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  • 01.03.2022

    Fachkräfte aus aller Herren Länder

    Wie die erleichterte Zuwanderung Unternehmen helfen kann

  • Foto: Luisa Marx
    Standortpolitik

    Luisa Marx

    Tel.: (06 51) 97 77-9 10
    Fax: (06 51) 97 77-5 05
    marx@trier.ihk.de


Dieser Text ist vom 01.03.2022 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Rund 400 000 Arbeitskräfte müssen jedes Jahr nach Deutschland zuwandern – allein um die Folgen für den Arbeitsmarkt aufzufangen, wenn die Babyboomer in Rente gehen. So sagen es die Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung voraus. Um im Ausland rasch Personal für rheinland-pfälzische Unternehmen rekrutieren zu können, wurde 2021 die Zentrale Ausländerbehörde in Kaiserslautern gegründet und für das ganze Bundesland mit dem beschleunigten Fachkräfteverfahren betraut. Im Interview berichtet der Leiter Andreas Adelmann, welche Vorteile das aktuelle Verfahren bringt und wie es angelaufen ist.

Was ist neu am beschleunigten Fachkräfteverfahren?

Adelmann: „Wir beraten die Unternehmen und potenziellen Arbeitgeber jetzt direkt. Hat ein Betrieb einen Arbeitnehmer gefunden, schließt unsere Behörde mit diesem Betrieb und dessen Bewerber im Ausland eine Vereinbarung ab, die sämtliche Informationen zu den Verfahrensschritten und Fristen enthält. So konnte das Verfahren wesentlich verkürzt werden. Außerdem sind sämtliche Schritte transparent und planbar. Auf unserer Website finden Interessierte neben einem Online-Assistenten viele Informationen, Kontakte, Leitfäden und Antragsformulare.“
    
Welche Vorteile haben Unternehmen, die sich an Sie wenden?
Adelmann: „Wir begleiten das Fachkräfteverfahren, wenn ein Unternehmen per Eigeninitiative oder durch Vermittler vor Ort bereits eine Arbeitskraft gefunden hat. Dann bieten wir den Unternehmen eine kostenlose Erstberatung, bevor es überhaupt zu einer Vereinbarung kommt. Und wir sind während des Verfahrens auf jeder Stufe der zentrale Ansprechpartner für alle Beteiligten – auch als Mittler zwischen Unternehmen und anderen Behörden. Alle Verfahrensfristen sind festgelegt, sämtliche Behörden müssen sich daran halten. So hat das Unternehmen Planungssicherheit, wann die benötigte Fachkraft einreisen kann. Und es gibt einen zeitlichen Vorteil gegenüber anderen Visumsverfahren. Bei uns dauern dank der festgelegten Fristen die Verfahren derzeit durchschnittlich drei Monate, sofern alle Unterlagen vorliegen. Wir prüfen auch gleich mit, ob die Voraussetzungen für den Familiennachzug gegeben sind.“

Wo ist der Bedarf am dringendsten und wer nutzt Ihr Angebot?
Adelmann: „Die meisten Anträge stammen von Unternehmen in den Bereichen Pflege, Hotellerie und Gastronomie, Transportwesen, Kfz-Branche – vor allem mit Auszubildenden und Fahrern – sowie aus dem Handwerk. Ende Dezember 2021, ein Jahr nach Aufnahme unserer Arbeit, hatten wir 242 Verfahren abgeschlossen, knapp 350 laufen derzeit noch. Fast die Hälfte davon waren Fachkräfte, rund 15 Prozent Akademiker und rund 35 Prozent Auszubildende. Hilfskräfte sind vom beschleunigten Fachkräfteverfahren derzeit ausgeschlossen. Unsere Erfolgsquote ist sehr hoch, bisher hatten wir nur vereinzelt Verfahren, bei denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht zusammengefunden haben.“

Welche Erfahrungen machen Sie mit der Anpassungsqualifizierung?

Adelmann: „Unser weltweit einzigartiges duales Ausbildungssystem macht Vergleichbarkeit schwierig. Deshalb bekommen Fachkräfte in der Regel einen Bescheid der anerkennenden Behörde, der eine teilweise Gleichwertigkeit ihrer Berufsbildung bescheinigt. Das trifft auf mindestens die Hälfte der von uns bearbeiteten Fälle zu. In einigen Branchen werden Qualifizierungsstrukturen aufgebaut, um Wissen und Fertigkeiten anzureichern. Bei Angeboten zur Anpassungsqualifizierung sehen wir noch Nachholbedarf.“

Kontakt: Zentrale Ausländerbehörde Kaiserslautern; www.kaiserslautern.de (Stichwort ZAB), Telefon (06 31) 3 65-13 90, E-Mail:
Fachkraefteeinwanderung.rlp@kaiserslautern.de

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