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  • 01.03.2019

    Binnennachfrage stützt Konjunktur in der Region

    Es geht 2019 weiter bergauf - aber langsamer

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    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

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Das regionale Konjunkturklima präsentiert sich zu Jahresbeginn 2019 in einer guten Verfassung. Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist zwar gegenüber dem Herbst des Vorjahres von 129 auf aktuell 125 Punkte gefallen, doch auch dieser Wert weist auf ein überdurchschnittlich gutes konjunkturelles Umfeld hin. Der Indikator spiegelt die Angaben von 173 Unternehmen mit über 20 000 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor zur aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate wider. Werte über 100 signalisieren ein grundsätzlich positives Klima.

Aktuell gute Geschäfte
Die aktuelle Geschäftslage der regionalen Unternehmen präsentiert sich weiterhin positiv. 52 Prozent der Befragten berichten von guten, 40 Prozent von befriedigenden und nur 8 Prozent von schlechten Geschäften. Damit ist der Saldo aus Positiv- und Negativvoten gegenüber der Vorumfrage von +50 auf aktuell +44 Prozentpunkte – also recht moderat – gefallen. In allen drei großen Branchen, Industrie, Handel und Dienstleistungssektor, wird das positive Lagebild geteilt. Der Blick in die mittelfristige Zukunft fällt verhalten positiv aus. 21 Prozent der Unternehmen erwarten im weiteren Jahresverlauf eine Verbesserung ihrer Betriebskonjunkturen, 66 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung und 13 Prozent eine rückläufige Tendenz. Der daraus resultierende Saldo zur Geschäftserwartung beträgt nun +8 Prozentpunkte nach +10 Prozentpunkten im Herbst 2018. Während die Handels- und Dienstleistungsunternehmen optimistisch gestimmt sind, erwartet die Industriebranche eine Wachstumsverlangsamung.

Investitions- und Beschäftigungsplanungen mit Pluszeichen
Die Investitionsplanungen der regionalen Wirtschaft präsentieren sich weiterhin robust. 30 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten mehr, nur 18 Prozent weniger investieren. Jeweils rund ein Drittel der Befragten geben als Investitionsmotive Kapazitätsausweitung, Rationalisierungsmaßnahmen und die Umsetzung von Produktinnovationen an. Die betrieblichen Beschäftigungsplanungen für 2019 fallen nur noch leicht expansiv aus. 20 Prozent der Befragten wollen mehr Personal einstellen, 64 Prozent den Beschäftigtenstand konstant halten und 16 Prozent befürchten, sich von Mitarbeitern trennen zu müssen. Es steht zu erwarten, dass es im Jahr 2019 zu einem weiteren moderaten Beschäftigungsaufbau in der Region kommt. Als Konjunkturrisiken identifizieren die regionalen Unternehmen den Fachkräftemangel (69 Prozent), hohe Arbeitskosten (46 Prozent), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (43 Prozent) und steigende Energie und Rohstoffpreise (38 Prozent).

Dämpfer für die Industriekonjunktur
Die aktuelle Geschäftslage wird von den Industrieunternehmen – insbesondere aus dem Baugewerbe und dem Vorleistungs- sowie Investitionsgüterbereich – weiterhin positiv beurteilt. Der Blick auf die kommenden zwölf Monate fällt jedoch skeptischer aus, als in den anderen Branchen. Mit jeweils 14 Prozent halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage. Das Wachstumstempo dürfte sich daher verlangsamen, doch ist nicht mit einem Schrumpfen der industriellen Produktion zu rechnen. Dagegen sprechen unter anderem auch die weiterhin hohe Auslastung der Produktionskapazitäten, ein überdurchschnittlich hoher Auftragsbestand sowie eine weiterhin positive Auftragseingangsdynamik. So konnten 40 Prozent der Industrieunternehmen in den vergangenen drei Monaten ihre Ordervolumina steigern, während lediglich 17 Prozent Rückgänge zu verzeichnen hatten. Das Auftragswachstum wurde jedoch allein durch inländische Orders gespeist, während die Auslandsaufträge stagnierten. Parallel hierzu passt es auch ins Bild, dass sich nach Einschätzung der Unternehmen das Exportwachstum im Jahresverlauf abschwächen wird.
Nachlassende weltwirtschaftliche Impulse und der Fachkräftemangel limitieren 2019 die Wachstumsaussichten. Doch dürfte die weiterhin intakte Binnennachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern für eine Fortsetzung des regionalen Konjunkturaufschwungs in einem moderaten Tempo sorgen.

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