01.10.2005
Luxemburg - starker Partner mit administrativen Hemmnissen
Dieser Text ist vom 01.10.2005 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Luxemburg ist innerhalb Europas eine Ausnahmeerscheinung und setzt Maßstäbe vor allem in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Im europäischen Standortwettbewerb hat sich das Großherzogtum strategisch gut aufgestellt und trumpft zum Beispiel mit einem investitionsfreundlichen Steuerrecht auf. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gilt Luxemburg als eines der reichsten Länder der Welt. Die Prognose von rund 3,5 Prozent Realwachstum für 2005 ist in Europa weiterhin überdurchschnittlich. Gleiches gilt für Infrastruktur, Mehrsprachigkeit und die kulturellen Angebote.
Für die Region Trier und die gesamte Großregion ist Luxemburg daher nicht nur ein starker Partner und ein attraktiver Markt, sondern auch ein Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung. Rund 15 000 Grenzgänger aus unserer Region gehen einer Beschäftigung in Luxemburg nach. Die Unternehmenslandschaft der Region Trier profitiert von der stabilen Kaufkraft jenseits der Mosel und Sauer. Die attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die räumliche und sprachliche Nähe sowie die Sprungbrettmöglichkeit zu den anderen Märkten der Großregion, Frankreich und Belgien machen das Großherzogtum zu einem beliebten Absatzmarkt und Investitionsstandort für die regionale Wirtschaft.
Vor den Marktzugang hat Luxemburg jedoch im Dienstleistungsverkehr so manche administrative Hürde gesetzt. So benötigen beispielsweise Unternehmen aus dem EU-Ausland für die Durchführung von Bau- und industriellen Montagearbeiten eine schriftliche Erlaubnis des zuständigen Ministers und unterliegen einem aufwendigen entsenderechtlichen Meldeverfahren. Derartige Berufsausübungsregeln, Anzeige- und Informationspflichten behindern unternehmerische Aktivitäten und könnten dazu führen, Märkte abzuschotten. Sicher ist das europäische Binnenmarktkonzept in der Großregion bereits in vielen Feldern erfolgreich umgesetzt worden. Jedoch müssen alle Regionen und auch Luxemburg weiterhin daran arbeiten, im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr administrative Verfahren zu vereinfachen, gegebenenfalls zu harmonisieren und Hemmnisse abzubauen.
Neben der besonderen Zusammenarbeit unserer IHK mit der Chambre de Commerce du Grand Duché de Luxembourg setzen wir uns mit den anderen IHKs in der Großregion für den Abbau von Marktbarrieren ein und kooperieren hierbei mit dem SOLVIT- und EURES-Netzwerk der EU. Im Rahmen ihres Vorsitzes des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion startet unsere IHK gemeinsam mit den IHKs und HWKs sowie den Arbeitnehmervertretungen der Großregion erstmalig eine konzertierte Aktion mit dem Ziel, konkret administrative Hemmnisse von insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zu ermitteln und abzubauen. Dies ist unerlässlich für die Weiterentwicklung des Standortes Saar-Lor-Lux. Denn erst durch den Wegfall fehlerhafter Anwendungen von Binnenmarktregeln und zu umfangreicher Regulierungen können die Markt- und Wettbewerbspotenziale unserer Großregion voll zur Geltung kommen – zum Wohle von uns allen.
Wolfgang Natus
Für die Region Trier und die gesamte Großregion ist Luxemburg daher nicht nur ein starker Partner und ein attraktiver Markt, sondern auch ein Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung. Rund 15 000 Grenzgänger aus unserer Region gehen einer Beschäftigung in Luxemburg nach. Die Unternehmenslandschaft der Region Trier profitiert von der stabilen Kaufkraft jenseits der Mosel und Sauer. Die attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die räumliche und sprachliche Nähe sowie die Sprungbrettmöglichkeit zu den anderen Märkten der Großregion, Frankreich und Belgien machen das Großherzogtum zu einem beliebten Absatzmarkt und Investitionsstandort für die regionale Wirtschaft.
Vor den Marktzugang hat Luxemburg jedoch im Dienstleistungsverkehr so manche administrative Hürde gesetzt. So benötigen beispielsweise Unternehmen aus dem EU-Ausland für die Durchführung von Bau- und industriellen Montagearbeiten eine schriftliche Erlaubnis des zuständigen Ministers und unterliegen einem aufwendigen entsenderechtlichen Meldeverfahren. Derartige Berufsausübungsregeln, Anzeige- und Informationspflichten behindern unternehmerische Aktivitäten und könnten dazu führen, Märkte abzuschotten. Sicher ist das europäische Binnenmarktkonzept in der Großregion bereits in vielen Feldern erfolgreich umgesetzt worden. Jedoch müssen alle Regionen und auch Luxemburg weiterhin daran arbeiten, im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr administrative Verfahren zu vereinfachen, gegebenenfalls zu harmonisieren und Hemmnisse abzubauen.
Neben der besonderen Zusammenarbeit unserer IHK mit der Chambre de Commerce du Grand Duché de Luxembourg setzen wir uns mit den anderen IHKs in der Großregion für den Abbau von Marktbarrieren ein und kooperieren hierbei mit dem SOLVIT- und EURES-Netzwerk der EU. Im Rahmen ihres Vorsitzes des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion startet unsere IHK gemeinsam mit den IHKs und HWKs sowie den Arbeitnehmervertretungen der Großregion erstmalig eine konzertierte Aktion mit dem Ziel, konkret administrative Hemmnisse von insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zu ermitteln und abzubauen. Dies ist unerlässlich für die Weiterentwicklung des Standortes Saar-Lor-Lux. Denn erst durch den Wegfall fehlerhafter Anwendungen von Binnenmarktregeln und zu umfangreicher Regulierungen können die Markt- und Wettbewerbspotenziale unserer Großregion voll zur Geltung kommen – zum Wohle von uns allen.
Wolfgang Natus