IHK Trier


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  • 01.06.2019

    HOGANEXT: Die nächste, bitte!

    Netzwerk für hochwertige Ausbildung in Hotels und Gastronomie steht in den Startlöchern

  • Ansprechpartner
    Foto: Jana Rommelfanger
    Ausbildung

    Jana Rommelfanger

    Tel.: (06 51) 97 77-3 02
    Fax: (06 51) 97 77-3 05
    rommelfanger@trier.ihk.de


Dieser Text ist vom 01.06.2019 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Ein traumhafter Blick auf den Fluss, ein Gemäuer, das Jahrhunderte Geschichte(n) erzählt, und eine hervorragende Küche: Das Hotel Deutschherrenhof in Zeltingen-Rachtig ist ein kleines Paradies an der Mosel. Das wissen auch die Gäste – doch sie finden dort nicht immer Platz. Geschäftsführer Martin Haier muss häufig eine der Terrassen schließen, weil ihm Mitarbeiter fehlen, im Service wie in der Küche. „Die Mosel erlebt gerade einen Boom, aber wir können ihn nicht abdecken“, sagt der Hotelier und blickt wegen des Fachkräftemangels sorgenvoll in die Zukunft.
Um diesen Sorgen den Kampf anzusagen, nutzt er die IHK-Initiative HOGANEXT. Ihr Ziel ist es, die Branche besser aufzustellen und die Qualität der Ausbildung zu steigern, um jungen Menschen mehr Anreize zu bieten und sie für eine Gastro-Ausbildung in der Region Trier zu gewinnen.
Bei der Kick-off-Veranstaltung und den drei Workshops zeigten die Referenten moderne Wege des Azubi-Marketings auf. Zuvor sollte das Unternehmen sein eigenes Konzept überdenken, lautete das Credo. Denn nur, wer einer klaren Linie folge, überzeuge auch potenzielle Mitarbeiter. Daher erhielten die Teilnehmer Werkzeuge an die Hand, um ihrem Markenkern als Grundlage des Ausbildungskonzepts auf den Grund zu gehen.

Als Best-Practise-Beispiel zeigte Ondrej Novotny, wie er im Romantik Hotel Landschloss Fasanerie in Zweibrücken das Ausbildungskonzept „Up+Go!“ etabliert hat. Dazu zählen ein Start-Camp, Trainings, eigene Projekte, die Teilnahme an Meisterschaften und Wettbewerben sowie Praktika und Events. Was es dazu brauche? Begeisterung und Überzeugung,  Durchhaltevermögen, ein klares Ziel vor Augen, ein stabiles Fundament des Projekts und klare Standards.
Unternehmen aller Größen nahmen von diesen Veranstaltungen neue Ideen mit nach Hause. Dazu hat die IHK Seminare für die Auszubildenden selbst organisiert, um sie zu fördern und ihnen weitere Anreize zu bieten. Beispielsweise ein Knigge-Seminar und eine Schulung zu Service-Grundlagen und Beschwerdemanagement.  
„Der Workshop hat uns sehr guten Input gegeben“, sagt Hotelier Haier, der bereits erste Ideen umgesetzt hat: eine feste Azubi-Stunde in der Woche, die sich intensiv einem Thema widmet – Cocktails mixen, Rechnungen schreiben, Englisch lernen. „Wir wollen unsere Mitarbeiter fördern und fordern, so gut es geht, und uns einen guten Namen machen als Ausbildungsbetrieb“, sagt der Chef. Unter seinen 35 Mitarbeitern sind aktuell drei Azubis, davon auch eine junge Frau aus Indonesien, vor deren Leistung er besonders den Hut zieht. Auch lernschwachen Schülern und Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, gibt Haier eine berufliche Chance. Er fordert: „Die Wertschätzung für unseren Beruf muss wieder größer werden. Sonst müssen in den nächsten zehn Jahren 30 bis 40 Prozent der Betriebe schließen.“  

Ulrich Schneider, IHK-Geschäftsführer Ausbildung, sagt: „Die positiven Rückmeldungen der Betriebe zu den bisherigen HOGANEXT-Angeboten zeigen uns, dass sie bereit sind, neue Wege zu gehen.“ Der nächste Baustein ist der Aufbau eines Branchen-Netzwerks. „Damit kommen wir einem Wunsch der Betriebe nach und geben ihnen die Chance, voneinander zu lernen.“ Er lädt daher herzlich zu einem ersten HOGANEXTwerk-Treffen am Montag, 17. Juni 2019, von 9:00 bis 11:00 Uhr in die IHK Trier ein. Dort besprechen die Teilnehmer, wie ein solches Netzwerk gestaltet werden könnte. Schneider: „Möglich wäre auch der Aufbau eines regionalen Ausbildungskonzepts mit gemeinsamen Schulungen und Events sowie einem Erfahrungsaustausch.“ Außerdem weiten die IHK das Projekt nun auf das ganze Bundesland aus, so dass alle rheinland-pfälzischen Betriebe von HOGANEXT profitieren können.  

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