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  • 10.06.2020

    IHK-Konjunkturklimaindikator stürzt ab

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    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

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Der von der Industrie- und Handelskammer Trier berechnete Konjunkturklimaindikator ist gegenüber Jahresbeginn so stark abgestürzt wie noch nie in den vergangenen 17 Jahren. Er gab um 31 Zähler von 113 auf aktuell 82 Punkte nach. Bei weniger als 100 Punkten ist das Konjunkturklima negativ. In den Indikatorwert sind die Angaben von 140 regionalen Unternehmen mit rund 18.000 Beschäftigten zur aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate eingegangen.

„82 Punkte sind der schlechteste Wert seit der Finanzkrise 2008/09. Damals ging es bis auf 78 Punkte herunter. Einziger Lichtblick ist, dass der Indikator nicht tiefer als in der Finanzkrise gefallen ist und wir hoffentlich bald den Wendepunkt erreichen, ab dem es wieder aufwärtsgeht“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer.

Am negativsten bewertet der Handel sein Branchenklima mit einem Indikatorwert von 69 Punkten; die Industrie kommt auf 86 und der Dienstleistungssektor auf 89 Punkte. „Die Binnennachfrage, die die Konjunktur über Jahre gestärkt hat, fällt aktuell als Stabilitätsanker weg, wie die Negativmeldungen aus den Bereichen Einzel-, Kfz-Handel sowie personenorientierte Dienstleistungen zeigen“, kommentiert IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.

Nicht alle Unternehmen sind laut IHK mit ihren Geschäften gänzlich unzufrieden. 27 Prozent der regionalen Betriebe berichten sogar von guten und 41 Prozent von befriedigenden Geschäften. Der Anteil der Unternehmen, die schlechte Geschäfte machen, hat sich mit derzeit 32 Prozent allerdings gegenüber der Vorumfrage verdreifacht und gegenüber der Vorjahresumfrage verfünffacht. Der Saldo aus Positiv- und Negativvoten zur aktuellen Geschäftslage ist gegenüber Jahresbeginn von +34 auf derzeit -5 Prozentpunkte gefallen. „Nur ein Viertel der Unternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzzuwächse erzielt, rund die Hälfte der Befragten musste Rückgänge hinnehmen“, erklärt Schmitt die schlechte Stimmung.

Die Einschätzungen für die kommenden zwölf Monate sind von deutlicher Skepsis geprägt. 13 Prozent der Befragten erwarten bessere, 46 Prozent gleichbleibende und 41 Prozent schlechtere Geschäfte. Auch die Investitions- und Beschäftigungsabsichten sind mit einem Minuszeichen versehen. Nur 15 Prozent der Betriebe wollen mehr, 43 Prozent jedoch weniger investieren. Das wird laut IHK auch Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen: Lediglich sieben Prozent der Befragten planen mehr Personal einzustellen, 35 Prozent hingegen fürchten sich von Mitarbeitern trennen zu müssen. „Der Corona-Schock sitzt in der Wirtschaft erst einmal tief. Wir hoffen aber, dass sich die Situation im Nachgang zu den Lockerungen und Hilfspaketen stabilisiert und sich nicht alle derzeitigen Befürchtungen bestätigen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer.

Als dominierendes Geschäftsrisiko für die kommenden zwölf Monate nennen die Betriebe die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie (79 Prozent), gefolgt vom Inlandsabsatz (53 Prozent). Im Vergleich zur Vorumfrage hat sich aber auch der Anteil der Betriebe verdoppelt, die Finanzierungsengpässe befürchten (13 Prozent statt 6 Prozent). Weniger relevant ist nun der Fachkräftemangel. Hier gingen die Nennungen deutlich von 66 Prozent auf 30 Prozent zurück.

Im Industriesektor leiden aktuell vier von zehn Betrieben unter unterdurchschnittlichen Kapazitätsauslastungsgraden und niedrigen Auftragsbeständen. In den vergangenen drei Monaten konnten nur 14 Prozent der Betriebe steigende Auftragseingänge verzeichnen, während 57 Prozent Rückgänge zu verkraften hatten, insbesondere auch bei den Auslandsorders. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Industrieunternehmen fortsetzen, die überwiegend mit weiter sinkenden Exportkennziffern rechnen.

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