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24.03.2020

Mensch trifft Maschine

Dynamischer Fahrsimulator der Hochschule Trier eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten

Drei Jahre Bau- und Erprobungszeit liegen hinter der Hochschule Trier, doch der Einsatz hat sich gelohnt: Dank eines neuen dynamischen Fahrsimulators geht es mit großen Schritten Richtung Zukunft. „Der Fahrsimulator ist sozusagen unsere Zeitmaschine“, sagt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Jörn Schneider. Er sei ein ideales Mittel, um einen Menschen in die automobile Zukunft zu versetzen. „Egal, ob es um automatisiertes Fahren, Elektromobilität oder neue Sicherheitskonzepte geht, wir können Technik und Mensch in jede denkbare Situation bringen, ohne jemanden zu gefährden.“

Strecken, Fahrzeugtypen und Systeme individuell gestaltbar
Im Fokus der Simulationen steht die Interaktion zwischen Mensch und Technik. So kann der Simulator beispielsweise dafür eingesetzt werden, neuartige Systeme zur Fahrerüberwachung zu entwickeln, die eine Einschätzung des kognitiven Zustands des Fahrers erlauben. Damit wäre eine Beurteilung möglich, wie gut der Mensch in der Lage ist, die Kontrolle zu übernehmen, wenn ihn das automatisierte Fahrzeug dazu auffordert. „Dies führt zu einer Verbesserung von Sicherheit und Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren“, erklärt Schneider.
Die Bewegungsplattform verfügt über sechs Freiheitsgrade bei Beschleunigungen bis zu 11m/s^2, das Mockup mit Fahrerarbeitsplatz, digitalem Dashboard und Dach ist umbaubar, Strecken und Fahrdynamik sind frei modellierbar. Daher ist der dynamische Fahrsimulator einsetzbar für die Entwicklung und den Test von technischen Systemen und Funktionen im Fahrzeug selbst (zum Beispiel Assistenzsysteme, Systeme zum automatisierten Fahren) und außerhalb des Fahrzeugs (etwa Vehicle-2-X). Dabei kann sowohl das Zusammenspiel mit anderen technischen Systemen als auch mit dem Fahrer untersucht werden. Es stehen vielfältige Schnittstellen zur Einbindung von Sensorik, SW und HW zur Verfügung – vom Matlab-Modell bis hin zum kompletten Steuergerät. „Verschiedene Verkehrsszenarien wie Stadt, Land oder Autobahn sind sofort nutzbar, neue Strecken und Szenarien können problemlos erstellt werden“, erläutert Schneider. Das Fahrdynamikmodell eines Serien-Kompaktfahrzeugs könne genutzt und angepasst werden, eigene Modelle könnten integriert werden. Physiologische Messungen des Fahrerzustands wie Puls und EEG seien ebenfalls möglich. Als Mensch-Maschine-Schnittstellen stünden unter anderem ein digitales Dashboard und ein zu- beziehungsweise wegschwenkbarer Touchscreen zur Verfügung. „Bei Bedarf können die Akquise und das Management von Probanden zusätzlich geleistet werden“, sagt Schneider.

Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen
Spannend ist die Entwicklung des Fahrsimulators auch für regionale Unternehmen. Sie haben die Möglichkeit, den Simulator zu nutzen – etwa in Form von F&E-Aufträgen an den Forschungsverbund FVV Trier oder im Rahmen gemeinsamer Förderprojekte. „Bei regelmäßigem Bedarf bieten wir einen Vertrag an, der einen priorisierten Zugang zum Fahrsimulator vereinbart“, sagt Schneider. „Darin enthalten ist auch ein garantierter Umfang an Nutzungstagen.“
Unternehmen, die Fragen zu technischen Möglichkeiten oder einer Kooperation haben, können sich an Projektleiter Prof. Dr. Jörn Schneider wenden: Telefon: (06 51) 81 03-5 90, J.Schneider@Hochschule-Trier.de. Weitere Infos zum Fahrsimulator finden sich auch auf www.hochschule-trier.de/go/fahrsimulator. 

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