Sprungmarken zu den wichtigsten Seitenabschnitten


Suche Hauptnavigation A-Z Übersicht Hauptinhalt Servicelinks


IHK Trier


Seitenkopf

Seitenhauptinhalt

Freie Plätze vorhanden
Icon: Webinar
Webinar
  • Infoveranstaltung: Mittelstands-Verbands-Offensive für wettbewerbstauglichen Grünstrom

    Themen: Netztentgelte für Grünstrom zur Eigenversorgung und BKZ infolge Elektrifizierung

  • Foto: Christian Kien
    Innovation, Umwelt, Energie

    Christian Kien

    Tel.: 0651 9777-540
    Fax: 0651 9777-505
    kien@trier.ihk.de

I. Anlass der Infoveranstaltung

Der Mittelstand ist fest entschlossen, sich zu dekarbonisieren und seinen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Hierfür ergreift er konkrete Maßnahmen und ist bereit, bedeutende Invest zu tätigen, wie z.B. unsere Initiative EE-Industrie zur Eigenversorgung mit Grünstrom im Mittelstands-Konsortium belegt.

Die hohen und in der Zukunft höchstwahrscheinlich weiter steigenden Netzentgelte und die hohen, an Netzbetreiber zu leistenden Baukostenzuschüsse (BKZ) für Leistungssteigerungen infolge von Elektrifizierungen verhindern jedoch die für die Dekarbonisierung zwingend erforderliche Versorgung mit Grünstrom zu wettbewerbstauglichen (Gesamt-)Preisen. Ohne Änderung dieser Rahmenbedingungen wird die Dekarbonisierung des Mittelstandes scheitern.

Seit 25 Jahren vertritt unsere Kanzlei RITTER GENT COLLEGEN die energie- und seit rund 10 Jahren auch die klimarechtlichen Interessen insbesondere des energieintensiven Mittelstandes aus allen Branchen und zählt zu den führenden Klima-Projektkanzleien in Deutschland. Mit unserer Infoveranstaltung möchten wir den Startschuss für eine möglichst breit angelegte Mittelstands-Verbands-Offensive geben, mit der die Politik über den geschilderten systematischen Mangel informiert und zur erforderlichen Abänderung der bestehenden Rahmenbedingungen aufgefordert wird.  

Mit dieser Intention laden wir alle Verbände mittelständischer Unternehmen zu unserer Infoveranstaltung ein. Hierbei werden wir unterstützt vom VEA und DIHK.

Bitte melden Sie sich mit Ihrer Verbands-E-Mail-Adresse an.

II. Der Ist-Zustand

1. Netzentgelte

Die Kapazitäten für eine Grünstromversorgung aus Onside-EE-Anlagen oder über nahegelegene EE-Anlagen mit Direktleitung sind begrenzt und bei vielen Unternehmen bereits ausgeschöpft. Der Bezug von weiterem Grünstrom über das Netz, also über Offside-EE-Anlagen, ist daher alternativlos. Zusätzlich zu den Erzeugungs- bzw. PPA-Kosten fallen für diesen Strom die sehr hohen Netzentgelte und netzseitige Umlagen an. Dies führt bereits jetzt zu wettbewerbsuntauglichen Gesamt-Grünstrompreisen.

Diese Situation wird sich voraussichtlich sogar noch massiv verschärfen. Die Netzentgelte drohen aufgrund des notwendigen, von der BNetzA bestätigten Netzausbausund der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Kraftwerksstrategie weiter nach oben getrieben zu werden.

Eine Ausnahmen besteht nur für die Unternehmen,  die von der Netzentgeltreduzierungen von 70 bis 90 % gemäß der sogenannten 7.000 h-Regelung des § 19 Abs. 2 S. 2 u. 3 StromNEV profitieren. Die Voraussetzungen dieses Privilegs erfüllen jedoch ganz überwiegend nur Unternehmen der Großindustrie und kaum des Mittelstandes.

2. BKZ/power to heat

Möchte ein Unternehmen seine Wärmeerzeugung von Gas auf Strom, also auf power to heat, umstellen, muss es seine Netzanschlussleistung (MW) regelmäßig ganz erheblich steigern. Für jede Leistungssteigerung hat das Unternehmen einen BKZ zu entrichten, und zwar gemäß BKZ-Positionspapier der BNetzA nach folgender Formel: BKZ = Leistungspreis (>2.500 h/a) der Netzebene × bestellte Leistung (MW).

Hierdurch werden BKZ-Forderungen in einer Höhe begründet, die in vielen Fällen sogar die Investitionskosten der zu errichtenden Strom-Wärmeerzeugungsanlagen um ein Vielfaches übersteigen. Ein Umstieg auf power to heat ist damit allein schon wegen des anfallenden BKZ nicht wirtschaftlich darstellbar. Hinzu kommt, dass auch die zusätzlich zu beziehenden (Grün-)Strommengen mit den sehr hohen Netzentgelten belastet sind.

III. Unsere Kernforderungen

Aus unserer Sicht sollte an die Politik mit folgenden Kernforderungen herangetreten werden:

Die aktuellen Netzentgelte für gemäß  § 30a HkRNDV gekoppelte Grünstromlieferungen aus EE-Anlagen, die keine finanzielle Förderungen (EEG, Investitionszuschüsse) erhalten haben und deren erzeugter Strom zur (Eigen-)Versorgung/ zum Letztverbrauch eines Unternehmens verwendet wird, sind erheblich zu reduzieren. Welche prozentuale Absenkung verlangt wird und ob Staffelungen, z.B. in Abhängigkeit von dem Grünstromverbrauchsanteils eines Unternehmens vorgeschlagen werden, ist zu diskutieren.

Ähnliche politische Vorschläge: Positionspapier der FDP-Fraktion zum Eigenstrom-PPA, Arbeitspapier zum Industriestrompreis des BMWK.

Die zukünftige Erhöhung der Netzentgelte im Zuge des Netzausbaus und der Umsetzung von Kraftwerksstrategien ist zu vermeiden. Bei beiden gennannten Maßnahmen handelt es sich um Infrastrukturprojekte zum Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschlands, der Wahrung der Versorgungssicherheit, zur Erreichung der deutschen Klimaziele und der Daseinsvorsorge. Die damit einhergehenden Investitionen sind daher vom Staat zu tragen, z.B. durch die Bildung eines Sondervermögens.

Gleichlautender Vorschlag für die Netzausbaukosten: SPD-10-Punkte-Plan.

Die BKZ-Zahlungspflicht für Leistungssteigerungen infolge eines Umstiegs auf power to heat muss entfallen.

Zu diskutieren ist, ob darüber hinaus der Ansatz aus dem DIHK-Konzept der StromPartnerschaft aufgegriffen werden sollte, wonach Direktstromverträge mit Investitionszuschüssen und Netzentgeltentlastungen gefördert werden sollen.

IV. Begründung unser Kernforderungen und Praxisbeispiel

Weshalb wir die Kernforderungen in der beschriebenen Weise ausgestaltet haben, erläutern wir im Detail in der Infoveranstaltung. Ziele sind die Beseitigung der dargestellten systematischen Mängel, Schaffung von Anreizen zur Investierung und Errichtung von EE-Anlagen und die Minimierung der Belastungen des allgemeinen Netzentgeltsystems.

Wir werden in unserer Veranstaltung auch Praxisfälle präsentieren und versuchen, unseren Vortrag mit ersten Zahlen zu belegen.


Seitenfuß