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IHK Trier


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(Foto: Romolo Tavani - stock.adobe.com)
  • 29.06.2020

    IHK-Umfrage zeigt Lichtstreif am Horizont für regionale Unternehmen

  • Foto: Dr. Matthias Schmitt
    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

    Tel.: (06 51) 97 77-9 01
    Fax: (06 51) 97 77-5 05
    schmitt@trier.ihk.de

Die regionale Wirtschaft befindet sich weiter in einer sehr ernsten Situation, doch gibt es jetzt erste Anzeichen einer einsetzenden Erholung. Das ist das Ergebnis der vierten Corona-Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Trier. An der Umfrage haben sich 140 Betriebe beteiligt.

Aktuell bewerten 22 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage als gut, 46 Prozent als befriedigend und 32 Prozent als schlecht. „Am düstersten sieht es in der Reisewirtschaft und im Gastgewerbe aus, deutlich bessere Geschäfte machen viele Dienstleister und das Baugewerbe. Etwa drei Viertel aller Befragten geht allerdings davon aus, dass der Umsatz im Gesamtjahr sinken wird; mehr als ein Drittel fürchtet sogar Umsatzrückgänge von mehr als 25 Prozent“, sagt IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.

Doch der Blick der Unternehmen auf die kommenden zwölf Monate fällt nach Auskunft von Schmitt weniger skeptisch aus: „Der Anteil von Optimisten und Pessimisten hält sich aktuell die Waage. Bei unserer Konjunkturumfrage Ende Mai gab es nur 13 Prozent Optimisten, aber 41 Prozent Pessimisten. Wir haben die Talsohle jetzt wohl durchschritten.“

Dennoch ist die regionale Wirtschaft noch nicht über den Berg. Die Betriebe berichten weiterhin von Nachfragerückgängen (63 Prozent) und der Stornierung von Aufträgen (36 Prozent). Sie müssen dementsprechend ihre Investitionsplanungen einschränken. Jeweils mehr als ein Drittel der Unternehmen beklagt zudem Liquiditätsengpässe und einen Rückgang des Eigenkapitals. Knapp jeder Zehnte befürchtet sogar eine Insolvenz.

„Unter einem totalen oder weitgehenden Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit leiden aktuell elf Prozent, Anfang Mai waren es noch fast dreimal so viele“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jan Glockauer.

Zur Stabilisierung ihres Betriebs haben viele Unternehmer auf die staatlichen Unterstützungsprogramme zurückgegriffen. An erster Stelle steht dabei das Kurzarbeitergeld (53 Prozent), aber auch Steuerstundungen wurden beantragt (31 Prozent) und Kredite der Förderbanken (24 Prozent) sowie das Soforthilfeprogramm des Bundes (23 Prozent) intensiv genutzt.

Trotz der einsetzenden Stabilisierung der Wirtschaft ist es bis zur Rückkehr zur Normalität aus Sicht der IHK noch ein langer Weg. Ein Viertel der regionalen Betriebe arbeitet wieder auf dem Niveau der Vorkrisenauslastung (Anfang Mai: 14 Prozent). Mit einer Normalisierung ihrer Geschäftslage im zweiten Halbjahr rechnen 20 Prozent (Anfang Mai: 33 Prozent). Etwa jeder Dritte geht erst im Verlauf von 2021 von einer Rückkehr zur Normalität aus, jeder Zehnte glaubt, es dauere noch länger und 5 Prozent erwarten für sich gar keine Rückkehr mehr zum Vorkrisenniveau.

„Am Arbeitsmarkt schwächt sich die Negativdynamik ab: Aktuell gehen 27 Prozent der Unternehmen davon aus, Personal abbauen zu müssen; Anfang Mai waren es aber noch 35 Prozent. Immerhin 8 Prozent der Befragten wollen mehr Personal einstellen – gegenüber 3 Prozent vor zwei Monaten“, erläutert Matthias Schmitt.

Auch Jan Glockauer ist grundsätzlich zuversichtlich gestimmt: „Dank des verantwortungsvollen Verhaltens der Unternehmen, der staatlichen Unterstützung und unserer flankierenden Beratungsangebote haben wir es gemeinsam durch die schlimmste Zeit des Lockdowns geschafft. Wenn wir weiter mit Bedacht die wirtschaftlichen Aktivitäten ausweiten und besonders betroffenen Unternehmen unter die Arme greifen, können wir die Wirtschaft erfolgreich stabilisieren.“ IHK-Chefvolkswirt Schmitt hält es für realistisch, bei der Wirtschaftskraft gegen Ende nächsten Jahres wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen.

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