13.09.2002
Mit Linux an den Start
Dieser Text ist vom 13.09.2002 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Die Kamtec GmbH liefert IT-Komplettlösungen
Eine kleine Start-up-Firma im Technologie- und
Gründerzentrum (TGZ) Nerdlen-Kradenbach ist seit einem Jahr mit
nach Kundenbedarf zugeschnittener Software auf dem Markt. Vor
allem mit Linux-Produkten und Sicherheitschecks an der
Schnittstelle von Intra- und Internet wollen sich die
Existenzgründer etablieren.
Wer die Kamtec GmbH im TGZ mitten in der Eifeler Waldidylle sucht, wird mit einer verwirrenden Logovielfalt konfrontiert. Denn auf dem Schild, das den Weg in die Büroräume der vor einem Jahr gegründeten Firma weist, findet man auch die Namen LSK, ETAB und EnTec. Die in Remich beheimatete EnTec Group SA hat selbst kein operatives Geschäft, sondern sie ist eine Holding für eigenständige Gesellschaften, die weltweit Industrieanlagen für verschiedene Bereiche planen, liefern und bauen. Kraftwerks- oder Müllverbrennungsanlagen, Raffinierien, Klimatechnik oder Wasseraufbereitung gehören zu den Projekten, die von der EnTec akquiriert werden und die sie betreut.
Das operative Geschäft der Holding besorgen die ETAB Engineering GmbH im Bereich Elektrotechnik und Prozessautomation, die LSK Technik S.a.r.l in den Sektoren Anlagen- und Rohrleitungsbau, Engineering und Schweißtechnik, in Jordanien die EnTec Aqaba LLC mit Technik und Consulting, die SRM Company mit Solartechnik – und eben die Kamtec GmbH in den Bereichen IT-Betriebssysteme und Netzwerktechnik.
Weltweite Aktivitäten
Für diesen Firmenverbund hat die Kamtec intern EDV-Komplettlösungen entwickelt und sich dadurch auch im Nahen Osten einen internationalen Marktzugang eröffnet. Die LSK, Schwester in der Holding, wird in absehbarer Zeit eine selbstständige deutsche Betriebsstätte am Standort Nerdlen-Kradenbach eröffnen und das Potenzial der Synergie-Effekte, die im TGZ sowieso gegeben sind, noch erweitern. Doch das gewünschte Wachstum, erklärt Kamtec-Geschäftsführer Karsten Keller, solle „step by step“ und behutsam angegangen werden: „Wir wollen uns möglichst unabhängig von Banken und der Einflussnahme Dritter entwickeln.“
Die Eifel sei für die Kamtec ein Standortplus, erst recht nach Fertigstellung der A 1. Die derzeit meisten Auftraggeber sitzen im Saarland, in der Pfalz und am Niederrhein, es sind Steuerbüros, Großhändler und kommunale Einrichtungen, Franchising-Firmen und Brauereien. So ist das TGZ auf der grünen Wiese bei Daun zentral gelegen. Zudem gehört die Verbandsgemeinde Daun mittlerweile auch zu den Kamtec-Kunden.
Gute Kontakte in die Region hinein sind durch gezieltes Sponsoring initiiert worden: „Wir haben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium einen Beamer gespendet, und wir führen dort Computerschulungen durch“, erklärt Ko-Geschäftsleiter Stefan Lanser, selbst gebürtiger Ulmener. Denn die Softwarelösungen der Kamtec sind nicht nur für exotische Großkunden oder die Industrie der Ballungsräume geeignet, sondern ebenso gut für kommunale Einrichtungen. Zum Beispiel wurde für die VG Daun eine Software entwickelt, mit der die Daten von Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr, zu Deutsch Parksünder, wie schon in Großstädten üblich direkt per EDV eingegeben und bearbeitet werden können.
Wichtig sei in jedem Fall, betont Stefan Lanser, dass eine enge individuelle und vertrauensvolle Kundenbeziehung entsteht. Die ist gemäß der Kamtec-Firmenphilosophie „Transparenz in allen Bereichen“ nicht schon erfüllt, wenn die Lieferung und Installation von Hard- und Software erledigt ist. Sondern eine bedarfsgerechte und im Notfall prompte Betreuung gehöre unbedingt zum Service. Der ist auch notwendig, wenn etwa eigens für einen bestimmten Zweck eingerichtete Datenbanken und Wirtschaftssysteme gepflegt werden müssen. Zudem ist nach Kenntnis von Keller das Angebot an Linux-Software und entsprechenden Schulungen auf dem sonstigen regionalen Markt so gut wie nicht vorhanden. Linux gilt in Insiderkreisen als in wichtigen Aspekten sicherer als der große Konkurrent Microsoft und wird zum Beispiel im Projekt „ Unser Dorf geht online“ des Kreises Bitburg-Prüm angewandt. „Wir sind mit den dortigen Verantwortlichen im Gespräch“, erläutert Lanser, „die Kamtec ist daran interessiert, in dem Bereich weitere Schulungen anzubieten.“
Schulungen für den regionalen Markt
Die Kamtec kann dank eines „sehr schlanken Overheads“ günstig kalkulieren. Das ist nach Ansicht von Lanser und Keller ein wesentliches Plus für den Kunden. Zum Beispiel wird keine eigene Buchhaltungsabteilung aufgebaut, sondern die wird komplett an eine unabhängige Consulting-Firma ausgelagert. Ein weiteres Argument für Kamtec sei – neben der schon erwähnten großen Produktsicherheit der Linux-Linie – das Entgegenkommen in Sachen Vorleistungen: „Wir erstellen für unsere Kunden nach Wunsch kostenfrei einen Dummy, der zwar noch nicht hundertprozentig so funktionsfähig ist, wie es die Endsoftware sein wird, aber an dem kann man alle wichtigen Details absehen und testen. Bis dahin fließt an uns kein Cent.“
Die Qualifikation der Firma mache sich vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt. So dient auch ein gewachsener Kontakt etwa zur Hochschule in Kaiserslautern dazu, die entsprechend guten Mitarbeiter heranzuziehen, die mit der Entwicklung von Softwarelösungen betraut werden. „Kamtec wird stark expandieren, vor allem mit hoch qualifizierten Freiberuflern, die wir persönlich direkt an den Unis akquirieren“ , lauten Lansers und Kellers Pläne für die nächste Zeit, denn die Kamtec stellt sich darauf ein, dass auch viele kleinere und mittlere Betriebe der Region Bedarf an neuer und individuell zugeschnittener Software haben werden.
Angelika Koch
Wer die Kamtec GmbH im TGZ mitten in der Eifeler Waldidylle sucht, wird mit einer verwirrenden Logovielfalt konfrontiert. Denn auf dem Schild, das den Weg in die Büroräume der vor einem Jahr gegründeten Firma weist, findet man auch die Namen LSK, ETAB und EnTec. Die in Remich beheimatete EnTec Group SA hat selbst kein operatives Geschäft, sondern sie ist eine Holding für eigenständige Gesellschaften, die weltweit Industrieanlagen für verschiedene Bereiche planen, liefern und bauen. Kraftwerks- oder Müllverbrennungsanlagen, Raffinierien, Klimatechnik oder Wasseraufbereitung gehören zu den Projekten, die von der EnTec akquiriert werden und die sie betreut.
Das operative Geschäft der Holding besorgen die ETAB Engineering GmbH im Bereich Elektrotechnik und Prozessautomation, die LSK Technik S.a.r.l in den Sektoren Anlagen- und Rohrleitungsbau, Engineering und Schweißtechnik, in Jordanien die EnTec Aqaba LLC mit Technik und Consulting, die SRM Company mit Solartechnik – und eben die Kamtec GmbH in den Bereichen IT-Betriebssysteme und Netzwerktechnik.
Weltweite Aktivitäten
Für diesen Firmenverbund hat die Kamtec intern EDV-Komplettlösungen entwickelt und sich dadurch auch im Nahen Osten einen internationalen Marktzugang eröffnet. Die LSK, Schwester in der Holding, wird in absehbarer Zeit eine selbstständige deutsche Betriebsstätte am Standort Nerdlen-Kradenbach eröffnen und das Potenzial der Synergie-Effekte, die im TGZ sowieso gegeben sind, noch erweitern. Doch das gewünschte Wachstum, erklärt Kamtec-Geschäftsführer Karsten Keller, solle „step by step“ und behutsam angegangen werden: „Wir wollen uns möglichst unabhängig von Banken und der Einflussnahme Dritter entwickeln.“
Die Eifel sei für die Kamtec ein Standortplus, erst recht nach Fertigstellung der A 1. Die derzeit meisten Auftraggeber sitzen im Saarland, in der Pfalz und am Niederrhein, es sind Steuerbüros, Großhändler und kommunale Einrichtungen, Franchising-Firmen und Brauereien. So ist das TGZ auf der grünen Wiese bei Daun zentral gelegen. Zudem gehört die Verbandsgemeinde Daun mittlerweile auch zu den Kamtec-Kunden.
Gute Kontakte in die Region hinein sind durch gezieltes Sponsoring initiiert worden: „Wir haben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium einen Beamer gespendet, und wir führen dort Computerschulungen durch“, erklärt Ko-Geschäftsleiter Stefan Lanser, selbst gebürtiger Ulmener. Denn die Softwarelösungen der Kamtec sind nicht nur für exotische Großkunden oder die Industrie der Ballungsräume geeignet, sondern ebenso gut für kommunale Einrichtungen. Zum Beispiel wurde für die VG Daun eine Software entwickelt, mit der die Daten von Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr, zu Deutsch Parksünder, wie schon in Großstädten üblich direkt per EDV eingegeben und bearbeitet werden können.
Wichtig sei in jedem Fall, betont Stefan Lanser, dass eine enge individuelle und vertrauensvolle Kundenbeziehung entsteht. Die ist gemäß der Kamtec-Firmenphilosophie „Transparenz in allen Bereichen“ nicht schon erfüllt, wenn die Lieferung und Installation von Hard- und Software erledigt ist. Sondern eine bedarfsgerechte und im Notfall prompte Betreuung gehöre unbedingt zum Service. Der ist auch notwendig, wenn etwa eigens für einen bestimmten Zweck eingerichtete Datenbanken und Wirtschaftssysteme gepflegt werden müssen. Zudem ist nach Kenntnis von Keller das Angebot an Linux-Software und entsprechenden Schulungen auf dem sonstigen regionalen Markt so gut wie nicht vorhanden. Linux gilt in Insiderkreisen als in wichtigen Aspekten sicherer als der große Konkurrent Microsoft und wird zum Beispiel im Projekt „ Unser Dorf geht online“ des Kreises Bitburg-Prüm angewandt. „Wir sind mit den dortigen Verantwortlichen im Gespräch“, erläutert Lanser, „die Kamtec ist daran interessiert, in dem Bereich weitere Schulungen anzubieten.“
Schulungen für den regionalen Markt
Die Kamtec kann dank eines „sehr schlanken Overheads“ günstig kalkulieren. Das ist nach Ansicht von Lanser und Keller ein wesentliches Plus für den Kunden. Zum Beispiel wird keine eigene Buchhaltungsabteilung aufgebaut, sondern die wird komplett an eine unabhängige Consulting-Firma ausgelagert. Ein weiteres Argument für Kamtec sei – neben der schon erwähnten großen Produktsicherheit der Linux-Linie – das Entgegenkommen in Sachen Vorleistungen: „Wir erstellen für unsere Kunden nach Wunsch kostenfrei einen Dummy, der zwar noch nicht hundertprozentig so funktionsfähig ist, wie es die Endsoftware sein wird, aber an dem kann man alle wichtigen Details absehen und testen. Bis dahin fließt an uns kein Cent.“
Die Qualifikation der Firma mache sich vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt. So dient auch ein gewachsener Kontakt etwa zur Hochschule in Kaiserslautern dazu, die entsprechend guten Mitarbeiter heranzuziehen, die mit der Entwicklung von Softwarelösungen betraut werden. „Kamtec wird stark expandieren, vor allem mit hoch qualifizierten Freiberuflern, die wir persönlich direkt an den Unis akquirieren“ , lauten Lansers und Kellers Pläne für die nächste Zeit, denn die Kamtec stellt sich darauf ein, dass auch viele kleinere und mittlere Betriebe der Region Bedarf an neuer und individuell zugeschnittener Software haben werden.
Angelika Koch