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IHK Trier


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  • 01.07.2022

    Konjunkturklima drastisch verschlechtert

    Angriffskrieg gegen die Ukraine lässt Geschäftserwartungen einbrechen

  • Foto: Dr. Matthias Schmitt
    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

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    Fax: (06 51) 97 77-5 05
    schmitt@trier.ihk.de


Dieser Text ist vom 01.07.2022 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Die Erholung des regionalen Konjunkturklimas nach dem Corona-Schock hat ein abruptes Ende gefunden. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, in den die Angaben von 147 Unternehmen mit mehr als 18 000 Beschäftigten zur aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate eingegangen sind, ist gegenüber Jahresbeginn von 117 auf aktuell 95 Punkte eingebrochen. Er rangiert damit weit unter dem langjährigen Durchschnittswert von rund 120 Zählern. Den stärksten Rückgang hat es in der Industrie gegeben (124 auf 95 Punkte); den schwächsten Wert weist der Handel mit 83 Zählern aus. Besser schlägt sich der Dienstleistungssektor mit einem Indikatorwert von 103.

Geschäftslage verschlechtert, Erwartungen eingebrochen
Aktuell bewerten 37 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage mit gut, 49 Prozent mit befriedigend und 14 Prozent mit schlecht. Daraus resultiert ein Lage-Saldo aus Positiv- und Negativvoten von +23, der recht deutlich gegenüber dem Wert der Vorumfrage vom Jahresbeginn mit +37 abfällt, sich aber insgesamt noch im „grünen Bereich“ bewegt. Weitaus dramatischer gestaltet sich die Entwicklung der Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate. Während sich zu Jahresbeginn Optimisten und Pessimisten mit jeweils 17 Prozent noch exakt die Waage hielten, liegt das Verhältnis nun bei 14 Prozent zu 41 Prozent, was einem Geschäftserwartungssaldo von -27 Punkten entspricht. Die Unternehmen werden zunehmend von Rezessionssorgen geplagt, die in Industrie und Handel stärker ausgeprägt sind als im Dienstleistungssektor. Wesentlichen Anteil an der gedrückten wirtschaftlichen Stimmung hat der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. 36 Prozent der regionalen Betriebe berichten von starken negativen Auswirkungen des Kriegs auf ihre Geschäftstätigkeit, weitere 40 Prozent von moderaten Effekten und nur 24 Prozent betrifft der Krieg nicht in Bezug auf die eigene wirtschaftliche Aktivität. Zwar deuten die Investitionsplanungen der Unternehmen noch auf eine Seitwärtsbewegung hin, wobei sich jedoch das Investitionsmotiv der Kapazitätsausweitung rückläufig gestaltet. Die betrieblichen Beschäftigungsabsichten sind weiterhin mit einem Pluszeichen versehen, treffen jedoch auf einen weitgehend „leergefegten“ Arbeitsmarkt in der Region Trier.

Industriekonjunktur bietet auch Lichtblicke
Aus dem Industriesektor kommen auch einige sehr positive Zahlen, was die aktuelle Situation betrifft. So berichten 56 Prozent der Befragten von einer überdurchschnittlichen Auslastung ihrer Produktionskapazitäten, wohingegen lediglich 13 Prozent eine unterdurchschnittliche Auslastung beklagen. Der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen liegt mit +43 deutlich höher als vor einem Jahr (+23). Darüber hinaus konnte das Produzierende Gewerbe in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzzuwächse verzeichnen. Auch die Auftragseingangsdynamik – sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland – gestaltete sich im ersten Quartal des Jahres positiv, so dass die Unternehmen derzeit über sehr gut gefüllte Auftragsbücher verfügen. Hinsichtlich der Exportaussichten macht sich hingegen zunehmend Skepsis breit.

Verschärfung zahlreicher Geschäftsrisiken
Parallel zu den eingebrochenen Geschäftserwartungen haben sich zahlreiche Geschäftsrisiken aus Sicht der regionalen Betriebe deutlich erhöht. Am häufigsten genannt werden die Höhe der Energie- und Rohstoffpreise (84 Prozent), der Fachkräftemangel (64 Prozent) und die weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine (62 Prozent). Zusätzlich machen sich Befürchtungen breit, die Nachfrage aus dem In- und Ausland könne spürbar zurückgehen. Darüber hinaus werden die Arbeitskosten für eine zunehmende Zahl der Betriebe zu einer wirtschaftlichen Belastung. Gestörte Lieferketten, Nichtverfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten, massive Preiserhöhungen in vielen Produktkategorien, einsetzende Konsumzurückhaltung und Sorgen um die Versorgungssicherheit im Energiebereich belasten den wirtschaftlichen Ausblick. Die Wahrscheinlichkeit, dass der aktuelle Abschwung der Wirtschaft in eine Rezession oder Stagflation mündet, hat leider deutlich zugenommen.

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