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IHK Trier


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  • 08.05.2024

    Protektionismus erschwert das internationale Geschäft

    Warum Unternehmen in der Region Trier mit Sorgen in die Zukunft blicken und was jetzt notwendig ist.

  • Foto: Jan Heidemanns
    International

    Jan Heidemanns

    Tel.: 0651 9777-230
    Fax: 0651 9777-205
    heidemanns@trier.ihk.de


Dieser Text ist vom 08.05.2024 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Die IHK Trier hat im Rahmen einer bundesweiten Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) Mitgliedsunternehmen nach ihrem Auslandsgeschäft gefragt. 65 exportierende Unternehmen aus der Region Trier haben an der Befragung teilgenommen. „Das Ergebnis ist ernüchternd und reiht sich damit ein in den deutschlandweiten Trend einer schwächelnden Exportwirtschaft“, fasst Jan Heidemanns, Leiter International der IHK Trier, zusammen.

Drei Viertel erwarten 2024 keine Besserung
Die aktuelle und auch zukünftige Geschäftssituation in der EU sowie in Drittländern werden zurückhaltend bewertet. Die Mehrheit der befragten Unternehmen (57 Prozent) beurteilten ihr Geschäft in der Eurozone als befriedigend, 18 Prozent gar negativ, und lediglich 25 Prozent gaben eine gute Einschätzung. Leider gehen auch 73 Prozent der Unternehmen von keiner Besserung in diesem Jahr aus.
Die Situation in wichtigen außereuropäischen Auslandsmärkten ist ebenso durchwachsen. Unternehmen klagen in China vorwiegend über eine schlechte Auftragslage und noch teils wirtschaftlichen Spätfolgen der Corona-Pandemie. „Doch trotz der Schwierigkeiten und auch vor dem Hintergrund der Diskussionen rund um das sogenannte De-Risking spricht sich die Mehrheit der Firmen für eine Beibehaltung des China-Geschäfts aus. Lediglich 16 Prozent denken über eine Reduzierung nach“, so Heidemanns.

Handelshemmnisse nehmen zu
Die schwache weltwirtschaftliche Entwicklung sowie die geopolitischen Krisen wirken sich negativ auf die exportierende Wirtschaft aus. Zudem haben 71 Prozent der befragten Unternehmen im Jahr 2023 eine Zunahme von Handelshemmnissen bei ihren internationalen Geschäften festgestellt. Dies waren unter anderem eine Ausweitung an lokalen Zertifizierungsanforderungen, Sanktionen sowie eine intransparente Gesetzgebung.
DIHK-Präsident Peter Adrian stellt fest: „Die Betriebe sind gleich von zwei Seiten getroffen: Im Inland sinkt die Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Energiepreise belasten die Unternehmen zusätzlich. Und dazu kommt noch der zunehmende Protektionismus, der das internationale Geschäft erschwert."

Verstärkte Sicherheitsanforderungen
Die Umfrage hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen auch im internationalen Geschäft vor der Herausforderung einer überbordenden Bürokratie stehen. Diese schlägt sich beispielswiese nieder in umfangreichen Berichtspflichten, der Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sowie der Umsetzung des CO2-Grenzausgleichmechanismus der EU (CBAM).
„Den Unternehmen machen insbesondere lokale Zertifizierungs- und verstärkte Sicherheitsanforderungen zu schaffen", sagt DIHK-Außenwirtschaftsexpertin Melanie Vogelbach. „Das führt zu zusätzlicher Bürokratie und Reibungsverlust im grenzüberschreitenden Handel.“ Auch klagen immer mehr Unternehmen darüber, dass sie den Überblick über komplexe Gesetzgebungen, bürokratische und komplizierte Zollvorschriften und Local-Content-Vorgaben verlieren.

Bürokratieabbau notwendig
„Europäische Unternehmen sind beinahe täglich mit neuen Gesetzen, Berichtspflichten, Auflagen, Formularen und Anträgen konfrontiert. Insbesondere vor dem Hintergrund der schlechten gesamtwirtschaftlichen Ausgangslage wäre Bürokratieabbau dringend geboten, um Unternehmen stärker zu entlasten“, fordert Heidemanns. Melanie Vogelbach ergänzt: „Das globale Umfeld ist schon herausfordernd genug. Wir müssen uns doch nicht noch selbst Steine in Form von zu viel Bürokratie in den Weg legen.“
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bei der DIHK-Umfrage ist das US-Geschäft. Hier erwarten die Unternehmen überwiegend eine Verbesserung ihrer Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten. In allen anderen Weltregionen überwiegen die negativen Aussichten. Diese Divergenz zwischen den Regionen war selten so groß.

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