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01.05.2020

Standpunkt von Peter Adrian und Dr. Jan Glockauer


Dieser Text ist vom 01.05.2020 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Corona-Pandemie bleibt eine historische Herausforderung. Umso wichtiger sind daher die Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft. Da ist vieles in der Kürze der Zeit gut gemacht worden. Wir danken Ministerpräsidentin Dreyer und Wirtschaftsminister Dr. Wissing ausdrücklich, dass sie sich Zeit für einen intensiven Austausch mit der Wirtschaft nehmen. Das ist wichtig, denn die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind vielfältig und gravierender als es auf den ersten Blick erscheint. Wir sind nun – auch gemeinsam – dabei, die nötigen Maßnahmen weiter zu verbessern.

Gute Nachrichten gibt es dazu derzeit aus Berlin: Unternehmen sollen in der Corona-Krise durch eine vereinfachte Verlustverrechnung zusätzlich Liquidität erhalten. Absehbare Verluste dürfen mit Steuer-Vorauszahlungen aus dem vergangenen Jahr verrechnet werden, um liquide zu bleiben. Zudem wird die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie auf den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent gesenkt, befristet auf ein Jahr.

Das wichtigste Thema für uns ist jedoch, wie die Wirtschaft ihre Geschäftstätigkeit wieder aufnehmen kann. Denn trotz erster Signale für Öffnungen im Bereich des Einzelhandels fehlt vielen Betrieben weiterhin eine klare Perspektive für ihr Geschäft. Wir brauchen einen konkreten, realitätstauglichen Fahrplan in Richtung Normalität. Das können Politik und Wirtschaft nur gemeinsam erreichen. Dabei sollten wir stärker auf die Kreativität der Unternehmen setzen. Die Betriebe vor Ort machen bereits vielfältige Vorschläge – von vorbeugendem Gesundheitsschutz bis hin zu organisatorischen Punkten wie der Steuerung des Publikumsverkehrs durch Online-Terminvergabe.

Für diejenigen Branchen, die noch über Monate hinaus nicht oder kaum geschäftlich tätig sein können, müssen wir ein zusätzliches Überlebensprogramm entwerfen. Hier brauchen wir eine Antwort auf den solidarischen Geschäftsverzicht: verlorene Zuschüsse, Überbrückungsgelder und Zahlungsmoratorien mit längerer Dauer. Sonst gibt es viele Betriebe womöglich bald nicht mehr – und diesen unverschuldeten Kollateralschaden müssen wir mit allen Mitteln verhindern.

Mit besten Wünschen

Peter Adrian                Jan Glockauer

  • Blickpunkt Wirtschaft

    Ausgabe: Mai 2020

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