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01.03.2026

Konjunkturklima: Anzeichen von Tauwetter


Dieser Text ist vom 01.03.2026 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Hoffnung auf bessere Geschäfte, Beschäftigungsaussichten weiterhin trübe

Das regionale Konjunkturklima hat den Frostbereich verlassen und zeigt erste Anzeichen von Tauwetter. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, in den die Angaben der befragten Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage und den mittelfristigen Geschäftserwartungen gleichgewichtet eingehen, hat sich im Vergleich zur Vorumfrage vom Herbst 2025 um 9 Punkte auf aktuell 103 Zähler verbessert.
Damit hat er den rezessiven Bereich verlassen und bewegt sich in „neutral-stagnativen“ Gefilden, die eine moderate Konjunkturerholung im weiteren Jahresverlauf erhoffen lassen. Insbesondere, da sich die Erwartungskomponente aus dem roten Bereich herausgearbeitet hat. 

Werte liegen noch unter dem Durchschnitt

Die branchenbezogenen Indikatoren weisen folgende Werte auf:

•    Dienstleistungswirtschaft 112
•    Handel 95
•    Industrie 103
•    Gastgewerbe 97.

Im langfristigen Durchschnitt seit 2003, der einige Krisenjahre enthält, lag der Indikator bei 110 Punkten; in den „goldenen“ 2010er-Jahren meist bei 120 und höher. Bis in den nachhaltigen Wachstumsbereich ist es also noch ein recht weiter Weg, vorausgesetzt der Positivtrend setzt sich überhaupt fort. An der IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2026 haben sich 191 regionale Unternehmen mit rund 23.700 Beschäftigten beteiligt.

Geschäftslage wieder mit kleinen Pluszeichen
Sowohl die Einschätzungen der befragten Betriebe zur aktuellen Geschäftslage als auch zu den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich gegenüber der Vorumfrage – allerdings von einem niedrigen Niveau aus – verbessert. Der Saldo aus Positiv- und Negativbewertungen zur aktuellen Geschäftslage ist von +2 auf +5 Prozentpunkte leicht gestiegen (Antwortalternativen: gut = 24 Prozent; befriedigend = 57 Prozent; schlecht = 19 Prozent).
Am zufriedensten mit ihren derzeitigen Geschäften sind die Dienstleistungsunternehmen; umgekehrt verhält es sich im Handel.
Von einem spürbaren Rückgang konjunktureller Skepsis sind die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate geprägt: 18 Prozent der Befragten erwarten bessere, 65 Prozent gleichbleibende und 17 Prozent schlechtere Geschäfte. Damit halten sich Optimisten und Pessimisten in etwa die Waage, während die Fraktion der Zuversichtlichen gegenüber den Skeptikern im Herbst 2025 noch mit einem Anteil von 12 zu 26 Prozent deutlich in der Minderheit war.

Schwache Investitions- und Beschäftigungsaussichten

Obwohl sich die Geschäftserwartungen der regionalen Unternehmen aufgehellt haben, verharren die betrieblichen Investitions- und Beschäftigungspläne im Keller. Lediglich 23 Prozent der Befragten planen im laufenden Jahr ihr Investitionsengagement auszuweiten, während 32 Prozent weniger investieren wollen. Knapp die Hälfte hat vor, das Investitionsvolumen konstant zu halten.
Der entsprechende Saldo aus Positiv- und Negativvoten hat sich gegenüber der Vorumfrage nur marginal von -12 auf -9 Prozentpunkte verbessert. Wenn investiert wird, dann meist in dem Ersatz bestehender Anlagen und Geräte. Nur 17 Prozent der Unternehmen geben als eines ihrer Hauptinvestitionsmotive die Ausweitung der Produktionskapazitäten zu Protokoll.
Eine ähnlich gedrückte Stimmung zeigt sich mit Blick auf die Personalplanungen. Nur 10 Prozent der Betriebe planen 2026 ihre Beschäftigtenzahlen zu erhöhen, während 21 Prozent fürchten, sich unter dem Strich von Mitarbeitern trennen zu müssen. Diese Werte legen nahe, dass der Weg aus dem Konjunkturtal zumindest mittelfristig ein steiniger werden dürfte.

Industriekonjunktur vor dem Wendepunkt?
Zwar haben sich die Geschäftserwartungen in der Industrie gegenüber Herbst 2025 deutlich aufgehellt – der entsprechende Saldo aus Besser- abzüglich Schlechter-Antworten ist sehr deutlich von -18 auf +4 Prozentpunkte gestiegen. Doch andere Indikatoren präsentieren sich allenfalls schwach erholt. So meldet nur ein Viertel der Unternehmen des Produktionssektors steigende, hingegen ein Drittel sinkende Umsätze für 2025.
Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist leicht unterdurchschnittlich und hat sich gegenüber der Vorumfrage sogar etwas verringert. Auch die Bewertung der Auftragsbestände fällt ernüchternd aus: 18 Prozent hoch, 47 Prozent durchschnittlich, 35 Prozent niedrig.
Während sich die Ordereingänge aus dem Ausland im vierten Quartal 2025 stabilisierten, gestaltete sich die Inlandsnachfrage nach Industriegütern abermals rückläufig. Immerhin hat sich der Negativsaldo bei den Exporterwartungen von -30 auf -12 Prozentpunkte verringert, aber auch dies lässt keinen Exportboom erwarten.

Risikofaktoren: Arbeitskosten und Wirtschaftspolitik

Die hohen Arbeitskosten und die aus Unternehmenssicht unzulängliche Wirtschaftspolitik werden von immer mehr Betrieben als zentrale Risikofaktoren für die eigene Betriebskonjunktur identifiziert. Im Fall der Arbeitskosten sind es 65 Prozent, bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen 63 Prozent – und damit jeweils 6 Prozentpunkte mehr als noch im vergangenen Herbst.
Auch der Fachkräftemangel (57 Prozent), der Inlandsabsatz (52 Prozent) und die Energie-/Rohstoffkosten (45 Prozent) bereiten vielen Unternehmern ernsthafte Sorgen. Diese Werte belegen, dass es bereits fünf nach zwölf in Bezug auf die Umsetzung wirtschaftspolitischer Strukturreformen ist.
Ein durch kreditfinanzierte Staatsausgaben und Kalendereffekte allgemein prognostiziertes BIP-Wachstum von real rund einem Prozent für 2026 bleibt weit hinter dem Notwendigen und Möglichen zurück. Die Vorschläge, um die deutsche Volkswirtschaft fit für den internationalen Wettbewerb zu machen, liegen seit Ewigkeiten auf dem Tisch: Bürokratieabbau, Digitalisierung, Verfahrensbeschleunigung, Reform der Sozialsysteme, Senkung der Steuer- und Abgabenlast, um nur die wichtigsten zu nennen.

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