01.01.2012
Der elektronische Hausbutler sorgt für Komfort und Sicherheit
Dieser Text ist vom 01.01.2012 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Eifelwerk H. Stein GmbH & Co. KG in Malbergweich ist innovativer Hidden Champion
Fotos: Thewalt
Wenn IT-Experten über ihre Erfindungen reden, verstehen Laien häufig nicht, worin die besonderen Vorteile einer Innovation liegen. Doch was Hardy Schmidt-Ellinger, Leiter der IT- und Softwareentwicklung beim Eifelwerk, anhand eines eigens für Messezwecke konstruierten Praxisbeispiels präsentiert, ist für jeden Menschen sofort nachvollziehbar, der gern komfortabel wohnt: das kürzlich auf den Markt gebrachte und bereits in mehreren europäischen Ländern sowie in den USA erfolgreich angewandte EW-Hausbutler-System. Mit ihm geht Schmidt-Ellinger derzeit auf „Tournee“ bei Energiespartagen überall in Deutschland, um Bauherren, Architekten und Planer auf eine intelligente Haustechnik der besonderen Art aufmerksam zu machen. Denn die vom Hightech-Team des Eifelwerks entwickelte Automatisierung beispielsweise für die Regulation von Heizung, Rollläden und Garagentoren oder auch der Stromversorgung einzelner Geräte im Haushalt ist anders als die bislang handelsüblichen Versionen – sie ist nach Meinung von Schmidt-Ellinger energieeffizienter, sicherer und universeller einsetzbar.
SYNERGIEN MACHEN BESONDERE INNOVATIONSKRAFT MÖGLICH
Die komplexe Firmenstruktur der Eifelwerk-Gruppe begünstigt das kreative Klima für diese und viele andere Innovationen. Zum Unternehmensgeflecht gehört die Gießerei – einst Keimzelle des Betriebes – mit besonderen Kompetenzen im Magnesiumfeinguss, so dass die Produkte auch in der Luft- und Raumfahrt sowie im Rennsport eingesetzt werden. Eine Schmiede unter anderem für höchst präzise Getriebeteile ist Teil der Gruppe ebenso wie ein breit aufgestellter Elektronikbereich, der eigene Software entwickelt oder darüber hinaus die Kabelkonfektion für die Fahrzeugindustrie leistet – jenes Unternehmenssegment, für das die Eifelwerk-Gruppe in der Region in der Öffentlichkeit am bekanntesten ist – und vieles mehr. Der Bereich Modell- und Werkzeugbau ist mitbeteiligt an der Umsetzung von Prototypen für die industrielle Fertigung, beispielsweise für Handys. Die eigene Forschung und Entwicklung kooperiert zudem mit den Fachhochschulen in Trier und Koblenz, der Wissenstransfer kommt direkt der betrieblichen Praxis zu Gute.
Die Kabelkonfektion für die
Fahrzeugindustrie bleibt auch
weiterhin ein wichtiges
Unternehmenssegment im
Eifelwerk.
MIT DREI GERÄTEN DEN ALLTAG MANAGEN
Das EW-Hausbutlersystem präsentiert sich als Hilfe für alle Lebenslagen. Es kann beispielsweise die Raumtemperatur steuern, einzelne Lampen ein- oder ausschalten oder die Kaffeemaschine so steuern, dass der morgendliche Koffeinweckruf zur gewünschten Zeit in der Tasse dampft, es kann Wassereinbrüche, Wohnungsaufbrüche oder Brände ebenso zuverlässig melden wie gesundheitliche Notfälle pflegebedürftiger Bewohner. Zudem ist es per Feedbackfunktion in der Lage, zwischen einem echtem Alarm, der ein Eingreifen von außen erfordert, und einer belanglosen Störung zu unterscheiden. Selbst eine Vernetzung mit dem örtlichen Bäcker um die Ecke ist auf Wunsch möglich, so dass der pünktlich die frischen Brötchen vor die Tür legt. Dabei sind die Abläufe immer neu und individuell steuerbar, so dass der Nutzer nicht in die Mühlen einer vorgegebenen Programmierung gerät, sondern jede Änderung seines Bedürfnisses wird sofort erhört.
„Möglich ist das, weil es via Webinterface funktioniert“, erläutert Schmidt-Ellinger. „Man kann praktisch zu jeder Zeit und von jedem Ort aus mit dem eigenen Smartphone bis ins Detail vorgeben, was daheim geschehen soll.“ Auch der Sicherheitsaspekt sei umfassend gelöst, betont er. Denn die Programmierung sei spezifisch für das EW-Hausbutlersystem konzipiert und habe nichts mit gängigen Betriebssystemen gemein. „Daher ist es absolut gefeit vor unerlaubten Zugriffen und sogar sicherer als Online-Banking per mobilem Internetzugang“, widerlegt er Bedenken, dass die vom Eifelwerk angebotene webbasierte Haustechnik von Hackern mit krimineller Energie missbraucht werden könnte.
RESSOURCENEFFIZIENZ ALS LEITMOTIV
Nicht nur das Sicherheitsbedürfnis moderner Hauseigentümer wird von der Innovation aus Malbergweich berücksichtigt. Auch der nachhaltige Trend und die mittlerweile vom Gesetzgeber geforderte Notwendigkeit, ressourcenschonende Technologien einzubauen, kommt zur Geltung. Einerseits lässt die extern steuerbare und auf den Celsiusgrad exakte Festlegung der Raumtemperatur zu, dass passgenau nur dann geheizt wird, wenn die Hausbewohner vorgewärmte Räumlichkeiten benötigen. Andererseits verbrauchen die Geräte des Butlersystems selbst weniger Energie als ein normaler Fernseher, der auf Standby geschaltet ist. Der Steuerungscomputer kommt mit seinem Gehäuse aus Magnesiumguss ohne Kühlung und Gebläse aus. Die peripheren Geräte arbeiten mit Solarzellen. „Während ein Computer mit herkömmlicher Bauart etwa 380 Euro Energiekosten pro Jahr verursacht, sind es bei unseren Entwicklungen nur neun Euro“, nennt Hardy Schmidt-Ellinger den finanziellen Vorteil der „green IT“, wie er die Eifelwerk-Produkte charakterisiert.
Hardy Schmidt-Ellinger,
Leiter IT- und Softwareentwicklung beim Eifelwerk in Malbergweich
Leiter IT- und Softwareentwicklung beim Eifelwerk in Malbergweich
So revolutionär die Innovation wirkt, so erklärungsbedürftig ist sie allerdings auch. Daher denkt das Unternehmen trotz einer moderaten Preisgestaltung für das EW-Hausbutlersystem nicht daran, Massenmärkte etwa über Fachdiscounter zu erobern. „Wir werden mit versierten Installateursbetrieben und Energieberatern zusammenarbeiten und haben darüber hinaus eine eigene Gesellschaft für die Beratung und den Vertrieb gegründet, die ein Franchisesystem aufbauen wird“, erläutert der Entwicklungs-Chef die konsequent auf Professionalität ausgerichtete Markteinführungsstrategie.