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01.07.2019

Gute Entwicklung trotz Gegenwind


Dieser Text ist vom 01.07.2019 und könnte inhaltlich veraltet sein.

IHKs veröffentlichen Außenwirtschaftsreport Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzischen Kammern haben den Außenwirtschaftsreport Rheinland-Pfalz für 2018/2019 veröffentlicht. Auf Grundlage der bundesweit durchgeführten IHK-Unternehmensumfrage „Going International“ beleuchtet der Report die außenwirtschaftlichen Entwicklungen und Erwartungen der rheinland-pfälzischen Wirtschaft im Auslandsgeschäft.

Rheinland-pfälzische Wirtschaft schaut skeptisch in die Zukunft

Trotz turbulenter Zeiten aufgrund anhaltender Handelskonflikte, erhöhtem Protektionismus und ungeklärtem Brexit-Ausgang entwickelte sich der rheinland-pfälzische Im- und Export im letzten Jahr positiv. Die Betriebe exportierten Waren im Wert von 59,9 Milliarden Euro – ein Plus von 9,3 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2017. Der Wert der Einfuhren lag 2018 bei 45,7 Milliarden EUR und übertraf damit um 13,2 Prozentpunkte das Vorjahr. Die wichtigsten Handelspartner der Unternehmen in Rheinland-Pfalz sind weiterhin die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Außerhalb Europas sind die USA und China die wichtigsten Märkte. Der positive Trend spiegelt sich in der Bewertung der allgemeinen Geschäftslage wieder, in der 60 Prozent der Betriebe die derzeitige wirtschaftliche Situation als gut empfinden. Mit mehr Skepsis werden jedoch die zukünftigen Geschäftserwartungen, sowohl in und außerhalb Europas, bewertet. Insbesondere die Unsicherheit in Verbindung mit dem Brexit trüben die Geschäftsaussichten mit dem Vereinigten Königreich. Darüber hinaus führen Sanktionen, Handelskonflikte, Abschottungstendenzen und innenpolitische Entwicklungen dazu, dass die zukünftigen Handelsbeziehungen mit Ländern wie den USA, Russland und Türkei weniger positiv eingeschätzt werden als im Jahr zuvor. In positivem Licht hingegen erscheint Japan, dem durch das in diesem Jahr in Kraft getretene EU-Japan-Handelsabkommen positive Geschäftschancen bescheinigt werden.

Handelshemmnisse nehmen zu
Handelshemmnisse wie Sanktionen, und Zölle waren 2018 auf dem Vormarsch, was auch die rheinland-pfälzische Exportwirtschaft vor Herausforderungen stellte. Der Anstieg von Zöllen vollzog sich trotz einer gesteigerten Anzahl von EU-Freihandelsabkommen. Ursache dafür ist der verhärtete Handelsstreit zwischen den USA und China, der auch international tätige Exporteure aus Rheinland-Pfalz trifft. Im Vergleich zum Vorjahr sind die nicht-tarifären Handelshemmnisse wie beispielsweise lokale Zertifizierungen rückläufig.

Auswirkungen des Brexits bereits spürbar
Besonderes Augenmerk legte der Außenwirtschaftsreport auf das Thema Brexit. Auswirkungen sind bereits jetzt spürbar, so sind die rheinland-pfälzischen Exporte nach Großbritannien im vergangenen Jahr um 2,9 Prozentpunkte auf 3,4 Milliarden Euro gesunken. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Bewertung der aktuellen Geschäftslage negativ ausfällt. Zudem erwarten 64 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung der Lage.  
Die Möglichkeit eines ungeordneten Brexits, also der Austritt Großbritanniens ohne Abkommen, schürt weiterhin Unsicherheit bei den Unternehmen. 84 Prozent der rheinland-pfälzischen Unternehmen befürchten bei einem „harten“ Brexit einen Mehraufwand bei der Zollabwicklung, was unweigerlich auch zu höheren Kosten führt. Darüber hinaus zeigen die Umfrageergebnisse, dass für die Hälfte der Unternehmen die wirtschaftlichen Folgen kaum abzuschätzen sind. Um Risiken abzumildern, treffen Unternehmen Vorkehrungen: unter anderem Aufstockung von Lagerbeständen sowie Prüfung von Verträgen, Lieferketten und möglichen steuerlichen Veränderungen.
Der vollständige Außenwirtschaftsreport steht online auf der Seite der IHK Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz/Saarland zum Download bereit: www.ihk-rlp.de.

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