01.04.2012
Networking in der Logistik
Dieser Text ist vom 01.04.2012 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Milch-Union Hocheifel eG (MUH) und suki.international GmbH schaffen Synergien mit Kooperation
Ressourcenschutz und die Verringerung von Schadstoffemissionen sind Motive, die längst nicht mehr als „alternativ“ gelten. Vielmehr entdecken die Unternehmen, dass sich eine Reduzierung von Umweltbelastungen auch rechnerisch positiv auswirkt.
Das Weniger an Kraftstoffverbrauch etwa bei Transportkosten erfordert ein Mehr an Networking und intelligenter Zusammenarbeit. Die MUH mit Sitz in Pronsfeld bei Prüm und die Suki, rund 40 Kilometer von Pronsfeld entfernt in Landscheid zwischen Wittlich und Bitburg ansässig, machen es für die Region Trier vor: Eine Transport- und Logistikkooperation zahlt sich aus. Arno Kuhl, seit rund einem Jahr Logistikchef der MUH, war zuvor bei der Firma Leifheit für die Koordination der Warenströme zuständig und kannte aus dieser Zeit bereits den Eifeler Systemlieferanten für Handwerkzeuge, Kleineisenteile und andere verwandte Sortimente. Während Suki beispielsweise aus Fernost via Antwerpen mit diesen Produkten bestückte Container erhält, gehen mit H-Milch befüllte Container von der MUH aus ebenfalls via Antwerpen auf die Reise, nicht selten nach Fernost.
LOGISTIK-KARUSSELL BRAUCHT VIEL FLEXIBILITÄT
„Beide Transporte brachten in jeweils eine Richtung Container-Leerfahrten nach oder von Antwerpen mit sich, welche unsinnige Kosten, unsinnigen Energieverbrauch und unsinnige Emissionen verursachten“, schildert Kuhl die Ausgangslage bis vor einem halben Jahr, als die Unternehmen logistisch noch nicht miteinander verbunden waren. Jedes Unternehmen musste pro Transport eine rund 150 Kilometer lange Strecke bezahlen, auch wenn die Container keine Fracht beinhalteten, und das bei Kosten von durchschnittlich 1,20 Euro pro Kilometer, Tendenz stetig steigend. Der ökonomische Sinn der Logistikkooperation erschließt sich dabei sofort. Vor allem, wenn in die Rechnung einbezogen wird, dass beispielsweise die MUH im vergangenen Jahr allein 1 500 Container versandte und davon ausgeht, den Exportanteil nach Übersee deutlich zu erhöhen, wenn der neue Milchpulverturm ab 2013 noch größere Kapazitäten eröffnet.
Doch eine reibungslose Zusammenarbeit funktioniert nicht ohne bestimmte Voraussetzungen. „Zum einen dürfen bei der Containeranlieferung keine Staus und Verzögerungen entstehen, denn unsere Verladung erfolgt kontinuierlich“, schildert Kuhl eine Bedingung. „Solch ein Fluss ist zwischen Pronsfeld und Landscheid sogar leichter zu bewerkstelligen als zwischen Antwerpen und Pronsfeld.“ Auch müssen die Container, welche die beteiligten Firmen benutzen, dieselbe Größenklasse aufweisen. Suki und MUH benutzen 20-Fuß-Container von sechs Metern Länge. Problematischer sei es hingegen, wenn die Transporte asynchron geschehen müssen: „Die Fahrten können nicht immer paarig organisiert werden, also ist es sinnvoll, ein Depot als Puffer zwischenzuschalten.“
"SPINNE IM TRANSPORTNETZ"
Gedacht wird da an den Binnenhafen in Lüttich, der für die MUH und Suki auf dem kürzesten Weg nach Antwerpen liegt. Von und nach dort geht die Reise von Milch und Kleineisenteilen bereits jetzt per Lkw, so mit der im Landkreis Vulkaneifel ansässigen Spedition Hans Ludwig. Sie übernimmt den Containertransport zwischen den Unternehmen in der Eifel. Doch die Koordination und Feinabstimmung des durchaus komplexen Verfahrens liegt nicht allein in den Händen der Eifeler Unternehmen. Die Brelog GmbH, ein auf globale Logistiklösungen spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Bremen, ist mit an Bord. Der Geschäftsführende Gesellschafter Franz Determann erläutert: „Für uns beginnt die Arbeit für den Import bereits beim Produzenten in Asien, um die Transportvolumina nach Europa zu bündeln, und sie hört erst auf, wenn die Exportlieferung beim Endkunden angekommen ist. Wir erschließen für unsere Auftraggeber die günstigsten Transportwege mit verschiedenen Modulen, also generell auch über die Schiene und Straße, aber vor allem See- und Binnenschifffahrt.“ Mit der globalen Ausrichtung und der Einbeziehung sämtlicher möglicher Logistikkanäle sei es möglich, ganze Transportzirkel ökonomisch und ökologisch zu optimieren. „Wir schaffen übergeordnete Netzwerke und wir verbinden die Fäden dieser Netze wie eine ‚Spinne’.“ Das in der Eifel umgesetzte Modell ist für die Brelog ein wichtiges in Deutschland, wenn auch nicht das einzige. „In Bayern haben wir etwas Vergleichbares.“
Die Kooperation habe sich bewährt – sagt auch Jürgen Juchems, Logistikleiter bei der Suki und Geschäftsführer des Tochterunternehmens Facido GmbH, das Logistikdienstleistungen für Dritte anbietet. Das Landscheider Unternehmen nimmt pro Jahr rund 1 000 Container aus Asien in Empfang, etwa zwanzig pro Woche; hinzu kommen bis zu 600 Container im Segment der Facido. „Wir suchen für die Allianz weitere Unternehmen in der Großregion, die von ihrem Portfolio geeignet sind, am Netzwerk teilzunehmen.“ Denn eines sei klar: Je mehr Teilnehmer die Logistikkooperation hat, desto leichter fällt es organisatorisch, die genannten zeitlichen „Unpaarigkeiten“ beim Bedarf an Containern auszugleichen. Auch die Kosten werden gesenkt: „Containertransporte sind ein Volumengeschäft, denn pro Schiff werden etwa 16 000 Container verfrachtet. Diese Container gehören den Reedereien“, erläutert Juchems. „Wenn es gelingt, die Volumina zu bündeln, dann wirkt sich für uns die Masse positiv auf die Verhandlung mit den Reedereien aus.“ Voraussetzung sei, dass sich die am Netzwerk teilnehmenden Firmen auf einen Reeder einigen. Bei der Suki mache der Einsparungseffekt zwischen fünf und zehn Prozent der gesamten Transportkosten aus. Ökonomischer und ökologischer Nutzen gehen Hand in Hand.
Unternehmen, die an der Netzwerk-Partizipation interessiert sind, können sich direkt an Jürgen Juchems wenden: Facido GmbH, Telefon: (0 65 75) 71-410, www.facido.com.
Das Weniger an Kraftstoffverbrauch etwa bei Transportkosten erfordert ein Mehr an Networking und intelligenter Zusammenarbeit. Die MUH mit Sitz in Pronsfeld bei Prüm und die Suki, rund 40 Kilometer von Pronsfeld entfernt in Landscheid zwischen Wittlich und Bitburg ansässig, machen es für die Region Trier vor: Eine Transport- und Logistikkooperation zahlt sich aus. Arno Kuhl, seit rund einem Jahr Logistikchef der MUH, war zuvor bei der Firma Leifheit für die Koordination der Warenströme zuständig und kannte aus dieser Zeit bereits den Eifeler Systemlieferanten für Handwerkzeuge, Kleineisenteile und andere verwandte Sortimente. Während Suki beispielsweise aus Fernost via Antwerpen mit diesen Produkten bestückte Container erhält, gehen mit H-Milch befüllte Container von der MUH aus ebenfalls via Antwerpen auf die Reise, nicht selten nach Fernost.
LOGISTIK-KARUSSELL BRAUCHT VIEL FLEXIBILITÄT
„Beide Transporte brachten in jeweils eine Richtung Container-Leerfahrten nach oder von Antwerpen mit sich, welche unsinnige Kosten, unsinnigen Energieverbrauch und unsinnige Emissionen verursachten“, schildert Kuhl die Ausgangslage bis vor einem halben Jahr, als die Unternehmen logistisch noch nicht miteinander verbunden waren. Jedes Unternehmen musste pro Transport eine rund 150 Kilometer lange Strecke bezahlen, auch wenn die Container keine Fracht beinhalteten, und das bei Kosten von durchschnittlich 1,20 Euro pro Kilometer, Tendenz stetig steigend. Der ökonomische Sinn der Logistikkooperation erschließt sich dabei sofort. Vor allem, wenn in die Rechnung einbezogen wird, dass beispielsweise die MUH im vergangenen Jahr allein 1 500 Container versandte und davon ausgeht, den Exportanteil nach Übersee deutlich zu erhöhen, wenn der neue Milchpulverturm ab 2013 noch größere Kapazitäten eröffnet.
Doch eine reibungslose Zusammenarbeit funktioniert nicht ohne bestimmte Voraussetzungen. „Zum einen dürfen bei der Containeranlieferung keine Staus und Verzögerungen entstehen, denn unsere Verladung erfolgt kontinuierlich“, schildert Kuhl eine Bedingung. „Solch ein Fluss ist zwischen Pronsfeld und Landscheid sogar leichter zu bewerkstelligen als zwischen Antwerpen und Pronsfeld.“ Auch müssen die Container, welche die beteiligten Firmen benutzen, dieselbe Größenklasse aufweisen. Suki und MUH benutzen 20-Fuß-Container von sechs Metern Länge. Problematischer sei es hingegen, wenn die Transporte asynchron geschehen müssen: „Die Fahrten können nicht immer paarig organisiert werden, also ist es sinnvoll, ein Depot als Puffer zwischenzuschalten.“
"SPINNE IM TRANSPORTNETZ"
Gedacht wird da an den Binnenhafen in Lüttich, der für die MUH und Suki auf dem kürzesten Weg nach Antwerpen liegt. Von und nach dort geht die Reise von Milch und Kleineisenteilen bereits jetzt per Lkw, so mit der im Landkreis Vulkaneifel ansässigen Spedition Hans Ludwig. Sie übernimmt den Containertransport zwischen den Unternehmen in der Eifel. Doch die Koordination und Feinabstimmung des durchaus komplexen Verfahrens liegt nicht allein in den Händen der Eifeler Unternehmen. Die Brelog GmbH, ein auf globale Logistiklösungen spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Bremen, ist mit an Bord. Der Geschäftsführende Gesellschafter Franz Determann erläutert: „Für uns beginnt die Arbeit für den Import bereits beim Produzenten in Asien, um die Transportvolumina nach Europa zu bündeln, und sie hört erst auf, wenn die Exportlieferung beim Endkunden angekommen ist. Wir erschließen für unsere Auftraggeber die günstigsten Transportwege mit verschiedenen Modulen, also generell auch über die Schiene und Straße, aber vor allem See- und Binnenschifffahrt.“ Mit der globalen Ausrichtung und der Einbeziehung sämtlicher möglicher Logistikkanäle sei es möglich, ganze Transportzirkel ökonomisch und ökologisch zu optimieren. „Wir schaffen übergeordnete Netzwerke und wir verbinden die Fäden dieser Netze wie eine ‚Spinne’.“ Das in der Eifel umgesetzte Modell ist für die Brelog ein wichtiges in Deutschland, wenn auch nicht das einzige. „In Bayern haben wir etwas Vergleichbares.“
Die Kooperation habe sich bewährt – sagt auch Jürgen Juchems, Logistikleiter bei der Suki und Geschäftsführer des Tochterunternehmens Facido GmbH, das Logistikdienstleistungen für Dritte anbietet. Das Landscheider Unternehmen nimmt pro Jahr rund 1 000 Container aus Asien in Empfang, etwa zwanzig pro Woche; hinzu kommen bis zu 600 Container im Segment der Facido. „Wir suchen für die Allianz weitere Unternehmen in der Großregion, die von ihrem Portfolio geeignet sind, am Netzwerk teilzunehmen.“ Denn eines sei klar: Je mehr Teilnehmer die Logistikkooperation hat, desto leichter fällt es organisatorisch, die genannten zeitlichen „Unpaarigkeiten“ beim Bedarf an Containern auszugleichen. Auch die Kosten werden gesenkt: „Containertransporte sind ein Volumengeschäft, denn pro Schiff werden etwa 16 000 Container verfrachtet. Diese Container gehören den Reedereien“, erläutert Juchems. „Wenn es gelingt, die Volumina zu bündeln, dann wirkt sich für uns die Masse positiv auf die Verhandlung mit den Reedereien aus.“ Voraussetzung sei, dass sich die am Netzwerk teilnehmenden Firmen auf einen Reeder einigen. Bei der Suki mache der Einsparungseffekt zwischen fünf und zehn Prozent der gesamten Transportkosten aus. Ökonomischer und ökologischer Nutzen gehen Hand in Hand.
Unternehmen, die an der Netzwerk-Partizipation interessiert sind, können sich direkt an Jürgen Juchems wenden: Facido GmbH, Telefon: (0 65 75) 71-410, www.facido.com.