IHK Trier


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  • 02.10.2019

    Geprüft und für sehr gut befunden

    Ehrenamtliche Prüfer sind eine tragende Säule der dualen Berufsausbildung

  • Ansprechpartner
    Foto: Christian Reuter
    Ausbildung

    Christian Reuter

    Tel.: (06 51) 97 77-3 50
    Fax: (06 51) 97 77-3 05
    reuter@trier.ihk.de

Gegen den Fachkräftemangel von morgen hilft es, selbst gute Leute auszubilden – diese Erkenntnis findet in der aktuellen Lage umfassende Zustimmung. Für ein funktionierendes System der dualen Berufsausbildung ist es unabdingbar, junge Menschen für das Lernen im Betrieb zu begeistern. Das alleine reicht indes noch nicht aus. Eine weitere tragende Säule stützt sich wesentlich auf ehrenamtlichen Einsatz: Ohne die derzeit fast 1200 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer würde die duale Ausbildung in der Region zusammenbrechen. Deswegen hat die IHK Trier in diesen Tagen wieder turnusgemäß die in den vergangenen fünf Jahren aktiven Prüfer angeschrieben und freut sich über eine mehrheitliche Fortsetzung der Prüfertätigkeit.

Neueinsteiger sind herzlich willkommen
Selbstverständlich sind auch Neueinsteiger sehr gerne gesehen. „Prüfer sein, ist die perfekte Ergänzung  zur Ausbildungs- oder Lehrertätigkeit. Denn man gelangt so in ein Netzwerk von Experten und sitzt an der Quelle für alle Neuerungen der Berufsbildung“, wirbt Christian Reuter; Leiter des Bereichs Ausbildungsprüfungen bei der IHK Trier. Mit den paritätisch besetzten Prüfungsausschüssen werden bundeseinheitliche Aufgaben geprüft und bewertet und für einzelne Bereiche eigene Aufgaben erstellt. Durch die permanente Auseinandersetzung mit den beruflichen Anforderungen bleibe man fit, meint Reuter. Viele Prüfungen hätten auch einen Teil, in dem Prüflinge Präsentation zu einem eigenen Thema vortragen; „Hier werden immer wieder neue Lösungsansätze präsentiert, die auch für die Prüfer interessant sind.“
Weiteres Zusatzwissen vermittelt die IHK Trier durch auf die Prüfer zugeschnittene, kostenlose Weiterbildungsangebote: Über 30 Schulungen für die Prüfungsausschüsse finden alleine im laufenden Jahr statt. Neben Informationen zu neuen und novellierten Berufen werden hier auch allgemeine Fertigkeiten wie Rhetorik vertieft.
 
Wichtiger Beitrag gegen Fachkräftemangel
Wie wichtig die Arbeit der Prüfer ist, verdeutlicht die simple Zahl der Prüflinge: In der Region sind das derzeit alljährlich rund 4000 in circa 120 Berufen. Nur Berufsschulen sind per Landesgesetz zur Mitwirkung in der Prüfung verpflichtet und Lehrer erhalten hierfür eine zweckgebundene Unterrichtsbefreiung. Ohne den freiwilligen Einsatz von Ehrenamtlichen würde es aber nicht funktionieren. Regelmäßig, insbesondere aber alle fünf Jahre, zum Ende der Berufungsperiode, werden neue Prüfer berufen. Die meisten Prüfer sind seit Jahrzehnten dabei und werden wiederholt berufen. Doch es werden auch neue Prüfer benötigt – aktuell gibt es  Bedarf für mindestens 200 bis 300 Neueinsteiger. „Leider finden gerade in den Brachen mit besonders hohem Fachkräftemangel auch nur wenige Zeit, sich als Prüfer zu engagieren. Das schafft eine Art Teufelskreis“, bedauert Reuter. Betroffen ist hier beispielsweise der Einzelhandel und die Hotel- und Gastronomiebranche, die dringend auf die Förderung von Nachwuchskräften angewiesen ist. Aber auch in den gewerblich-technischen Berufen ist der Bedarf an Azubis wie Prüfern hoch.
Deshalb hat Reuter ein klares Credo: Prüfertätigkeit und die dafür notwendige Freistellung durch das Unternehmen gehört zur Ausbildung mit dazu. Der Zeitaufwand für den einzelnen Prüfer ist auch keineswegs unübersehbar. In den meisten Berufen sind es ein bis zwei Tage Arbeitseinsatz im Jahr. Lediglich in den gewerblich-technischen Sparten ist durch den hohen Praxisanteil der Prüfungen eine längere Vor- und Nachbereitung mit einzuplanen. Nach Erfahrung der IHK fallen hier in der Regel jährlich bis zu zwölf Tage sowie zusätzlich einige Vorbesprechungen an. Für die geleisteten Arbeitsstunden wird an die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung gezahlt.
Wichtigste Voraussetzung für den Einsatz als Prüfer bei den IHK-Berufen ist eine eigene Ausbildertätigkeit – im Idealfall bereits mit mehrjähriger Erfahrung. Je nach Berufszweig sind noch unterschiedliche Weiterbildungsgrade erwünscht. Auch hier sind die Anforderungen insbesondere im gewerblich-technischen Feld höher. Persönlich mitbringen sollte man gute rhetorische Fähigkeiten, berufliche Fachkompetenz und Einfühlungsvermögen, findet Reuter. Empathie und Prüfungsgerechtigkeit seien eng miteinander verknüpft: „Die Ansprache an den Prüfling ist wichtig, sie sollte weder einschüchternd streng noch allzu locker sein.“

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