Dieser Text ist vom 04.07.2024 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Der erste Tag im Ausbildungsbetrieb ist ein entscheidender Moment für neue Auszubildende. Ein gut durchdachtes Onboarding kann den Grundstein für eine erfolgreiche und motivierte Ausbildungszeit legen. Betriebe sollten deshalb besonderes Augenmerk auf eine strukturierte und einladende Einführung der neuen Azubis legen.
Hier sind zehn wertvolle Tipps, die dabei helfen können.
Tipp 1: Kontakt halten
Nachdem ein Auszubildender gefunden ist, gilt es, den Kontakt bereits vor dem offiziellen Ausbildungsstart zu intensivieren. Je enger der Kontakt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Azubi abspringt.
Laden Sie Ihre angehenden Azubis zu Veranstaltungen oder Betriebsbesichtigungen ein
Senden Sie frühzeitig alle wichtigen Unterlagen sowie Informationen über das Unternehmen zu.
Geburtstagskarten können eine persönliche Note hinzufügen und die Bindung stärken.
Tipp 2: Bindung aufbauen
Eine enge Bindung zum Unternehmen kann bereits vor der Ausbildung beginnen.
Begrüßungsmappen oder Willkommenspakete sind hilfreiche Mittel.
Sorgen Sie dafür, dass neue Azubis einen Paten zur Seite gestellt bekommen, der bereits vor Ausbildungsstart für Fragen zur Verfügung steht.
Ein erstes Treffen, beispielsweise bei einer Betriebsbesichtigung, kann die Bindung weiter stärken.
Tipp 3: Willkommensatmosphäre schaffen
Der erste Tag ist oft von Nervosität geprägt. Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der sich die neuen Azubis wohlfühlen.
Informieren Sie die Kollegen über die neuen Auszubildenden und sorgen Sie für einen offenen und freundlichen Empfang.
Eine Kennenlernrunde, beispielsweise bei einem gemeinsamen Frühstück, kann die erste Unsicherheit nehmen.
Der Arbeitsplatz und alle benötigten Materialien sollten selbstverständlich vorbereitet sein.
Tipp 4: Azubis integrieren
Die Integration der neuen Azubis beginnt schon beim Vertragsabschluss.
Veranstaltungen wie ein Betriebsfest können dazu beitragen, dass neue Azubis bereits im Vorfeld ins Team integriert werden.
Teambuilding-Maßnahmen wie ein Outdoor-Abenteuer stärken das Teamgefühl weiter.
Die Identifikation mit den Werten des Unternehmens, insbesondere hinsichtlich aktueller Themen wie Nachhaltigkeit, ist ebenfalls wichtig.
Tipp 5: Azubis fit machen
Schulen Sie Ihre neuen Azubis in den für Ihr Unternehmen wichtigen Fähigkeiten wie z.B. Kundentelefonate führen, E-Mails schreiben oder direkter Kundenkontakt.
Kommunikationstrainings oder Business-Knigge-Kurse können hilfreich sein.
Diese Trainings können auch von älteren Azubis geleitet werden, wodurch deren Kompetenzen ebenfalls gestärkt werden.
Tipp 6: Verantwortung übernehmen
Azubis möchten sich als wichtigen Bestandteil des Unternehmens fühlen und zu den Unternehmenszielen beitragen. Geben Sie ihnen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Azubi-Projekte können arbeitsrelevante Themen behandeln oder kreativ sein, wie die Erstellung und Pflege einer Instagram-Seite des Unternehmens.
Dies erhöht die Reichweite des Unternehmens und macht es für junge Menschen attraktiver.
Tipp 7: Perspektiven aufzeigen
Zeigen Sie den Azubis von Anfang an, welche Karrierewege nach der Ausbildung möglich sind.
Geben Sie bereits in der Stellenanzeige an, ob Sie Ihre Azubis im Normalfall übernehmen.
Vermitteln Sie den Bewerbenden Sicherheit, und zeigen Sie konkrete Beispiele von Karrierewegen in Ihrem Unternehmen.
Besprechen Sie während der Ausbildung regelmäßig, welche Perspektiven es gibt und wie Sie die Azubis bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützen können.
Tipp 8: Berichtsheftführung und Ausbildungsplan
In der ersten Ausbildungswoche sollten die Azubis auf die Berichtsheftführung hingewiesen werden, die mittlerweile auch digital möglich ist.
Mit dem Serviceportal Bildung hat die IHK eine bundesweite Plattform geschaffen, die die komfortable Führung eines digitalen Berichtsheftes ermöglicht (Anmeldung unter: https://bildung.ihk.de).
Zudem sollten die Auszubildenden ihren individuellen Ausbildungsplan erhalten und diesem mit dem Berichtsheft mitführen. Diese Dokumente sind zentrale Elemente des Ausbildungsprozesses und helfen den Azubis, ihre Fortschritte und Aufgaben strukturiert zu dokumentieren.
Tipp 9: Azubi-Infocenter nutzen
Weisen Sie die Azubis darauf hin, sich im Azubi-Infocenter zu registrieren. Hier können sie jederzeit ihren Ausbildungsstand einsehen und später Informationen zu ihren Prüfungen abrufen.
Das Azubi-Infocenter bietet viele nützliche Funktionen und erleichtert den Überblick über die gesamte Ausbildungszeit.
Anmeldung unter: https://azubi.gfi.ihk.de/infocenter
Tipp 10: Ausbildungsberater der IHK Trier
Gerade zum Ausbildungsstart stehen die Ausbildungsberater der IHK Trier bei allen Fragen rund um die Ausbildung zur Verfügung.
Weisen Sie die neuen Azubis darauf hin, dass sie bei Bedarf jederzeit die Kontaktdaten der Berater erhalten können. Diese Unterstützung kann helfen, Unsicherheiten zu klären und den Einstieg in die Ausbildung zu erleichtern.
Drei Fragen an Thomas Mersch, Leiter Ausbildungsberatung der IHK Trier
Wie wichtig ist es, bereits vor dem offiziellen Ausbildungsstart den Kontakt zu neuen Auszubildenden zu intensivieren?
Thomas Mersch: Der erste Kontakt ist entscheidend. Je enger er ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Azubi bleibt.
Wie können Unternehmen eine Willkommensatmosphäre schaffen?
Mersch:Der erste Tag ist oft von Nervosität geprägt, daher ist ein gut geplantes und herzliches Onboarding gefragt. Indem Betriebe auf die Bedürfnisse und Erwartungen der neuen Azubis eingehen, schaffen sie eine positive Arbeitsatmosphäre und fördern die langfristige Bindung der Auszubildenden an das Unternehmen.
Wie hilft das gezielte Engagement für ein gutes Onboarding den Unternehmen langfristig für den eigenen Betrieb weiter?
Mersch:Mit einem gelungenen ersten Tag und einer nachhaltigen Einbindung der Azubis investieren Unternehmen in die Zukunft ihrer Fachkräfte und stärken ihre Position im Wettbewerb um talentierte Nachwuchskräfte. Wir als Fachberater der IHK stehen Ausbildern und Auszubildenden gerne zur Verfügung und gehen dabei auch auf die individuelle Situation und Perspektive vor Ort ein.