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Motiv: Flagge China (Foto: Johan - Stock.Adobe.com)
(Foto: Johan - Stock.Adobe.com)
  • 21.09.2026

    Deutschlands Wirtschaft im Wettbewerb mit China

  • Foto: Jan Heidemanns
    International & Wein

    Jan Heidemanns

    Tel.: 0651 9777-230
    heidemanns@trier.ihk.de

Die Industriestandorte Deutschland und Europa stehen derzeit unter großem Druck. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nimmt seit Längerem ab, mit teils existenziellen Folgen für Betriebe und Arbeitsplätze. Viele Ursachen dafür liegen zwar in den hiesigen Standortfaktoren. In Wirtschaft und Politik wird aber auch zunehmend darüber diskutiert, welche Auswirkungen die schnell wachsende Marktmacht Chinas auf unsere Volkswirtschaft hat. Zu dieser laufenden Debatte über mögliche Handelsschutz- und Diversifizierungsmaßnahmen hat die DIHK jetzt eine Sonderumfrage zum Wettbewerb mit China veröffentlicht. Vor allem auch, um die branchenübergreifende Perspektive der gesamten deutschen Wirtschaft in der Diskussion abzubilden.
 
Harter Wettbewerb spürbar
Eine wachsende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber verzeichnen zwei Drittel der antwortenden Unternehmen. Besonders hoch ist die Betroffenheit in der Industrie, wo 83 Prozent der Betriebe von zunehmendem Wettbewerbsdruck berichten. Genau die Hälfte der Unternehmen spürt diesen sogar stark oder sehr stark. Im Handel nehmen 73 Prozent eine wachsende Konkurrenz wahr, während andere Dienstleister, Verkehrs- und Logistikunternehmen mit jeweils rund einem Drittel deutlich seltener betroffen sind. Neben der Branche spielt auch die Art der Geschäftsbeziehung zu China eine Rolle, wie stark der Wettbewerb zum Tragen kommt. Insgesamt spüren diesen Druck sogar 38 Prozent der Unternehmen ohne eigene Geschäftsbeziehungen mit China.
 
Innovation statt Rückzug 
 
Viele Betriebe begegnen der Situation mit konkreten Maßnahmen: 60 Prozent setzen auf Produktinnovation, 50 Prozent auf Kostensenkung, 39 Prozent suchen verstärkt nach neuen Absatzmärkten. 31 Prozent kooperieren mit chinesischen Partnern; bei Betrieben, die Waren und Vorleistungen aus China beziehen, sind es sogar 49 Prozent. Das zeigt: Die Unternehmen nehmen den Wettbewerb an. Ein Rückzug aus ihrem bisherigen Geschäftsfeld kommt für 88 Prozent nicht infrage.
 
Wirtschaft erwartet ein geschlossenes Europa 
Die Mehrheit der Unternehmen wünscht sich europäische Handlungsfähigkeit im Umgang mit der wachsenden Konkurrenz aus China. Außerdem brauche es eine Strategie, die Europa resilienter macht: 67 Prozent der Betriebe sprechen sich für ein gemeinsames außenwirtschaftliches Auftreten der EU aus. 60 Prozent geben an, die EU solle strategische Abhängigkeiten reduzieren, 49 Prozent fordern den Ausschluss chinesischer Unternehmen aus kritischen Infrastrukturprojekten. 
 
Insgesamt befürworten 36 Prozent der Betriebe einen stärker begrenzten Zugang zum EU-Binnenmarkt. Für ausgeprägtere Handelsschutzmaßnahmen sprechen sich 31 Prozent aus. Gleichzeitig sprechen sich 25 Prozent für den Abbau gegenseitiger Handels- und Investitionshürden aus, 18 Prozent für erleichterte Innovationspartnerschaften.
 
Um den Wettbewerbsverzerrungen im Verhältnis zu China entgegenzutreten, sind insgesamt 55 Prozent der Unternehmen für stärkere Maßnahmen der EU – sogar, wenn sie dabei selbst von negativen Konsequenzen betroffen wären. Von den Betrieben, die eine zunehmende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber wahrnehmen, begrüßen das 59 Prozent. Bemerkenswert ist, dass sogar unter den Unternehmen, die keinen direkten Druck durch chinesische Konkurrenz verspüren, 46 Prozent den verstärkten Einsatz handelspolitischer Instrumente für richtig halten.
 
Widerstandsfähigkeit stärken 
Die EU-Institutionen und die Bundesregierung sollten ihre handelspolitische Strategie an die Unternehmensanforderungen anpassen: Es gilt, Europa für ein zunehmend machtbasiertes Welthandelsumfeld zu wappnen. Dafür müssen strategische Abhängigkeiten abgebaut werden, ohne dabei alle Handelspartner zu verprellen und das Welthandelsrecht mutwillig zu zerstören.

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