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01.07.2025

Neue Märkte im Blick, neue Produkte in der Entwicklung


Dieser Text ist vom 01.07.2025 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Orthen GmbH in Bernkastel-Kues produziert LKW-Anhänger und -Aufbauten.

„Ich wünsche mir vor allem einen Abbau der Bürokratie mit all ihren Hemmnissen, einen anderen Blick auf den Mittelstand, der das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist, Unterstützung für die Unternehmen und insgesamt eine Aufbruchstimmung für dieses Land. Die ‚Geiz ist geil‘-Haltung muss aus den Köpfen verschwinden.“

Das sagt Unternehmer Robert Orten, der seit 48 Jahren die Geschäfte der auf Fahrzeugbau spezialisierten ORTEN Gruppe mit Sitz in Bernkastel-Kues führt. Zum Oktober dieses Jahres übergibt er den Staffelstab. Mit 71 Jahren möchte der Moselaner kürzertreten und hat sein Unternehmen, das 2025 seit 100 Jahren besteht, an den indischen Konzern TRENTAR MOBILITY GmbH verkauft. Gleichwohl wird Orten dem neuen CEO Tarkeshwar Rao zunächst für zwei Jahre in beratender Funktion zur Seite stehen. (Weitere Infos zum Firmenverkauf in den Unternehmensnotizen auf Seite ??)

Sondermodelle je nach Kundenwünschen

Als Fahrzeugbauer – nach Auskunft Ortens der größte in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus Marktführer in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Sparte Getränkefahrzeugbau – habe sein Unternehmen im Gegensatz zu vielen Zulieferern bislang „keine gravierenden Einbrüche“ zu verschmerzen. „Wir sind zufrieden, wenn auch nicht begeistert“, beschreibt Orten. Am Stammsitz in Bernkastel-Kues sowie an den Standorten Wittlich-Wengerohr und Rothnaußlitz (Sachsen) produzieren mehr als 100 Mitarbeiter die speziellen LKW-Anhänger, -Aufbauten, Kühlfahrzeuge sowie kundenspezifisch gefertigte Sonderfahrzeuge rund um den Einsatz der Spediteure in der Getränke- und Logistikbranche.

Herausforderung Fachkräftemangel

„Bis Ende des Jahres sind wir mit Aufträgen ausgelastet“, informiert Orten und fügt hinzu: „Getränke werden immer transportiert, und wir haben kein USA-Geschäft, generell keinen großen Export.“ Stillstand habe zu Corona-Zeiten geherrscht. Danach hätten ihm Lieferkettenprobleme und dadurch bedingt fehlendes Material für die Produktion „anstrengende Zeiten“ beschert.
Aktuell drücke ihn vor allem der Facharbeitermangel. „Wir könnten gut fünf bis zehn Mitarbeiter mehr gebrauchen, aber das ist ein umkämpfter Markt. Facharbeiter zu finden, ist eine permanente, große Herausforderung.“ Hinsichtlich der hohen Energiekosten sagt der Unternehmer: „Sie sind belastend, aber nicht existenzbedrohend.“

Vermietung soll ausgeweitet werden
Doppelten Boden hat sich der umtriebige Unternehmer rechtzeitig mit der Gründung der ORTEN-Tochtergesellschaft Christophorus Nutzfahrzeuge in den 70er-Jahren gesichert. Kerngeschäft der Firma ist der internationale Handel und die Vermietung hochwertiger Gebrauchtfahrzeuge für die Getränkeindustrie. „Die Vermietung wollen wir europaweit ausweiten, denn das Mieten bindet nicht so viel Kapital bei den Kunden.“ Dass Robert Orten ein sicheres Gespür für Innovationen besitzt, zeigt sowohl die Einführung von German Body Kit (GeBoKit) in den 90er-Jahren als auch die Gründung des Start-ups ORTEN Electric-Trucks im Jahr 2015.
GeBoKit liefert den Kunden vorgefertigte Aufbausysteme, die eine schnelle Fahrzeugmontage ohne umfangreiche Schulung oder komplexe Logistik ermöglichen. Und mit Electric-Trucks hat ORTEN bereits vor zehn Jahren erfolgreich einen großen Schritt in Richtung Elektromobilität gewagt. Seither entwickelt Electric Trucks vorwiegend für Kommunen und vermehrt auch für die Entsorgungsindustrie E-Fahrzeuge und -Busse.

Perspektiven durch Konzern im Rücken
„Die Entwicklung neuer Märkte und die Erweiterung unserer Produktvielfalt hatte bei uns immer oberste Priorität und wird es auch in Zukunft haben“, versichert der Noch-Geschäftsführer und setzt dabei große Hoffnung in den künftigen Einfluss des indischen Konzerns: „Die Zugehörigkeit zu einem internationalen Innovationsnetzwerk eröffnet neue Perspektiven für Wachstum und technologische Weiterentwicklung.“

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