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  • 03.09.2019

    Ergebnisse der DIHK-Onlineumfrage zur Aus- und Weiterbildung für die Region Trier

  • Ansprechpartner
    Foto: Ulrich Schneider
    Ausbildung

    Ulrich Schneider

    Tel.: (06 51) 97 77-3 01
    Fax: (06 51) 97 77-3 05
    schneider@trier.ihk.de

Auch im Jahr 2019 beteiligte sich die IHK Trier an der vom DIHK bundesweit initiierten Umfrage bei Ausbildungsunternehmen. Für die Region Trier beantworteten 85 Unternehmen mit Ausbildungsberechtigung aus allen Branchen und Größenklassen die Fragen (146 Betriebe wurden angeschrieben). Die Antworten beziehen sich auf das laufende Ausbildungsjahr, also September 2018 bis Ende August 2019.

Gesetzlich vorgeschriebene Mindestausbildungsvergütung trifft IHK-Ausbildungsunternehmen nicht

Erfreulich aus der Sicht von Bewerberinnen und Bewerbern ist es, dass die ab 2020 einzuführende Mindestausbildungsvergütung 95 Prozent der IHK-zugehörigen Unternehmen nicht daran hindert, weiterhin Ausbildungsplätze anzubieten. Zurückzuführen ist dies darauf, dass ein Teil der Unternehmen bereits die tariflich vereinbarten Vergütungen zahlt, welche bereits heute über der Mindestausbildungsvergütung liegen. Diejenigen Unternehmen, die nicht verpflichtet sind, tarifliche Gehälter zu zahlen, tun dies dennoch, um als Arbeitgeber attraktiv für Mitarbeiter zu sein.

Ein Drittel der Unternehmen konnte nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetze
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66 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie alle im laufenden Ausbildungsjahr angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnten. In der Umfrage 2018 gaben 61 Prozent an, dass sie alle Stellen besetzen konnten. Auch wenn dieser Wert eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt, können 34 Prozent der Unternehmen ihre Stellen nicht voll besetzen. Befragt nach den Gründen, weshalb Stellen nicht besetzt werden konnten, gaben 70 Prozent an, dass keine geeigneten Bewerbungen vorlagen (2018: 67 Prozent). 22 Prozent der Unternehmen erhielten erst gar keine Bewerbung (2018: 20 Prozent).

Berufsorientierung bleibt wichtigste Forderung der Wirtschaft
Befragt nach ihren Vorstellungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der beruflichen Ausbildung, gaben 48 Prozent der Unternehmen an, auf eine bessere Zusammenarbeit zwi-schen Schule und Betrieb zu hoffen. 36 Prozent wünschen sich realistischere Vorstellungen über die Berufswelt bzw. den gewählten Beruf seitens der Auszubildenden. Ebenfalls 36 Prozent wünschen sich kurze Entfernungen zur Berufsschule. 35 Prozent hoffen auf weniger Unterrichtsausfall und 33 Prozent wünschen sich mehr Zeit für ihre Auszubildenden zu haben.
Nach den Mängeln bei der Ausbildungsreife heutiger Schulabgänger befragt, werden im Wesentlichen die mangelnde Leistungsbereitschaft und die fehlende Motivation (62 Prozent) genannt. Gefolgt vom Fehlen elementarer Rechenfertigkeiten und der Meinung, dass die heutigen Schulabgänger zu wenig belastbar seien (jeweils 57 Prozent). Ein schwaches mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen stellen 54 Prozent fest.

Mit Nachhilfe Jugendliche fördern
Die Unternehmen unterstützen leistungsschwächere Schulabgänger überwiegend mit Nachhilfeangeboten. 46 Prozent nutzen die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Bundesagentur für Arbeit. 41 Prozent bieten Nachhilfe im eigenen Unternehmen an. 25 Prozent der Unternehmen unterstützen Jugendliche bei der Berufsfindung im Vorfeld einer Ausbildung in Form der betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ).

Unternehmen präsentieren sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb durch Zusatzleistungen
Der Trend rückläufiger Bewerberzahlen hält an. So spüren die Unternehmen die Auswirkungen des demografischen Wandels, aber auch den Trend an die Hochschulen. 57 Prozent gaben an, ihr Ausbildungsmarketing zu verbessern, damit sie von potentiellen Bewerbern auch wahrgenommen werden. 56 Prozent möchten durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen. Die Unternehmen sehen in der Erschließung neuer Bewerbergruppen eine große Chance. 46 Prozent versuchen verstärkt Studienabbrecher für eine Ausbildung zu gewinnen. Jeweils 30 Prozent suchen Kooperationen mit Schulen und sind bereit Flüchtlinge über eine Ausbildung im Unternehmen zu integrieren.
18 Prozent der Betriebe gaben an, dass sie bereit sind, die eigene Attraktivität durch finanzielle bzw. materielle Anreize zu erhöhen. Von diesen planen 57 Prozent eine übertarifliche Ausbildungsvergütung zu zahlen. 43 Prozent geben eine Beihilfe zur Mobilität (Monatskarte oder Zuschuss zu den Führerscheinkosten). 36 Prozent erhöhen die Urlaubstage über das gesetzlich vorgesehene Maß.

Das Vermittlungsangebot der Bundesagentur für Arbeit wird überwiegend genutzt
69 Prozent melden ihre offenen Ausbildungsstellen der Bundesagentur für Arbeit. 16 Prozent tun dies hin und wieder. Lediglich 15 Prozent melden nie Stellen der Agenturen. Gefragt nach dem Grund für das Nichtmelden, gaben 58 Prozent an, dass sie auch ohne die Arbeitsagentur die offenen Ausbildungsplätze besetzen konnten.

Integration - Sprachkompetenz ist entscheidend
27 Prozent der befragten Unternehmen bilden aktuell Geflüchtete aus. 96 Prozent der Unternehmen sehen die Festsetzung eines Sprachniveaus Deutsch B1 als Voraussetzung, bevor junge Menschen aus Drittstaaten eine Ausbildung beginnen. Für 53 Prozent bildet das Wissen um die schulischen und beruflichen Vorkenntnisse der Kandidaten eine wichtige Voraussetzung. 51 Prozent halten weniger Bürokratie bei der Einstellung von Zugewanderten für wichtig.

Teilqualifizierungen (TQ) gewinnen an Bekanntheit
Obwohl das Instrument der sogenannten Teilqualifizierungen (TQ) noch recht neu ist, kennen bereits 36 Prozent der Unternehmen diesen Weg. Dabei nutzen 68 Prozent die TQ, um an- und ungelernte Mitarbeiter zu qualifizieren. 54 Prozent möchten über diesen Weg neue Mitarbeiter gewinnen und 46 Prozent erkennen in diesem Instrument einen sinnvollen Weg der Personalentwicklung.

Einfluss der Digitalisierung in der Ausbildung / Arbeit 4.0 auf Rekrutierungsverfahren
Angesichts der geänderten Anforderungen die die Digitalisierung mit sich bringt, ändert sich auch die Gewichtung von Kompetenzen beim Einstellungsprozess. 74 Prozent der Ausbil-dungsbetriebe geben an, dass die Bedeutung von IT-Kompetenzen bei der Auswahl von Bewerbern steigen werden. Der Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen messen 98 Prozent eine zunehmende bzw. gleichbleibende Bedeutung bei. 48 Prozent glauben, dass die Fähigkeit zu kommunizieren an Bedeutung steigen wird. Auch die Bedeutung, selbstständig zu handeln, wird der Ansicht von 55 Prozent der Betriebe nach steigen.
Auszubildende werden auf unterschiedlichen Wegen auf das Arbeiten 4.0 vorbereitet. 47 Prozent setzen Azubis in abteilungsübergreifenden Azubi-Projekten ein. 40 Prozent vermitteln ihren Auszubildenden Zusatzqualifikationen für Arbeit 4.0. 29 Prozent intensivieren die Zusammenarbeit mit dem dualen Partner Berufsschule und 24 Prozent setzen neue Formen der Wissensvermittlung, z. B. durch Lernprozessbegleiter ein.

IHK-Ausbildungsberufe treffen den Bedarf der Wirtschaft bei den neuen digitalen Herausforderungen

83 Prozent der Unternehmen geben an, dass die aktuellen Ausbildungsberufe vor dem Hintergrund der Digitalisierung den betrieblichen Bedarf treffen. 17 Prozent sind sich nicht sicher. Einen Handlungsbedarf sieht aktuell keines der befragten Betriebe.

IHK-Kompetenzfeststellungen liegen ganz vorne

82 Prozent der Unternehmen vertrauen den Aussagen über die geprüften Kompetenzen der IHK-Zeugnisse bei einer Erstausbildung. Den Fortbildungsabschlüssen, z. B. Meister, Fachwirt usw., vertrauen 81 Prozent. Weitere 73 Prozent sagen dies auch über die IHK-Zertifikate, die Kompetenzen unterhalb eines formalen Abschlusses dokumentieren. Hochschulabschlüssen vertrauen 62 Prozent. Der Aussagekraft von Zertifikaten anderer Anbieter vertrauen 33 Prozent.


Die IHKs in Rheinland-Pfalz haben bei der diesjährigen Umfrage auch eigene, weiterführende bzw. landesspezifische Fragen gestellt. So diskutieren wir zurzeit mit dem Wirtschaftsministerium, welches u. a. auch für den Verkehr in Rheinland-Pfalz zuständig ist, über die Einführung eines sogenannten vergünstigten Azubitickets in Rheinland-Pfalz.

1. Wir fragten, ob sich die Erreichbarkeit des Unternehmens mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Gewinnung von Auszubildenden auswirkt?

38 Prozent der Befragten gab an, dass sich die aktuelle Erreichbarkeit ihres Unternehmens negativ auf die Bewerbergewinnung auswirkt. 26 Prozent schätzen die Situation so ein, dass die Erreichbarkeit mit Nahverkehrsmitteln keine Auswirkung auf die Fachkräftegewinnung hat.

2. Wir fragten, welche Maßnahmen aus Sicht der Unternehmen notwendig seien, um die Nutzung von Bussen und Bahnen durch Azubis zu erhöhen?
66 Prozent der Betriebe sind der Meinung, dass günstigere Tickets notwendig sind. 55 Prozent schlagen vor, das vorhandene Streckennetz besser und weiter auszubauen und 47 halten es für wichtig den ÖPNV-Takt zu verdichten. Dabei sollen Gewerbegebiete besonders beim Anschluss berücksichtigt werden (42 Prozent).

3. Wir fragten, welche Handlungsbedarfe aus Unternehmenssicht bei der digitalen Infrastruktur von Berufsschulen wichtig sind?

Mit 70 Prozent gab es die meisten Nennungen bei der Lehrerqualifizierung, gefolgt von einer ausreichenden Ausstattung mit Personalressourcen (53 Prozent). 47 Prozent erwarten eine IT-Infrastruktur mit Breitbandanbindung. Den Einsatz von mobilen Endgeräten, wünschen sich 43 Prozent der Unternehmen. Lediglich 7 Prozent sind der Meinung, dass keine weiteren Maßnahmen an den BBSn erforderlich sind.


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