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  • 01.02.2019

    Ausbildung im Einzelhandel denkt auch online

    Öffentlich wenig bemerkt, hat sich vieles in der Prüfungsordnung geändert

  • Ansprechpartner
    Foto: Christian Reuter
    Ausbildung

    Christian Reuter

    Tel.: (06 51) 97 77-3 50
    Fax: (06 51) 97 77-3 05
    reuter@trier.ihk.de

Es gibt nur sehr wenige Berufe, die bereits seit der Antike existieren und bis heute noch aktuell sind. Die Beziehung zwischen Kunde und Verkäufer gehört nach wie vor zu den Kernkompetenzen der Händler. Waren werden eingekauft, verkauft und über Preise gerne auch mal gestritten. Soweit sind die Anforderungen seit über 3000 Jahren gleichgeblieben. Doch die Rahmenbedingungen haben sich immer wieder gravierend geändert. Mobilität, moderne Warenwirtschaft, Versandhandel, Digitalisierung und aktuell der Internethandel haben einen gravierenden Einfluss auf das Tafelgeschäft im Einzelhandel.
Seit Bestehen der dualen Ausbildung wurden die Berufsprofile daher auch immer wieder angepasst. Die Berufsbezeichnungen sind allerdings über lange Zeit gleich geblieben. Den Verkäufer kennen wir bereits seit 1968 und den Kaufmann im Einzelhandel seit 1987. So ist es auch zu erklären, dass die neueste Änderung der Ausbildungsordnung vom 1. August 2017 öffentlich kaum wahrgenommen wurde. Doch die Veränderungen haben es in sich: Der Onlinehandel wurde als Wahlqualifikation aufgenommen, der Rahmenlehrplan wurde zugunsten des Onlinemarketings angepasst und im Rahmen des Fachgespräches beginnt der Prüfling mit der Darstellung seines Prüfungsfalles.

Vorteile des Handels stationär und online nutzen
Die Wahlqualifikation „Onlinehandel“ macht den Kaufmann im Einzelhandel noch lange nicht zum Onlinehändler. Aber er lernt die Wechselwirkungen zwischen Stationärem- und Onlinehandel kennen und kann die Vorteile beider Vertriebswege aktiv nutzen. Für den reinen Onlinehandel wurde mit dem Kaufmann im E-Commerce zeitgleich (2017) ein völlig neues Berufsbild geschaffen.
Auch die Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel, die keine Wahlqualifikation „Onlinehandel“ gewählt haben, müssen sich mit den Einflüssen des Onlinehandels und der Digitalisierung auseinandersetzen. Das Lernfeld „Mit Marketingkonzepten Kunden gewinnen und binden“ wurde in diesem Zusammenhang um 20 Schulstunden auf 80 Schulstunden erweitert.

Mündliche Prüfung beginnt mit eigenständiger Präsentation
Ausbildung und Prüfung werden handlungsorientiert durchgeführt. In den schriftlichen Prüfungsbereichen haben sich die Bezeichnungen geändert, sodass eine Anrechnung von Prüfungsleistungen von Verkäufer auf Kaufmann im Einzelhandel nur innerhalb eines Verordnungsstandes möglich ist. Verkäufer nach „alter“ Verordnung können allerdings noch bis 2020 auf die „alte“ Verordnung zum Kaufmann im Einzelhandel angerechnet werden.
Der Prüfungsbereich „Fachgespräch in der Wahlqualifikation“ (mündliche Prüfung) hat ebenfalls völlig neue Anforderungen erhalten. Der Prüfling erarbeitet Lösungsvorschläge für eine vom Prüfungsausschuss bereitgestellte Aufgabenstellung in einer Wahlqualifikation und stellt diese zu Beginn des Fachgespräches selbstständig dar. Erst nach der Darstellung des Prüflings wird der Prüfungsausschuss weitere Fragen stellen. Dabei spielen auch die Warenkenntnisse der ausbildungsrelevanten Warengruppe eine wichtige Rolle. Im Vordergrund stehen allerdings die Handlungsprozesse in der Wahlqualifikation.
Die IHK-Prüfungsausschüsse werden auf die Anforderungen vorbereitet und erstellen neue Aufgabestellungen für das Fachgespräch. Damit die Umstellung auf die neue Prüfung gelingt, hat der DIHK eine Umsetzungshilfe erarbeitet.

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