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01.07.2009

Neue Förderphase des BMWi-Projektes PROZEUS gestartet


Dieser Text ist vom 01.07.2009 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Elektronische Optimierung von Geschäftsabläufen auch im Bereich Wein und Getränke

Der Einsatz elektronischer Mittel zur Abwicklung von Geschäftsabläufen ist für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine Chance zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Mit Hilfe von anerkannten Standards können die Abläufe zwischen den Unternehmen schneller und effizienter gestaltet werden. Die Lösungen reichen von  Stammdatenmanagement und elektronischen Katalogen über die GS1-Idente und Rückverfolgbarkeit mittels GS1-Transportetikett bis zur Automatisierung von Prozessen mit RFID. Die Einführung solcher Prozesse fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit dem Projekt PROZEUS.

Barcode WeinflascheAls ein Beispiel konnte das Unternehmen Getränke-Profi GmbH & Co. KG in Hildesheim durch PROZEUS die Basis für den elektronischen Rechnungsaustausch legen. Die EANCOM®-Nachrichtenart INVOIC wird heute erfolgreich zwischen den Filialen und Zentrale ausgetauscht. Der Aufwand zur Einführung der beiden Nachrichtentypen ORDERS (Bestellung) und SLSRPT (Verkaufsdatenbericht) betrug nach Installierung des neuen Warenwirtschaftsystems und Echtstart der „Invoic ourt“ nur noch wenige Tage. Das Unternehmen ist nun in der Lage die Vorteile des elektronischen Datenaustausches zu nutzen, die Transparenz der Prozesse ist innerhalb des Unternehmens erheblich gestiegen. „Die Getränkebranche ist sowohl stark regional als auch national geprägt in der Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Bereits heute wird bei den großen Industriepartnern sehr genau geprüft, in welchem Umfang ein Getränkemarktbetreiber künftig professionell im Markt aufgestellt ist“, berichtet Uwe Westphal, Geschäftsführer von Getränke-Profi. Zusätzlich sanken auch die Kosten: So schrumpfte beispielsweise der Aufwand für die manuelle Erfassung der Lieferscheine um 75 Prozent und bei der Rechnungsprüfung entfällt über 60 Prozent der Bearbeitungszeit. Zusätzlich erleichtert der Verkaufsdatenbericht die Rückvergütung an den Lieferanten, so dass Getränke-Profi insgesamt mit Einsparungen von 66 Prozent rechnet. Damit amortisieren sich die getätigten Investitionen bereits nach 1,5 Jahren.

Angesichts des großen Bedarfs bei KMU startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für das Projekt PROZEUS mit Beginn des Jahres 2009 mit den beiden Projektdurchführenden GS1 Germany und Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult eine neue Förderphase. PROZEUS fokussiert bis 2011 einerseits auf die Etablierung von bekannten Standards und Prozessen in neuen Branchen, andererseits sollen neuartige eBusiness-Standards auch in vertrauten Branchen eingesetzt werden. Daneben sind auch ganz neue Ansätze denkbar, auch in der Wein- und Getränkebranche.

BARCODE & CO. IDENTIFIZIEREN WEINE VOM ANBAU BIS ZUR LADENTHEKE
Trendweine, Wein & Schokolade, Weinexport, Schadstoffe: Die Welt des Weins ist vielseitig und verändert sich zusehends. Neue Bedürfnisse der Verbraucher, strenge Auflagen von Gesetzesseite und die Herausforderungen des wachsenden Exportgeschäfts stellen Winzer wie Händler immer wieder vor neue Aufgaben.

Kein Problem, wenn die Kommunikation dieser Geschäftspartner einheitlich gut funktioniert und die gemeinsamen Prozesse an jeder Stelle reibungslos ablaufen. Dann lassen sich auch neue Herausforderungen meistern und die Wettbewerbsfähigkeit kann an einem soliden „Rebstock“ wachsen. Mithilfe der GS1-Standards können Unternehmen ihre Geschäftsabläufe optimal aufeinander abstimmen, und das über Branchen- und Ländergrenzen hinweg. Das weltweit überschneidungsfreie Artikelnummernsystem ist Schlüssel für eine transparente und lückenlos verfolgbare Lieferkette.

GS1-Standards gelten weltweit und funktionieren wie ein modular aufgebauter Werkzeugkasten. In Deutschland werden die Barcodes von rund 135 000 Unternehmen genutzt. Basis sind die GS1-Identifikationssysteme. Nur wenn einzelne Objekte eindeutig identifizierbar sind, können weitere Kommunikationsstandards und Prozessempfehlungen darauf aufsetzen. Zur Verifizierung von Unternehmen und Artikeln dienen die GS1-Barcodes. Sie sind kompatibel mit den übrigen GS1-Standards und können so sukzessive zu einer umfassenden, integrativen Gesamtlösung für reibungslose und effiziente Informations- und Warenflüsse zusammengefügt werden. Das GS1-System entwickelt sich aufgrund neuer Technologien und Anforderungen, wie etwa neuen Gesetzen, stetig weiter. Erhalten bleibt bei allen Neuerungen des Systems jedoch die Kompatibilität der einzelnen Standards untereinander und damit auch die Investitionssicherheit für den Anwender.

Immer mehr Unternehmen wollen Bestellungen, Lieferavise oder Rechnungen nicht mehr per Papier schicken, sondern in elektronischer Form kommunizieren. Durch diese Optimierung der Geschäftsprozesse können sie erhebliche Zeit- und Kostenersparnisse realisieren. Der elektronische Datenaustausch (EDI) mit den Geschäftspartnern versetzt Unternehmen in die Lage, relevante Transaktionen schnell, sicher und nachvollziehbar durchzuführen. Eine Grundvoraussetzung für den elektronischen Datenaustausch ist die Existenz eines einheitlichen Nachrichtenstandards. Die Vorteile von eBusiness kommen erst zum Tragen, wenn Sender und Empfänger die Daten in einem standardisierten Format austauschen. Denn nur dann ist eine automatische Weiterverarbeitung der Daten gewährleistet.

Ob Online oder im Ladengeschäft – der Endkunde spürt den konsequenten Einsatz von GS1-Standards am übersichtlichen Sortiment, der schnellen Verfügbarkeit und dem problemlosen Bezahlvorgang. Wenn das gelingt, hängen die Trauben für neue Aufgaben und Geschäftsideen nicht zu hoch.

PROZEUS: KRITERIEN UND ANSPRECHPARTNER FÜR DEN FÖRDERANTRAG
Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro können bis zu 50 000 Euro Förderung durch PROZEUS bekommen. Ein Projekt kann jederzeit beginnen und dauert je nach Projektumfang acht bis zwölf Monate. Auch eine geförderte Einstiegsberatung zur Nutzung von eBusiness-Standards ist möglich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an GS1 Germany, Dr. Martin Schoser, Maarweg 133, 50825 Köln, telefon: (02 21) 9 47 14-4 65, telefax: -4 90 (Konsumgüterwirtschaft) oder Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH, Ralf Wiegand, Gustav-Heinemann-Ufer 84 - 88, 50968 Köln, telefon: (02 21) 49 81-8 49, telefax: -9 98 49 (Industrie). Nähere Informationen, Berichte und Ergebnisse aus bisherigen Prozeus-Praxisprojekten finden Sie auch vorab unter www.prozeus.de. Sprechen Sie uns an, wir freuen uns über Ihr Interesse und auf die Kontaktaufnahme!
Dr. Martin Schoser

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