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01.04.2011

Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte


Dieser Text ist vom 01.04.2011 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Modellversuch startet im Herbst – Projektteilnehmer gesucht

Mit Beginn des nächsten Wintersemesters beteiligt sich auch die Fachhochschule Trier an einem bundesweit einzigartigen Modellversuch des Landes zum erleichterten Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte. In enger Kooperation mit IHK und Hwk Trier können im Rahmen des Projektes qualifizierte Absolventen einer dualen Berufsausbildung ohne Wartezeiten fachgebunden studieren.

Mit dem neuen rheinland-pfälzischen Hochschulgesetz ist das Studium ohne Abitur noch einmal deutlich erleichtert worden. Wer eine Ausbildung mit qualifiziertem Ergebnis – mindestens der Note 2,5 – abgeschlossen hat, kann nach zweijähriger beruflicher Tätigkeit jedes Studium an einer Fachhochschule aufnehmen oder fachgebunden an Universitäten studieren. Der Modellversuch geht jetzt noch einen Schritt weiter. Unter wissenschaftlicher Begleitung wird dabei überprüft, ob auf diese zweijährige Berufserfahrung bei einem fachgebundenen Studium verzichtet werden kann.

INGENIEUR-STUDIENGÄNGE STARTEN IM WINTERSEMESTER
Das Pilotprojekt in Trier wird im Winter 2011/12 in ausgewählten Ingenieur-Studiengängen starten und kann bei entsprechender Nachfrage weiter ausgebaut werden. Teilnehmen können zum Beispiel qualifizierte Absolventen einer Ausbildung als Elektroniker oder als Anlagenmechaniker im Bereich Sanitär, Heizung und Klima. Das Angebot richtet sich sowohl an aktuelle Prüflinge als auch an Ausbildungsabsolventen zurückliegender Jahre. Interessenten sollten sich dazu umgehend an die Fachhochschule oder an die beiden Kammern wenden. Sie erhalten dann eine umfassende individuelle Beratung und Hinweise auf Unterstützungsangebote.

Von der Teilnahme an dem Modellversuch verspricht sich die FH Trier eine weitere Stärkung der Attraktivität ihres Hochschulstandortes. „Wir haben mit der Verknüpfung beruflicher Ausbildung und Studium bereits sehr gute Erfahrungen in unseren dualen Studienmodellen gemacht“, so FH-Präsident Professor Dr. Jörg Wallmeier. „Wir brauchen in Zukunft hochqualifizierte Arbeitskräfte zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und können es uns daher nicht leisten, auf die Begabungen junger Menschen zu verzichten. Beruflich Qualifizierte verfügen in der Regel neben einer hohen Motivation über wertvolle Erfahrungen und persönliche Kompetenzen, die für ein erfolgreiches Studium sehr hilfreich sind. Wichtig ist allerdings, dass diese Gruppe von Studienanfängern die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studieren mitbringt.“

WICHTIGES SIGNAL FÜR DIE BILDUNG
Aus der Sicht der Wirtschaftskammern ist gerade dieser Modellversuch ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit beruflicher und allgemeiner Bildung. Diese stärkere Durchlässigkeit, so IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel, sei bundesweit ein zentrales Zukunftsthema. Rheinland-Pfalz übernehme mit dem Modellversuch, der wissenschaftlich begleitet und dessen Teilnehmer gezielt unterstützt werden, erneut eine Vorreiter-Rolle. Für junge Menschen ergebe sich damit eine zusätzliche Karriere-Option für ein erfolgreiches Berufsleben. Gleichzeitig erhöhe sich die Chance für die Unternehmen, qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Dies bestätigt auch Rainer Philipp, Personalleiter des Energieversorgers RWE in Trier. „Wir benötigen qualifizierte Fach- und Führungskräfte auf allen Ebenen. Deshalb fördern wir individuell unsere Nachwuchskräfte – vom Hauptschulabgänger bis zum Akademiker. In diesem neuen Modellversuch sehen wir eine zusätzliche Chance, qualifizierte Auszubildende zu gewinnen und sie bei ihrer weiteren Berufskarriere zu unterstützen.“

Einvernehmen besteht bei den Initiatoren des Trierer Modellversuchs über die Notwendigkeit, Interessenten möglichst frühzeitig und gezielt auf ein Studium vorzubereiten, um die Voraussetzungen für einen guten Einstieg und erfolgreichen Studienverlauf zu verbessern.

Neben der Fachhochschule Trier, die bereits vor Studienbeginn Vorbereitungskurse (zum Beispiel im Bereich Mathematik) und während des Studiums diverse studienbegleitende Tutorien anbietet, wollen sich auch die Berufsbildenden Schulen hier verstärkt engagieren. Michael Müller, Leiter der Berufsbildenden Schule für Gewerbe und Technik in Trier: „Wir bieten von jeher verschiedene Bildungsgänge zur Vorbereitung auf ein Fachhochschulstudium beziehungsweise der Erlangung der Fachhochschulreife an. Dies kann in Teilzeitform ausbildungs- oder berufsbegleitend oder in Vollzeitform nach der Berufsausbildung erfolgen. Einige Module der Teilzeitbildungsgänge können dabei sogar während des Berufsschulunterrichtes absolviert werden.“

VORBEREITUNGSKURS GEPLANT
Für Teilnehmer, die im Herbst in den Modellversuch einsteigen wollen, wird die Berufsbildende Schule in Kooperation mit den Kammern in diesem Jahr einen eigenen Vorbereitungskurs einrichten. Interessenten sollten sich daher umgehend bei der Fachhochschule oder den Kammern melden. Sie werden dann zu einer Informationsveranstaltung mit umfassender individueller Beratung eingeladen.

Hwk-Hauptgeschäftsführer Dr. Manfred Bitter hebt vor allem die langfristige Bedeutung dieser Weichenstellung hervor: „Wer sich zum Beispiel heute nach einem mittleren Bildungsabschluss für eine duale Ausbildung entscheidet, hat exzellente Beschäftigungsaussichten, gute Aufstiegsperspektiven etwa über eine Meisterprüfung und eben auch künftig die weitere Chance auf einen maßgeschneiderten Übergang in ein Studium.“

Interessenten können sich beim Autor melden.


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