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Fachkräfte, IHK Trier
(Foto: Kurhan - Fotolia)

03.05.2018

Gesucht: Fachkräfte!

Der aktuelle DIHK-Arbeitsmarktreport zeigt: Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) hat Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, weil es keine passenden Arbeitskräfte findet – vor einem Jahr waren es lediglich 37 Prozent. Rund 1,6 Millionen Stellen können somit längerfristig nicht besetzt werden.

Engpässe nehmen zu und haben Folgen
Fehlen die Fachkräfte, lassen sich viele Projekte und Vorhaben nicht wie geplant realisieren. Das gilt für Unternehmen, aber gleichermaßen auch für die Politik. Der Ausbau von Verkehrs- und IT-Infrastruktur, Wohnungsbau, mehr und bessere Kinderbetreuung sowie Pflegeleistungen sind allesamt Schlüsselthemen für die Zukunftsfähigkeit des Landes. Öffentliche Gelder sind zwar vorhanden, jedoch werden Planung und Umsetzung personalbedingt zum Flaschenhals. So fürchten in der Bauwirtschaft mehr als 70 Prozent der Betriebe, Angebote einschränken und Aufträge ablehnen zu müssen, wenn das Personal fehlt. Bei den Gesundheits- und Sozialdienstleistern sind es 60 Prozent und in der Bildungswirtschaft 58 Prozent. Personalknappheit ist daher nicht nur ein betriebswirtschaftliches Problem, sondern wird zur volkswirtschaftlichen Herausforderung.

Weichen richtig stellen
Fachkräftesicherung ist in erster Linie Aufgabe der Unternehmen. Sie investieren deshalb fast 60 Milliarden Euro jährlich in Aus- und Weiterbildung. Aber auch bessere Rahmenbedingungen sind wichtig. Grundsätzlich gilt es, zusätzliche Beschäftigungspotenziale zu gewinnen – durch zusätzliche Arbeitszeit und zusätzliche Personen, die am Arbeitsleben teilnehmen. Die Digitalisierung kann ebenfalls als Chance gesehen werden: Wenn Maschinen künftig bestimmte Tätigkeiten von Menschen übernehmen, entstehen in anderen Bereichen Möglichkeiten, Arbeitskräfte einzusetzen und zu qualifizieren, um dort Engpässe zu mindern.

Berufliche Bildung stärken, Kinderbetreuung ausbauen und Zuwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtern
Aus Sicht der Unternehmen steht die Stärkung der Beruflichen Bildung ganz oben im Maßnahmenkatalog der Fachkräftesicherung (58 Prozent). Umgesetzt werden könnte sie unter anderem über eine bessere Berufsorientierung sowie eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Berufsschulen.

Durch den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung ließe sich die Erwerbsbeteiligung der Eltern steigern. Insbesondere Mütter könnten ihre Arbeitszeiten bei Bedarf ausweiten. Hierfür plädiert fast jedes dritte Unternehmen. Der aktuelle Koalitionsvertrag mit dem geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter bis 2025 ist hier ein richtiger Schritt. Engpässe beim Betreuungspersonal erschweren jedoch auch dort die Umsetzung.    

Die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte sollte ebenfalls weiter erleichtert werden. Das gilt vor allem im Bereich beruflich Qualifizierter, in dem die Stellenbesetzung häufig besonders schwerfällt. Mehr als jedes vierte Unternehmen sieht hier Handlungsbedarf. Neben gesetzlichen Anpassungen, wie zum Beispiel der Erweiterung der Positivliste, sollte der administrative Umsetzungsprozess effizienter werden. Das betrifft beispielsweise die Visaerteilung in den Auslandsvertretungen, aber auch die Antragsbearbeitung in den Ausländerbehörden.

Gemeinsames Handeln von Politik und Wirtschaft ist gefordert
Nicht zuletzt mit Blick auf die demografische Entwicklung rückt die Fachkräftesicherung immer mehr in den Fokus unternehmerischer, aber auch politischer Weichenstellungen. Die einfache Forderung, die Löhne weiter zu steigern und damit das Problem aus der Welt zu schaffen, greift zu kurz – dadurch steigt die Zahl der Fachkräfte nicht. Um Fachkräfte langfristig zu sichern, braucht es dringend eine gemeinsame Strategie von Politik und Wirtschaft.



Ansprechpartner

Dr. Matthias Schmitt
Standortpolitik
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