, gebe es auch Abteilungen, in denen die Mitarbeiter 55 Jahre und älter seien. Der Krankenstand sei mit 3,9 Prozent „normal“. Ältere Mitarbeiter seien keineswegs häufiger, jedoch länger krank.
Mit dem Ziel eines strategischen Personalkonzeptes für die kommenden zehn Jahre ist 2008 das firmeninterne Projekt „Herausforderung Zukunft“ gestartet worden. Darüber hinaus hat sich die Bitburger dem durch die EU und das Land Rheinland-Pfalz initiierten und geförderten Pilotprojekt „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ angeschlossen. Mit anderen Unternehmen tauscht sich die Bitburger über dieses Projekt bezüglich Ideen und Best-Practice-Modellen zum Thema aus.

PHYSIOTHERAPEUTEN BIETEN KURZMASSAGEN
             
Bewährte Praxis beim Global Player sind beispielsweise die mindestens einmal jährlich in Kooperation mit den Krankenkassen organisierten Gesundheitstage, die der hauseigene Gesundheits- und Sozialbetreuer umsetzt. Mitarbeiter können sich an diesen Tagen ausführlich informieren und Schnelltests machen zu Schwerpunktthemen wie Skelett-, Haut- oder Darmerkrankungen. Für die junge Belegschaft hat die Bitburger

Foto: Bitburger
                    Foto: Bitburger

kürzlich einen „Tag gegen den Lärm“ angeboten. Mittels provozierter Geräuschkulisse – etwa durch Kettensägen oder ein „frisiertes“ Moped – sollte das Lärmempfinden sensibilisiert  werden.

"Hauseigene Gesundheitstage, Infoveranstaltungen gegen den Lärm, Kurzmassagen und einen Leitfaden für Schichtarbeiter sind nur ein kleiner Auszug aus einem vielfältigen Paket, das die Bitburger Brauerei ihren Mitarbeitern anbietet", berichtet Theo Scholtes, Personalleiter der Bitburger Brauerei.

„Sehr gut angenommen“ wird nach Auskunft Scholtes‘ auch das Angebot „Bit-Fit im Büro“: Physiotherapeuten kommen regelmäßig zu Bitburger, beraten hinsichtlich eines ergonomisch ausgerichteten Arbeitsplatzes und bieten Kurzmassagen. 18 Schichtarbeiter haben sich freiwillig eine Zeitlang vom TÜV Nord hinsichtlich ihrer Ess-, Trink- und Schlafgewohnheiten in die Karten schauen lassen. Daraus ist ein Leitfaden „Besser leben mit Schichtarbeit“ entstanden. Diverse Sport-Freizeitgruppen wie die der Volleyballer, Fußballer oder Läufer bestehen größtenteils bereits seit Jahrzehnten.
Betriebliche Eingliederung werde bei der Bitburger groß geschrieben, ausführliche Mitarbeitergespräche und Krankheitsursachen-Analyse am Arbeitsplatz seien selbstverständlich. Für diejenigen, die über viele Jahre dem Unternehmen angehören, an sehr belastenden Arbeitsplätzen tätig sind und sich einem Gesundheitscheck durch den Werksarzt unterzogen haben, bietet die Bitburger seit eineinhalb Jahren eine Lösung an, mit der sie innerhalb der Region Vorreiter sein dürfte: Die „Bitburger Übergangsrente“ ermöglicht diesem Mitarbeiterkreis einen beidseitig finanzierten früheren Eintritt in den Ruhestand.
Ein Gesundheitsjahr zu einem bestimmten Schwerpunkt-Thema ruft seit 2004 alle zwei Jahre die Sparkasse Trier mit ihren Geschäftsstellen aus. Mehr als 20 Angebote, darunter Vorträge, Gesundheitschecks oder auch Kurse stelle die Bank gemeinsam mit den  großen Krankenkassen für ein solches Gesundheitsjahr zusammen, informiert Annette Keul, Personalentwicklerin bei der Sparkasse Trier. „Das Thema BGM genießt bei uns hohe Bedeutung, und wir erfahren in diesem Bereich große Unterstützung durch den Vorstand“,  sagt sie. So seien unter anderem die „Aktive Mittagspause“ mit einer halbstündigen Rückenschule oder auch eine über die Sparkasse im Internet eingerichtete Plattform zur anonymisierten Darmkrebsvorsorge sehr gut bei den Mitarbeitern „eingeschlagen“.

BETRIEBSSPORTGRUPPEN SIND GUT FÜRS KLIMA
Die seit vielen Jahren bestehenden Betriebssportgruppen – zurzeit sind 13 Sportarten von Tischtennis bis Pilates darunter – sieht Keul neben dem Gesundheitsaspekt  auch „als wichtiges Element für das Betriebsklima“. Das fördere die Sparkasse zudem über regelmäßige betriebliche Unternehmungen – unter anderem Familienwanderungen und mindestens eine jährliche Großveranstaltung. Auch für die Rentner und Pensionäre werden Zusammenkünfte organisiert.
„Die Teilnahme an diesen Aktivitäten, die in der Regel am Wochenende sind, ist stets freiwillig und dennoch sehr hoch. Daher, sowie aus dem täglichen Miteinander und unseren Mitarbeiterbefragungen, die auch das Thema Gesundheit betreffen, können wir auf eine sehr hohe Zufriedenheit unserer Belegschaft mit dem Betriebsklima schließen.“

Im schicken Neubau mit großen Fensterfronten und zwei zum Wasserband ausgerichteten Terrassen, mit hochwertiger Projektküche, Rückzugsraum und Dusche will Ronald Frank, Geschäftsführer der Medienfabrik Trier, Motivation und Wohlbefinden seiner Mitarbeiter ankurbeln.
Im schicken Neubau mit großen
Fensterfronten und zwei zum
Wasserband ausgerichteten
Terrassen, mit hochwertiger
Projektküche, Rückzugsraum
und Dusche will Ronald Frank,
Geschäftsführer der Medienfabrik
Trier, Motivation und Wohlbefinden
seiner Mitarbeiter ankurbeln.
Für die legt sich auch Ronald Frank, geschäftsführender Gesellschafter der Medienfabrik Trier, ins Zeug. Den Umzug seiner Werbeagentur von der vielbefahrenen Herzogenbuscher Straße hinauf auf den vergleichsweise geräuscharmen Petrisberg hat der Kreative genutzt, um dem Anspruch des Work-Life-Balance-Konzeptes für sich und sein Team einen Schritt näher zu kommen. Ein schicker Neubau, fast ausschließlich in Weiß gehalten und komplett neu möbliert, mit großen Fensterfronten, die viel Licht und Luft durchlassen, zwei zum Wasserband hin ausgerichteten Terrassen, einer hochwertig eingerichteten Projektküche samt Rückzugsraum mit großem Esstisch und einem Bad mit Dusche, kurbelt per se ganz sicher die Mitarbeiter-Motivation und deren Wohlbefinden an.
„Wir haben uns bewusst entschieden, mit der Agentur aus der Stadt herauszugehen. Die Natur und die Ruhe hier oben und der Blick aufs Wasserband spielen eine große Rolle für die Denkräume, die wir schaffen möchten, und für die Ausgeglichenheit unserer Mitarbeiter“, sagt Frank. Wer eine Pause benötige, dürfe sich gerne die Laufschuhe schnüren, losjoggen und hinterher duschen. „Ich motiviere jeden, sich zu bewegen, sich im Alltag kleine Freiräume zu schaffen.“
Von unnötigem Ballast befreit und aufgeräumt sollen nach Vorstellung Franks auch die Schreibtische seiner Mannschaft sein. Deshalb habe er bei der Möblierung auf ausreichend Ablagesysteme geachtet. In Hochregalen verstauen die Mitarbeiter Ordner und Unterlagen, die sie nicht unmittelbar für ihre jeweilige Tagesarbeit brauchen. Dinge für den täglichen Bedarf hingegen sind auf Augenhöhe untergebracht. Weitere Ablagesysteme neben und hinter den Schreibtischen sollen für einen möglichst leeren Arbeitsplatz sorgen und dafür, „dass sich die Mitarbeiter wirklich nur mit ihrem aktuellen Projekt beschäftigen“.
Eine spezielle Software ermöglicht, dass alle Projekte zentral und für jeden abrufbar abgelegt und Mitschriften digitalisiert werden. „Ich möchte, dass wir so gut wie möglich mit den Ressourcen Kraft, Energie und Ideen umgehen. Unser neuer Standort mit den individuell eingerichteten Arbeitsplätzen und den Rückzugsmöglichkeiten inmitten dieses grünen Umfelds trägt dazu ganz erheblich bei.“

  • Blickpunkt Wirtschaft

    Ausgabe: Dezember 2011
  • Autor
    Foto: Susanne Rendenbach

    Susanne Rendenbach

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