IHK Trier


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03.02.2020

Region Trier 2030: Innovationskraft stärken – Mitarbeiter qualifizieren

Wirtschaftskammern legen regionalpolitisches Positionspapier vor

Die IHK Trier hat gemeinsam mit der HWK in einem regionalpolitischen Positionspapier zentrale Forderungen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Region Trier formuliert. Die Kammern thematisieren darin zentrale wirtschaftspolitische Handlungsfelder, wie Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Verkehrsinfrastruktur, regionale Kooperation, Handels- und Tourismusentwicklung sowie unternehmensfreundliche Verwaltung. Das Positionspapier „Region Trier 2030: Innovationskraft stärken – Mitarbeiter qualifizieren“ wurde von der IHK- und HWK-Vollversammlung jeweils einstimmig verabschiedet.

Standortattraktivität: Licht und Schatten
Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur wurde angegangen und der Hochmoselübergang jüngst für den Verkehr freigeben, ein stetiger Beschäftigungsaufbau trägt zur Vollbeschäftigung bei und die geringe Exportabhängigkeit der hiesigen Industrie stabilisiert die regionale Konjunktur. Diese Punkte lassen sich auf der Habenseite verbuchen. Gleichzeitig finden viele Unternehmen kaum noch Fachkräfte. Gerade im ländlichen Bereich klaffen immer noch große Lücken im Netz der Breitband- und Mobilfunkversorgung. Die dortige Versorgungsinfrastruktur dünnt zunehmend aus. Die regionale Wirtschaftskraft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem, liegt mehr als zehn Prozent unter dem rheinland-pfälzischen und etwa 16 Prozent unter dem bundesdeutschen Durchschnittswert. Es bleibt also noch viel zu tun, wenn sich Eifel, Mosel und Hunsrück im Wettbewerb der Regionen stärker profilieren wollen.

Fachkräfte sichern
Der regionalen gewerblichen Wirtschaft fehlen nach einer Umfrage von IHK und HWK 5 500 Fachkräfte. Der Arbeitskräftemangel wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen und immer mehr zu einem die Produktion limitierenden Faktor. Der Fachkräftesicherung kommt daher eine zentrale Relevanz zu. Eine nachhaltige Stärkung des erfolgreichen Systems der Dualen Ausbildung ist ebenso notwendig, wie höhere Investitionen in die Sach-, Raum- und Personalausstattung der (Berufs-)Schulen. Es bedarf der zusätzlichen Vermittlung von Digitalisierungskompetenzen und einer erweiterten Berufsorientierung an allen Schulen, mit Fokus auf die Duale Ausbildung.

Digitalisierung und Mobilität stärken
Dem umgehenden, flächendeckenden Ausbau einer zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur, sowohl stationär als auch mobil, kommt für die Stärkung der ländlich geprägten Region Trier eine überragende Bedeutung zu. Die bestehenden Lücken im Internet- und Mobilfunkbereich sind schnellstmöglich zu schließen. Dabei sollte konsequent auf den Ausbau von Glasfaserstrukturen bis hin zum Endabnehmer gesetzt werden. Der neu gegründete Digital Hub sollte zu einem Zentrum der Digitalisierung für die gesamte Region ausgebaut werden. Die hiesigen Akteure sind zudem aufgefordert, sich für den A1-Lückenschluss sowie den Bau der Westumfahrung Trier einzusetzen, um die Erreichbarkeit der Region nachhaltig zu verbessern. Es gilt neue Mobilitätsformen zu erproben, die ÖPNV-Tarifstruktur auf Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur für alternative Antriebe voranzubringen.

Innenstädte zukunftsfest machen
Die Nutzungsvielfalt der Innenstädte nimmt zu; sie werden multifunktionaler. Um diesen Trend aktiv zu gestalten, bedarf es der gemeinsamen Erarbeitung von Innenstadtentwicklungskonzepten und der Erhöhung der innerstädtischen Erlebnisqualität durch eine Aufwertung des öffentlichen Raums. Innerstädte müssen digital auffindbar sein und in Richtung „Smart City“ weiterentwickelt werden. Durch die Verabschiedung innenstadtorientierter Einzelhandelskonzepte, Investitionen in die touristische Infrastruktur sowie eine Optimierung der Organisationsstrukturen im Bereich der Tourismusförderung lassen sich wichtige Impulse für den regionalen Handel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe setzen.

Regionale Kooperation intensivieren
Kurze Wege und direkte Kontakte sind ein Vorteil unserer Region. Diesen Vorteil gilt es durch eine Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit noch stärker zu aktivieren, beispielsweise im Hinblick auf die Nutzung von Synergieeffekten, die regionale Markenbildung oder den Ausweis interkommunaler Gewerbegebiete. Die Verwaltungen sind aufgefordert, Unternehmen als Schlüsselkunden zu behandeln. Ein Wegweiser hierfür ist die IHK-HWK-Checkliste „Wirtschaftsfreundliche Kommune“. Alle Potenziale zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sollten genutzt werden, um Investitionen zu erleichtern.

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