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24.03.2020

Digitalisierte Arbeitswelt als Treiber

Ab August gehen modernisierte Ausbildungsberufe an den Start

Die dynamische Entwicklung vieler Branchen sowie die zunehmende Digitalisierung geben Anlass, die bisher bestehenden Ausbildungsberufe kritisch unter die Lupe zu nehmen. Inwieweit lassen sich Inhalte aus den neuen Wachstumsbereichen in die Ausbildung integrieren? Mit der Neuordnung von Ausbildungsberufen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung nun die Weichen gestellt, um die betroffenen Branchen für künftige Entwicklungen zu rüsten und um für qualifizierte Nachwuchskräfte zu sorgen.
Ab dem 1. August 2020 treten mehrere Neuordnungen von Ausbildungsberufen in Kraft. Betroffen sind die IT-Berufe, die Bankkaufleute, die Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement, der Mediengestalter Bild und Ton sowie die Laborberufe. Durch die Einführung neuer Fachrichtungen sowie zusätzlicher Wahlqualifikationen wird die Digitalisierung entsprechend aufgegriffen.

IT-Berufe
Die Fachinformatiker erhalten neben den bekannten Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration zwei weitere Fachrichtungen: Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. 
In allen vier IT-Berufen wird das Thema „IT-Sicherheit“ als Querschnittsqualifikation verstärkt verankert. Eine wesentliche Neuerung wird die Einführung der sogenannten gestreckten Abschlussprüfung sein. In Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung werden alle Berufe gleich und nur in den berufsbildübergreifenden Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten geprüft. Das Ergebnis der Teil-1-Prüfung wird mit 20 Prozent in die Gesamtwertung einfließen. 

Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement
Das neue Profil des Ausbildungsberufs zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement akzentuiert noch stärker die übergeordnete Kompetenz des prozessorientierten Steuerns, Reflektierens und Optimierens entlang der Wertschöpfungskette im Groß- und Außenhandel. Die Funktion dieses Schnittstellenmanagements schlägt sich folgerichtig in der neuen Berufsbezeichnung nieder. Aus dem Kontext der Digitalisierung ergeben sich neue Erfordernisse für die Berufsausbildung: So wurde der Einsatz von E-Business-Systemen in der Ressourcenplanung, elektronischer Plattformen in der Beschaffung sowie von Onlinevertriebskanälen im Verkauf mit in das Berufsbild integriert. Die Förderung des Erwerbs von Kompetenzen zum „Einsatz digitaler Werkzeuge“ ist zugleich integrativer Bestandteil aller schulischen Lernfelder. Neu eingeführt wird die gestreckte Abschlussprüfung, die mit Teil 1 die Zwischenprüfung ersetzt und mit 25 Prozent in die Gesamtwertung einfließt. Neue Wahlmöglichkeiten ergeben sich auch bei der Durchführung des fallbezogenen Fachgesprächs, das in das Gesamtergebnis einfließt.

Bankkaufleute
Der als Klassiker geltende Ausbildungsberuf Bankkaufmann wurde grundlegend überarbeitet und modernisiert. Aufgrund der Verlagerung vom klassischen Schaltergeschäft hin zu fast vollständig digitalen Geschäftsprozessen ergeben sich folgende Neuerungen:
Der aktualisierte Beruf stellt die ganzheitliche Kundenorientierung unter verstärkter Nutzung digitaler Kanäle konsequent in den Mittelpunkt.
Die Vermögensbildung mittels gängiger Finanzprodukte wird akzentuiert und in der zu vermittelnden Tiefe präzisiert.
Ergänzt wird die Ausbildungsverordnung um methodische Kompetenzen des Projektmanagements.
Zusätzliche Arbeitstechniken zur Optimierung und Weiterentwicklung standardisierter Prozesse unterstreichen die neue Relevanz des prozessorientierten Arbeitens.
Neu eingeführt wird die gestreckte Abschlussprüfung, die in Teil 1 die Zwischenprüfung ersetzt und mit 20 Prozent in das Gesamtergebnis einfließt.

Mediengestalter Bild und Ton
Im Ausbildungsberuf Mediengestalter Bild und Ton werden die elektrotechnischen Inhalte reduziert und die informationstechnischen Ausbildungsinhalte ausgeweitet. Die Zusammenarbeit der Mediengestalter Bild und Ton mit den Redaktionen erhält einen größeren Stellenwert. So sollen Auszubildende nicht nur redaktionelle und mediale Konzepte erfassen und auswerten, sondern auch Programmmitarbeiter und Kunden bei der Erstellung dieser Konzepte unterstützen. 

Laborberufe
Auch beim Ausbildungsberuf zum Biologielaborant, Chemielaborant und Lacklaborant soll es Neuerungen geben. Kern der Änderungsverordnung ist die Anpassung der verschiedenen Wahlqualifikationen. 

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