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Motiv: Windrad, Strommast, Biogasanlage (Foto: ExQuisine - Fotolia.com)
(Foto: ExQuisine - Fotolia.com)
  • 18.06.2024

    Energie-Scouts: Junge Menschen fit für den Klimaschutz machen

  • Foto: Christian Kien
    Innovation, Umwelt, Energie

    Christian Kien

    Tel.: 0651 9777-540
    Fax: 0651 9777-505
    kien@trier.ihk.de

Unternehmen stehen auf dem Weg zur grünen Transformation vor großen Herausforderungen. Es gilt, den dafür erforderlichen Fachkräftenachwuchs zu sichern, um so steigende Klimaschutzanforderungen umzusetzen. Gleichzeitig müssen Betriebe dem Interesse gerecht werden, das Kunden und Geschäftspartner klimabewusstem Unternehmenshandeln entgegenbringen. Auch dabei sind insbesondere junge Talente von entscheidender Bedeutung: Ihre Kreativität und ihr Engagement spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft.
Die Auszeichnung der besten Energie-Scouts Deutschlands in Berlin stand daher im Zeichen innovativer Klimaschutzmaßnahmen und junger Vordenkerinnen und Vordenker, die diese in die Praxis umsetzen.

Feierlicher Rahmen in Berlin

In einer feierlichen Veranstaltung in Berlin wurden 165 talentierte Energie-Scouts für ihre wegweisenden Projekte im betrieblichen Klimaschutz geehrt. Michael Kellner, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), und Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), lobten das Engagement der jungen Talente. Die Projekte der Energie-Scouts zeigen eindrucksvoll, wie Energieeffizienz und Klimaschutz in Unternehmen vorangetrieben werden können.

Gewinner der Sonderpreise
Die Gewinner der Sonderpreise haben sich mit ihren Projekten in den Kategorien Energie und Klima, Ressourceneffizienz und Biodiversität besonders hervorgetan.
In der Kategorie „Energie und Klima” überzeugte bei den klein- und mittelständischen Unternehmen die Dr. Hahn GmbH & Co. KG aus Mönchengladbach, Mitglied der IHK Mittlerer Niederrhein, die Jury mit einem Energieeinsparungsprojekt. Durch die Kopplung der Produktions- und Schließanlage wird das Prozessbecken bei Nicht-Betrieb automatisch heruntergefahren. Durch die Maßnahme spart das Unternehmen jährlich 123,7 t CO2e  und  284,4 MWh Strom ein.

Bei den großen Unternehmen hatte die K+S Minerals and Agriculture GmbH mit dem Werk in Zielitz, Mitglied der IHK Magdeburg, mit der Strömungsoptimierung am Wetterschacht des Bergwerks die Nase vorn.  Die Anfertigung von Leitblechen verringerte den Luftwiederstand, dadurch werden jedes Jahr 63,6 t CO2  und 151,6 MWh eingespart.

In der Kategorie „Ressourceneffizienz“ konnte sich die heo GmbH aus Herxheim bei Landau, Mitglied der IHK Pfalz, mit der Umstellung des Füllmaterials im Bereich Verpackung und Versand durchsetzen. Der Wechsel von Knüllpapier auf Luftpolsterkissen aus 100 % recyceltem Material spart 114,18 t CO2  pro Jahr ein.

Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr auch Projekte in der Kategorie „Biodiversität“ prämiert. Hier konnte sich die Roche Diagnostics GmbH aus Mannheim, Mitglied der IHK Rhein-Neckar, mit einem Projekt zur Dachbegrünung von Unterständen durchsetzen. Hierdurch wird die Biodiversität gefördert, das Mikroklima verbessert, Regenwasser zurückgehalten und Feinstaub sowie CO2  gebunden.

Die Bestenehrung findet jährlich in Berlin statt und wird durch das Unternehmensnetzwerk Klimaschutz umgesetzt. Der Sonderpreis wurde durch das Projekt Unternehmen Biologische Vielfalt vergeben. Projektdurchführer ist die DIHK Service GmbH.

Mehr über alle Projekte der diesjährigen Energie-Scouts lesen Sie hier.

 
Innovative Ideen zielgerichtet voranbringen
Über 60 Industrie- und Handelskammern (IHKs) haben seit 2014 inzwischen 13.000 Auszubildende zu „Energie-Scouts" qualifiziert. Dafür absolvieren die Azubis einen intensiven Crashkurs mit Modulen zu Energieeffizienz, Ressourceneffizienz und Biodiversität. Nach Abschluss der Zusatzqualifizierung können die Energie-Scouts in ihren Betrieben aktiv dazu beitragen, Einsparpotenziale zu erkennen und mit eigenen Projekten erfolgreich zu heben. Hierbei decken sie jährliche Potenziale von über 10.000 Kilowattstunden auf.
 Auf Kammerebene werden die besten Projekte prämiert und die Teilnehmenden für den Bundeswettbewerb nominiert. Der diesjährige Wettbewerb wird von den Umweltprojekten der DIHK Service GmbH, dem „Unternehmensnetzwerk Klimaschutz" (UNK) und dem Projekt „Unternehmen Biologische Vielfalt" organisiert. Die besten Energie-Scout-Vorhaben werden je nach Fokus in einer der Kategorien „Energie und Klima (kleine und mittlere Unternehmen)", „Energie und Klima (große Unternehmen)", „Ressourceneffizienz" und „Biodiversität" ausgezeichnet.
 
Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Im vergangenen Jahr konnten die nominierten Teams in Summe Einsparpotenziale von mehr als 3000 Tonnen CO2 in ihren Betrieben aufdecken. Oftmals mit ganz einfachen Mitteln, das zeigt die Liste der Projekte im KlimaGuide des UNK. Diese interaktive IHK-Datenbank für betrieblichen Klimaschutz vereint Nachschlagewerk, Maßnahmenplanung und Einsparungstracking. So können auch andere Unternehmen von den Ideen der Teilnehmenden profitieren und eigene Potenziale ausfindig machen.
 
Ausbildung stärkt Zukunft des Klimaschutzes
Die ausgezeichneten Ideen der Energie-Scouts verdeutlichen die Notwendigkeit, junge Talente gezielt zu fördern und ihre Rolle im betrieblichen Klimaschutz zu stärken. Der Erfolg der Aktion hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind vor allem Investitionen in Bildung und Ausbildung. Die Qualifizierung von möglichst noch mehr jungen Menschen zu Energie-Scouts sowie die Ausbildung in klimarelevanten Berufen bleiben daher wichtig.
Politik und Bildungseinrichtungen sollten zusammenarbeiten, um entsprechende Lehrpläne und Programme zu entwickeln und umzusetzen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Ausbildungseinrichtungen zu stärken. So lässt sich erreichen, dass die Ausbildung der Energie-Scouts praxisorientiert ist und den Bedürfnissen der Unternehmen entspricht.
Nicht zuletzt sollte die Politik Anreize für Unternehmen bieten, die Praxisprojekte und Qualifizierung junger Menschen im Bereich des betrieblichen Klima- und Biodiversitätsschutzes umsetzen.
 



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