01.01.2012
GVZ und Hafen Trier blicken auf eine erfolgreiche Entwicklung
Dieser Text ist vom 01.01.2012 und könnte inhaltlich veraltet sein.
IHK-Verkehrs- und Logistikausschuss diskutiert EU-Änderungen zum Berufszugang
Bei einer Rundfahrt durch den Hafen und das Güterverkehrszentrum (GVZ) Trier informierte Lothar Weis, Geschäftsführer des Zweckverbands und langjähriges Mitglied im Verkehrs- und Logistikausschuss, die Ausschussmitglieder über die Entstehungsgeschichte und erfolgreiche Entwicklung des rund 130 Hektar großen Geländes, das sich zur Logistik-Drehscheibe der Region entwickelt hat. Die trimodale Verknüpfung der Verkehrswege auf so engem Raum sind nach Angaben von Weis einzigartig in Rheinland-Pfalz. Bei einem bundesweiten Ranking der 33 Güterverkehrszentren konnte sich das GVZ den erfreulichen zehnten Platz sichern. Anhand verschiedener Unternehmen im Hafen und GVZ verdeutlichte Weis den Ausschussmitgliedern die breite Palette der heute dort ansässigen Unternehmen und den dringenden Bedarf an zusätzlichen Flächen, da GVZ und Hafen bis auf geringe Restflächen bereits voll belegt sind.
Da im Hafen bereits seit einigen Jahren regelmäßig über eine Million Tonnen an Gütern mit dem Schiff umgeschlagen werden und damit doppelt so viel wie ursprünglich beim Bau des Hafens angenommen, versucht man sich aktuell mit einer Verlängerung der Kai-Anlage wieder etwas Luft zu verschaffen. Bei einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro handelt es sich um die größte Baumaßnahme seit Eröffnung des Hafens vor 46 Jahren. Der Ausbau des Westkais umfasst dabei eine 160 Meter lange Spundwand und eine rund 22 000 qm große Umschlagsfläche, die insbesondere für den Umschlag von Schwerlastgütern geeignet sein soll.
DAS EU-ROAD-PACKAGE – DER VERKEHRSLEITER KOMMT
Im Mittelpunkt der eigentlichen Ausschusssitzung stand der Vortrag von Klaus-Peter Schuster, Geschäftsführer vom Verband des Verkehrsgewerbes Rheinland e.V. Unter dem Titel „Das EU-Roadpackage – Der Verkehrsleiter kommt!“ informierte Schuster über die seit dem 4. Dezember 2011 europaweit geltenden Änderungen beim Markt- und Berufszugang im Güter- und Personenverkehr. Insbesondere der neu eingeführte „Verkehrsleiter“ sorgt bei vielen Verkehrsunternehmen für eine gewisse Verunsicherung. Wie Schuster den Ausschussmitgliedern verdeutlichen konnte, verbirgt sich dahinter allerdings nur ein neuer Begriff für die zur Führung der Güterkraftverkehrsgeschäfte bestellte Person beziehungsweise den Unternehmer selbst, wenn er über den notwendigen Fachkundenachweis verfügt. Der Verkehrsleiter kommt also nicht, er ist schon da, und in der Regel gebe es somit für bestehende Verkehrsunternehmen in Sachen Verkehrsleiter keinen Handlungsbedarf, so Schuster. Lediglich bei Anträgen auf eine EU-Lizenz nach dem 4. Dezember 2011 muss in der Tat ein Verkehrsleiter benannt werden. Ausführlich informierte Schuster die Ausschussmitglieder zudem über die Konsequenzen eines Verstoßes gegen die als „Sieben Todsünden“ bezeichneten schwersten Verstöße, die im Anhang der neuen EU-Berufszugangsverordnung aufgelistet werden. Hier droht nach einer Verurteilung des Verkehrsleiters die Aberkennung der Zuverlässigkeit.
BERICHT AUS DER IHK-ARBEIT
Im Bericht aus der IHK-Arbeit informierte IHK-Mitarbeiter Wilfried Ebel zum Abschluss der Sitzung über aktuelle Verkehrsthemen und Aktivitäten der IHK Trier im Verkehrsbereich. Ein zentraler Punkt war hierbei der Rückblick auf die verkehrspolitischen Aktivitäten der IHK im Nachgang zur Landtagswahl und ein Resümee der mit weiteren Kooperationspartnern durchgeführten Verkehrskonferenz mit dem rheinland-pfälzischen Infrastrukturminister Roger Lewentz. Weitere Themen waren zudem der in den Medien diskutierte Entwurf des Investitionsrahmenplans 2011-2015 und die möglichen Folgen für die Region Trier, die Diskussion der geplanten Sperrung der Ortsdurchfahrt Altrich für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen, die Aufstellung des „Mobilitätskonzepts Trier 2025“, das Regiolinienkonzept 2015 des Zweckverbands SPNV Nord sowie die Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes.
Ich engagiere mich im IHK-Verkehrs- und Logistikausschuss, weil...
"ich mich für ein gutes Straßennetz im Bezirk und besonders in der Eifel einsetzen möchte. Hier sehe ich es als eine große Herausforderung, für den Weiterbau der A 1 Richtung Köln zu kämpfen. Es kann nicht sein, dass der Bund Millionen in den Bau der A 1 investiert und anschließend das Land für eine Lücke von 25 km kein Baurecht beschaffen will. Mir ist wichtig, dass man im Gremium mit gleichgesinnten Partnern diskutieren und einen gesunden Kompromiss erarbeiten kann. Als vorteilhaft empfinde ich, dass man frühzeitig Kenntnisse von anstehenden Projekten bekommt und man sich so eine Meinung bilden kann."
Da im Hafen bereits seit einigen Jahren regelmäßig über eine Million Tonnen an Gütern mit dem Schiff umgeschlagen werden und damit doppelt so viel wie ursprünglich beim Bau des Hafens angenommen, versucht man sich aktuell mit einer Verlängerung der Kai-Anlage wieder etwas Luft zu verschaffen. Bei einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro handelt es sich um die größte Baumaßnahme seit Eröffnung des Hafens vor 46 Jahren. Der Ausbau des Westkais umfasst dabei eine 160 Meter lange Spundwand und eine rund 22 000 qm große Umschlagsfläche, die insbesondere für den Umschlag von Schwerlastgütern geeignet sein soll.
DAS EU-ROAD-PACKAGE – DER VERKEHRSLEITER KOMMT
Im Mittelpunkt der eigentlichen Ausschusssitzung stand der Vortrag von Klaus-Peter Schuster, Geschäftsführer vom Verband des Verkehrsgewerbes Rheinland e.V. Unter dem Titel „Das EU-Roadpackage – Der Verkehrsleiter kommt!“ informierte Schuster über die seit dem 4. Dezember 2011 europaweit geltenden Änderungen beim Markt- und Berufszugang im Güter- und Personenverkehr. Insbesondere der neu eingeführte „Verkehrsleiter“ sorgt bei vielen Verkehrsunternehmen für eine gewisse Verunsicherung. Wie Schuster den Ausschussmitgliedern verdeutlichen konnte, verbirgt sich dahinter allerdings nur ein neuer Begriff für die zur Führung der Güterkraftverkehrsgeschäfte bestellte Person beziehungsweise den Unternehmer selbst, wenn er über den notwendigen Fachkundenachweis verfügt. Der Verkehrsleiter kommt also nicht, er ist schon da, und in der Regel gebe es somit für bestehende Verkehrsunternehmen in Sachen Verkehrsleiter keinen Handlungsbedarf, so Schuster. Lediglich bei Anträgen auf eine EU-Lizenz nach dem 4. Dezember 2011 muss in der Tat ein Verkehrsleiter benannt werden. Ausführlich informierte Schuster die Ausschussmitglieder zudem über die Konsequenzen eines Verstoßes gegen die als „Sieben Todsünden“ bezeichneten schwersten Verstöße, die im Anhang der neuen EU-Berufszugangsverordnung aufgelistet werden. Hier droht nach einer Verurteilung des Verkehrsleiters die Aberkennung der Zuverlässigkeit.
BERICHT AUS DER IHK-ARBEIT
Im Bericht aus der IHK-Arbeit informierte IHK-Mitarbeiter Wilfried Ebel zum Abschluss der Sitzung über aktuelle Verkehrsthemen und Aktivitäten der IHK Trier im Verkehrsbereich. Ein zentraler Punkt war hierbei der Rückblick auf die verkehrspolitischen Aktivitäten der IHK im Nachgang zur Landtagswahl und ein Resümee der mit weiteren Kooperationspartnern durchgeführten Verkehrskonferenz mit dem rheinland-pfälzischen Infrastrukturminister Roger Lewentz. Weitere Themen waren zudem der in den Medien diskutierte Entwurf des Investitionsrahmenplans 2011-2015 und die möglichen Folgen für die Region Trier, die Diskussion der geplanten Sperrung der Ortsdurchfahrt Altrich für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen, die Aufstellung des „Mobilitätskonzepts Trier 2025“, das Regiolinienkonzept 2015 des Zweckverbands SPNV Nord sowie die Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes.
Ich engagiere mich im IHK-Verkehrs- und Logistikausschuss, weil...
Hans Ludwig,
Gesellschafter-Geschäftsführer Spedition Ludwig GmbH, Dreis Brück
"ich so Verkehrspolitik für die Region beeinflussen kann. Wir wollen optimale Anschlüsse, um die Region zu stärken. Gute Verkehrspolitik ist der Schlüssel für Wachstum in der Region. Dies gilt für Land, Wasser und Luft. Ich will mithelfen, die Leistungsbreite unserer mittelständischen Betriebe herauszustellen und ihre Anliegen zur Sprachen bringen. Deshalb ist mir der Dialog zwischen Betrieben, Kammern und Verwaltung wichtig. Ich will die Vielfalt der Betriebe stabilisieren und ausbauen."
"nur wer sich engagiert, kann mitgestalten, und so lassen sich für die Unternehmen positive Rahmenbedingungen gestalten. Einige positive Veränderungen, die umgesetzt werden müssen, ist der Ausbau der Infrastruktur in unserer Region. Hieraus ergeben sich weniger Staus, Minderung von CO2-Abgasen, weniger Lärm und schnellere Erreichbarkeit der Arbeitsplätze. Dies führt für unsere Mitarbeiter und Unternehmen zu einem attraktiven Standort und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Hier gilt es, für jeden einfach ein gutes und schnelles Netzwerk zu bilden, von dem alle Beteiligten profitieren und unsere Region gestärkt wird."
Norbert Klippel,
Geschäftsführer Drive & Fly Luftfahrt GmbH, Föhren
Geschäftsführer Drive & Fly Luftfahrt GmbH, Föhren
Marcus Krüger,
Geschäftsführer Krüger Transporte KG, Schweich
Geschäftsführer Krüger Transporte KG, Schweich
Fragen an Wolfgang Groß-Elsen, Vorsitzender des IHK-Verkehrs- und Logistikausschusses
Welche Möglichkeit sehen Sie, durch den Ausschuss Akzente in der regionalen und landesweiten Verkehrspolitik zu setzen?
Groß-Elsen: Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Zum einen findet im Rahmen der Ausschusssitzungen regelmäßig ein Austausch mit wichtigen Entscheidungsträgern im Verkehrsbereich statt, etwa Vertretern des Verkehrsministeriums oder des Landesbetriebs Mobilität. Zum anderen legen die Beratung und Diskussion im Ausschuss den Grundstein für die Erstellung des IHK-Verkehrsleitbildes, das als inhaltliche Richtschnur die verkehrspolitische Arbeit der IHK Trier bestimmt und die aus Sicht der Wirtschaft zentralen Infrstrukturprojekte benennt. Vor Verabschiedung durch die Vollversammlung kann somit der Ausschuss maßgeblich die Ausrichtung des Verkehrsleitbildes beeinflussen. Ebenso nimmt der Ausschuss durch die Diskussion und Beratung aktueller Entwicklungen und anstehender Gesetzesänderungen im Verkehrsbereich Einfluss auf Aktivitäten und Positionen der IHK.
Welches Verständnis von seiner Rolle hat der Verkehrs- und Logistikausschuss der IHK Trier?
Groß-Elsen: Im Verkehrs- und Logistikaussschuss kommen Unternehmer aus den unterschiedlichsten Bereichen der Verkehrs- und Logistikbranche zusammen. Aus dem Personenverkehr, dem Güterverkehr, der Logistikwirtschaft und der verladenden Wirtschaft. Der Ausschuss versteht sich somit als Sprachrohr des regionalen Verkehrsgewerbes und unterstützt durch seine Arbeit die hauptamtlichen IHK-Mitarbeiter und die IHK-Vollversammlung bei der Positionierung zu verkehrspolitischen Themen. Gleichsam dient der Ausschuss als Plattform zum Informationsaustausch. So werden die Ausschussmitglieder über aktuelle Entwicklungen und langfristige Trends im Verkehrs- und Logistikbereich, anstehende Gesetzesänderungen mit Bezug zur Verkehrsbranche und relevante Projekte und Aktivitäten der IHK informiert.
Welche Themen beschäftigen die Ausschussmitglieder derzeit besonders?
Groß-Elsen: Mehr denn je ist derzeit der weitere Verkehrsinfrastrukturausbau in Rheinland-Pfalz und der Region Trier ein zentrales Thema im Ausschuss. Der Grund für diese Brisanz ist zum einen dem Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung geschuldet, da er für einige vom Ausschuss als wichtig erachtete Verkehrsprojekte, wie der A1 oder der Nord – und Westumfahrung Trier, das vorzeitige Aus bedeuten könnte. Zum anderen der anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrwegeplans, der die Weichen für den weiteren Infrastrukturausbau bis 2025 stellen wird.
Welche Möglichkeit sehen Sie, durch den Ausschuss Akzente in der regionalen und landesweiten Verkehrspolitik zu setzen?
Groß-Elsen: Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Zum einen findet im Rahmen der Ausschusssitzungen regelmäßig ein Austausch mit wichtigen Entscheidungsträgern im Verkehrsbereich statt, etwa Vertretern des Verkehrsministeriums oder des Landesbetriebs Mobilität. Zum anderen legen die Beratung und Diskussion im Ausschuss den Grundstein für die Erstellung des IHK-Verkehrsleitbildes, das als inhaltliche Richtschnur die verkehrspolitische Arbeit der IHK Trier bestimmt und die aus Sicht der Wirtschaft zentralen Infrstrukturprojekte benennt. Vor Verabschiedung durch die Vollversammlung kann somit der Ausschuss maßgeblich die Ausrichtung des Verkehrsleitbildes beeinflussen. Ebenso nimmt der Ausschuss durch die Diskussion und Beratung aktueller Entwicklungen und anstehender Gesetzesänderungen im Verkehrsbereich Einfluss auf Aktivitäten und Positionen der IHK.
Welches Verständnis von seiner Rolle hat der Verkehrs- und Logistikausschuss der IHK Trier?
Welche Themen beschäftigen die Ausschussmitglieder derzeit besonders?
Groß-Elsen: Mehr denn je ist derzeit der weitere Verkehrsinfrastrukturausbau in Rheinland-Pfalz und der Region Trier ein zentrales Thema im Ausschuss. Der Grund für diese Brisanz ist zum einen dem Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung geschuldet, da er für einige vom Ausschuss als wichtig erachtete Verkehrsprojekte, wie der A1 oder der Nord – und Westumfahrung Trier, das vorzeitige Aus bedeuten könnte. Zum anderen der anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrwegeplans, der die Weichen für den weiteren Infrastrukturausbau bis 2025 stellen wird.