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15.05.2002

Firma Hahn verbindet Tradition mit Innovation


Dieser Text ist vom 15.05.2002 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Kamine, Kachelöfen, Schornsteine: Seit 50 Jahren arbeitet die Fritz Hahn GmbH getreu der Verpflichtung: „Ihr Haus in besten Händen“

Rauchende Köpfe sind bei den 50 Beschäftigten der Fritz Hahn GmbH keine Seltenheit. Schließlich sind stets neue Ideen gefragt. Mit Rauch kennen sich die Mitarbeiter ohnehin gut aus. Ein Schornstein, der zu viel Energie verpulvert? Kalte Füße an langen Winterabenden? Nicht mit der Firma Hahn: Das Unternehmen mit Standorten in Trier und Polch gilt als gute Adresse, wenn es um Schornsteine, offene Kamine, Kachelöfen, aber auch Zargen, Türen und Tore geht. Eine lohnende Arbeit, denn trotz Krisen am Bau und Konjunktur-Klagen freut sich Geschäftsführer Manfred Hahn über stabile Umsätze und blickt optimistisch in die Zukunft.

Dass Manfred Hahn seit Jahren das Erbe seines Vaters hoch hält und eine florierende Firma führt, damit hat wohl selbst er nicht gerechnet. Denn der heutige Chef der Fritz Hahn GmbH interessierte sich mehr für Geschichte und Deutsch, wollte beide Fächer studieren und sich später als Professor der Lehre widmen.

Wie der Vater, so der Sohn

Doch es kam anders: Manfred Hahn sattelte um und stieg 1974 mit dem Diplom als Kaufmann in der Tasche in das Unternehmen seines Vaters ein. Seit 1992 ist er alleiniger Geschäftsführer. Getreu der Verpflichtung „Ihr Haus in besten Händen“ beschäftigt sich Hahn mit „allem, was raucht. Egal, ob groß oder klein.“

Den Grundstein dazu hatte Vater Fritz gelegt, als er sich mit großen Schornsteinen ins Abenteuer „Einzelunternehmen“ stürzte. Im Krieg als Generalstabsoffizier schwer verwundet verdingte sich Fritz Hahn als 30-Jähriger im Neumagener Weinberg und erneuerte den Kontakt mit dem Chef der Plewa-Werke. Beide kannten sich aus Vorkriegs- und Kriegszeiten. Eine Bekanntschaft mit Folgen, denn der große Schornstein-Hersteller aus der Eifel suchte einen Vertriebspartner. Und fand ihn: Fritz Hahn gründete 1952 in Koblenz seine eigene Firma, vertrieb und baute fortan Plewa-Schornsteine. Bereits 1954 wurde auch in Trier eine Niederlassung eingerichtet, die heute Hauptsitz ist. Plewa war längst zum Synonym für Schornstein geworden, die Nachfrage bundesweit groß. Der erste so genannte dreischalige Schornstein überzeugte am Markt.

Große Pötte für die Base

„Das waren damals richtig große Pötte, die zum Beispiel an die amerikanische Militärbasis gingen“, erinnert sich Manfred Hahn.
Hahns Betrieb wuchs in den Folgejahren stetig, immer wieder ergänzt um neue Geschäftsbereiche: Anfang der 60er Jahre offene Kamine; Mitte der 60er Jahre Schornsteinsanierungen mit flexiblen Schornsteineinsatzrohren; Ende der 60er Bauelemente, Handel und Montage; Mitte der 70er Jahre Kachelöfen.
Abgedeckt wird heute der gesamte Schornsteinbereich, unabhängig davon, welcher Werkstoff gewünscht wird: Ob in Schamotte, Beton Leichtbeton, Edelstahl, Aluminium, Glas oder Kunststoff.

Schornsteine prägen Stadtbild

Eine Vielfalt, die längst sichtbar ist und Stadtbilder prägt. „Die hohen Dinger in Trier sind eigentlich alle von uns. Gutes Beispiel: Die Schornsteine bei den Vereinigten Hospitien“, sagt Hahn. Während sich Lieferung und fachgerechter Einbau von Schornsteinen und Abgasleitungen auf das Vertriebsgebiet Rheinland-Pfalz beschränken, hat die Abteilung Bauelementebau (Türen, Fenster, Zargen) ihr Netz bundesweit ausgelegt. 1997 wurde der Standort Koblenz – nach 45 Jahren – aufgegeben. Doch nur, um mit 20 Mitarbeitern ins Industriegebiet Polch zu ziehen. Dort wie auch im Gebäude in der Eurener Straße in Trier können Kunden die riesige Angebotspalette an Kamin- und Kachelöfen bewundern. Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht allein auf Gemütlichkeit und Wohlbehagen.

Schwester-Firma geht fremd

Manfred Hahn setzt auch auf flexible Problemlösungen für andere Unternehmen, seit 1980 umgesetzt in der Haflex Maschinenbau GmbH. Der Haflex-Steckbrief liest sich so: gleiche Geschäftsführung wie die Hahn GmbH, gleicher Standort, sechs Beschäftigte, komplett anderes Feld. „Unsere Schwesterfirma stellt Rohrwickelmaschinen her und vertreibt sie weltweit“, erklärt Eleonore Kochann, Assistentin des Geschäftsführers und langjährige Mitarbeiterin des Unternehmens. „Unsere Maschinenkunden produzieren flexible Rohre mit geringem Kapitalaufwand und können sich dank überlegener Fertigungstechnik und Rohrqualität schnell am Markt durchsetzen“, ist auf den Internetseiten des Unternehmens nachzulesen. Haflex halte zahlreiche internationale Patente und überzeuge regelmäßig mit Neuentwicklungen.

Bei Schornstein-Leichtbeton-Mantelsteinen setzt die Hahn GmbH seit 1972 auf ein Beteiligungsunternehmen, den Produktionsbetrieb ISOMIT Schornsteinelemente GmbH & Co. KG in Kettig. Hahn ist auch in München präsent, mit einem Schornstein-Handelsunternehmen vertreten. Zählt man alle Unternehmen zusammen, kommt man sogar auf insgesamt 75 Beschäftigte.

Keine Turbulenzen

„1954/55 hatte Hahn einen Umsatz von einer Million Mark, heute liegen wir bei 30 Millionen. Natürlich ist das nur bedingt vergleichbar, ein Bilanzbuchhalter hatte damals einen Lohn von 200 Mark. Aber dennoch“, sagt Manfred Hahn. Vor Turbulenzen sei das Unternehmen bislang verschont geblieben: „Wir haben immer nur das investiert, was wir hatten“, lautet die Hahnsche Philosophie. Düsteren Konjunkturprognosen begegnet der Geschäftsführer mit gesunder Lebenseinstellung: „Wenn es zehn Jahre gut lief, kann man nicht erwarten, dass es ewig so weiter geht.“

Die Hahn GmbH ist groß geworden. Eine Expansion, die sich auch personell manifestiert. Die Beschäftigtenzahl ist der Beweis für gesundes Wachstum. Trotz der „Teamstärke“ ist es dem Chef auch künftig ein Anliegen, seine Beschäftigten alle persönlich zu kennen und ein guter Ausbilder zu sein. Sechs bis acht jungen Leuten gibt er immer eine Chance, Feuer zu fangen für sein Metier. Die Begründung dafür klingt einfach. „Das gehört sich so“ , sagt Manfred Hahn. Ein Verantwortungsbewusstsein, das bei anderen Firmen nicht immer so selbstverständlich ist.

Mit einer guten Mischung aus langjährigem Stammpersonal und gut ausgebildeten Nachwuchskräften geht es mit Optimismus in die Zukunft. Anfang Juni könnte es jedoch sein, dass die Arbeit einen Tag ruht. Denn dann gibt es einen guten Grund, mit dem Chef zu feiern: den 50. Geburtstag der Hahn GmbH.
Ingrid Fusenig

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