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  • 24.07.2014

    „TTIP würde Marktposition der europäischen Weinbranche stärken“

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    Wein & Tourismus

    Albrecht Ehses

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Der Wettbewerb ist hart, die Betreuung der US-amerikanischen Kunden zeitintensiv und teuer, aber dafür kann sich das Geschäft für Weinexporteure wirklich lohnen. Dieses Fazit zog Michael Schemmel vom Deutschen Weininstitut bei seinem Eröffnungsvortrag zum IHK-Seminar „Weinexport in die USA“ in Trier. Die Vereinigten Staaten seien mit 375,2 Millionen Kisten getrunkenem Wein (2013) der größte Weinmarkt der Welt und wiesen weiter Wachstumsraten auf. Vor allem im Preissegment zwischen 10 und 15 Dollar je Flasche biete der Markt viel Potenzial.

Weiter angetrieben werden könne der Weinhandel zwischen den USA und EU-Ländern von einem positiven Abschluss des Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaftsübereinkommens, kurz TTIP, über das derzeit verhandelt wird. Diesen Standpunkt vertrat Dr. Felix Bloch, Assistent des stellvertretenden Generaldirektors für internationale Beziehungen der EU Kommission. Er sieht im Freihandelsabkommen eine große Chance für die Weinbranche – zum einen mit Blick auf den Abbau der Zölle. Derzeit habe die europäische Union einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Exporteuren beispielsweise aus Chile oder Australien, die teilweise zollfreien Handel betreiben. Europäische Weinexporteure hätten dagegen in den vergangenen Jahren im Schnitt 33,6 Millionen Euro an Zöllen für Lieferungen in die USA gezahlt. Auf US-amerikanischer Seite seien 25,8 Millionen Euro fällig geworden.
Bloch
In Anbetracht dieser Summen und der Tatsache, dass die EU siebenmal so viel Wein in die USA exportiere als umgekehrt, „würde die EU durch ein solches Freihandelsabkommen strukturell gewinnen“, sagt Bloch. Und es würde die Marktposition der EU stärken.

Zum anderen erhofft er sich Erleichterungen, was die regulatorischen Unterschiede betrifft, denn diese stellten häufig das größere Problem dar, etwa im Bereich der Etikettierungsvorschriften. Mit dem bereits bestehenden Weinabkommen von 2005 habe man zwar bereits Fortschritte erzielt, aber es bliebe noch viel zu tun.

Aktuell befinde man sich allerdings noch in einer frühen Phase, so dass der Ausgang der Gespräche noch völlig offen sei. Von politischer Seite habe TTIP aber weiterhin Rückenwind, und die Stimmung bei den Gesprächen sei konstruktiv. Das Freihandelsabkommen werde zwar sicher „nicht die Lösung für alles sein“, aber es biete große Chancen für die europäische Weinbranche.  

Wie zahlreich die Vorschriften und Regeln in den verschiedenen US-Bundesstaaten aktuell sind, erklärte im Anschluss Dr. Dirk Richter (Weinhandlung Dr. Richter & Sohn LHG, Mülheim an der Mosel) anhand seiner langjährigen Erfahrungen. Daher müsse man entweder eine Niederlassung in den USA gründen oder das Geschäft in die Hände eines erfahrenen Importeurs legen.

Weitere Themen im Verlauf des Seminartages waren die Vertragsgestaltung im Auslandsgeschäft, die Zollabwicklung, die Registrierung bei der Food and Drug Administration sowie die Produkthaftung und Versicherungsmöglichkeiten.


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