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IHK Trier


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  • 01.11.2020

    Regionale Wirtschaft klettert aus dem Corona-Tal

    Verbesserte Geschäftslage, aber weiterhin unsichere Aussichten

  • Foto: Dr. Matthias Schmitt
    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

    Tel.: (06 51) 97 77-9 01
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Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist gegenüber der Vorumfrage vom Frühjahr 2020 um 20 Punkte auf aktuell 102 Zähler gestiegen. Er hat damit den coronabedingten historischen Einbruch vom Frühjahr, als er von 113 auf 82 Punkte eingebrochen war, zu rund zwei Dritteln wieder wettgemacht. Hierbei haben sich beide Indikatorkomponenten, die Unternehmensangaben zur aktuellen Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate deutlich verbessert, wobei die Erwartungen aber immer noch von einer gewissen Grundskepsis geprägt sind.

Verbesserte Lage, skeptischer Ausblick
36 Prozent der insgesamt 173 regionalen Unternehmen mit 17 000 Beschäftigten, die sich an der IHK-Konjunkturumfrage beteiligt haben, berichten von guten, 43 Prozent von befriedigenden und 21 Prozent von schlechten Geschäften. Daraus ergibt sich ein Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen in Höhe von +15 Prozentpunkten, nach -5 Prozentpunkten in der Frühjahrsumfrage. Ein gutes Viertel der Befragten konnte in den vergangenen zwölf Monaten die eigenen Umsätze steigern, während knapp die Hälfte Erlösrückgänge zu verzeichnen hatte. Der Blick in die mittelfristige Zukunft fällt zwar besser aus als noch vor vier Monaten, ist aber weiterhin von Skepsis geprägt. Aktuell stehen 13 Prozent Optimisten 23 Prozent Pessimisten gegenüber; im Frühjahr lag das Verhältnis jedoch noch bei 13 zu 41 Prozent. Offenbar haben sich die meisten Unternehmenskonjunkturen im Sommer spürbar besser entwickelt als die Befragten zuvor angenommen hatten. Gleichwohl bleibt der Blick in die Zukunft mit starken Unsicherheiten behaftet.

Rückläufige Investitions- und Beschäftigungspläne
Im Branchenvergleich steht derzeit der Industriesektor, insbesondere gestützt von einer starken Bauwirtschaft, konjunkturell am besten da, gefolgt vom Dienstleistungsbereich. Der Handel kommt nur auf eine schwach befriedigende Geschäftslage und blickt mit ausgeprägter Skepsis in die Zukunft: 16 Prozent der Kaufleute erwarten bessere, 44 Prozent gleichbleibende und 40 schlechtere Geschäfte. Dass die Coronakrise noch nicht vollständig überwunden ist, zeigen auch die betrieblichen Investitions- und Beschäftigungspläne. Nur ein Fünftel der Betriebe plant, sein Investitionsengagement in den kommenden zwölf Monaten auszudehnen, während 32 Prozent weniger investieren wollen. 14 Prozent der Befragten hegen expansive, jedoch 20 Prozent rückläufige Beschäftigungspläne. Zentrales Konjunkturrisiko sind mit 72 Prozent der Nennungen die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, gefolgt vom Inlandsabsatz (47 Prozent), dem Fachkräftemangel (43 Prozent), den Arbeitskosten (28 Prozent) sowie den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (25 Prozent).

Negative Corona-Folgen

Als Folge der Corona-Pandemie erwartet mehr als die Hälfte der Befragten, im Jahr 2020 weniger Umsatz als 2019 zu machen. 17 Prozent rechnen mit Erlösrückgängen um bis zu 10 Prozent, 23 Prozent mit solchen zwischen 10 und 25 Prozent und 14 Prozent mit noch höheren Umsatzverlusten. Auch vom Normalgeschäft sehen viele Unternehmen sich noch weit entfernt. Ein Drittel der Befragten rechnet erst 2021 mit der Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit, ein weiteres Sechstel zu einem noch späteren Zeitpunkt. Durch die nachlassende wirtschaftliche Aktivität in Folge der Corona-Maßnahmen hat sich auch die Finanzierungssituation bei einer Reihe von Betrieben verschlechtert.

Industriekonjunktur stabilisiert sich

Achillesverse der Industrie bleibt zwar der außenwirtschaftliche Bereich. Dies schlägt sich in weiterhin schleppenden Auftragseingängen aus dem Ausland sowie von Pessimismus geprägten Exporterwartungen nieder. Andererseits hat sich die Geschäftslage im Industriebereich in den vergangenen vier Monaten deutlich verbessert und sowohl Kapazitätsauslastung als auch Auftragsbestand bewegen sich wieder zunehmend im saisonüblichen Bereich. Die Industrie, gestützt von der Bauwirtschaft, hat sich damit über die Sommermonate ökonomisch stabilisieren können. Jedoch bleibt im verarbeitenden Gewerbe das Konjunkturklima noch hinter den langjährigen Durchschnittswerten zurück.

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