Das Weingut Hubertus M. Apel in Nittel atmet Tradition seit 1477. Vom Weinhandel verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Weinproduktion. Heute teilen sich die Brüder Johannes (39, Außen¬betrieb & Technik) und Philip (35, Winemaker & Marketing) die Leitung, unterstützt durch Philips Ehefrau Anna sowie die Eltern Harald (71) und Gabriele (68).
Sehr breite Produktpalette
„Wir haben den Betrieb nach und nach vergrößert: die Anbauf läche auf fast 40 Hektar, ein großes Flaschenlager und verschiedene An- und Umbauten“, berichtet Harald Apel. „Wir sind hier die etwas andere Mosel, geprägt durch den Muschelkalk statt Schiefer. Dadurch sind wir eher verwandt mit Burgund und Champagne und haben viel früher auf trockene Weine gesetzt. Heute ist Grauburgunder neben dem Riesling die gefragteste Rebsorte bundesweit – wir waren da Vorreiter, produzieren z.B. auch Weißburgunder, Chardonnay und Auxerrois. Den Elbling als älteste Rebsorte Deutschlands pflegen wir weiterhin, dazu Riesling, Rotweine, Sekt und Crémant.“
Vom Shop bis Social Media
Philip Apel kümmert sich u.a. ums Marketing: „Um die junge Generation gezielt anzusprechen, haben wir eine spezielle Weinlinie geschaffen und bedienen auch den alkoholfreien Bereich. Zudem pflegen wir die Social-Media-Kanäle.“
Den Online-Shop hat das Weingut stetig erweitert, setzt auf verschiedene Zahlungsarten und schnellen Versand. „Anfangs hat die Post zweimal pro Woche die Pakete abgeholt. Heute versenden wir mit drei Dienstleistern praktisch täglich. So bekommen die Kunden innerhalb von einem bis drei Tagen ihre Ware“, sagt Philip Apel. Seit einigen Jahren ist das Weingut auch Partner von Rewe und Edeka als regionaler Winzer.
Winzersteaks auf Rebholz gegrillt
Aus der ursprünglichen Straußwirtschaft entstand ein großes Weinrestaurant mit 90 Plätzen plus 150 auf der Terrasse. Eine Spezialität auf der umfangreichen Karte sind auf Rebholz gegrillte Winzersteaks. „Unsere Lieferanten sind fast alle regional. Die Karte ergänzen wir saisonal z.B. zur Spargelzeit“, erklärt Harald Apel.
Die Zertifizierung „Fair’n Green“ durch den gleichnamigen Verein basiert auf drei Säulen:
• Nachhaltigkeit im Außenbetrieb (u.a. Verzicht auf Herbizide und Insektizide)
• Ressourcenschonung (u.a. Photovoltaik, Energiespeicher, Regenwasser)
• Umgang mit Belegschaft und Kunden
„Natürlich war das eine Umstellung und ist mit Aufwand verbunden. Aber die Kunden nehmen diese Zertifizierung sehr bewusst wahr“, stellt Harald Apel fest.
Neues „Sekthaus“ mit Außenpool
Ganz neu eröffnet ist das topmoderne Gästehaus „Sekthaus“ mit acht Deluxe-Doppelzimmern sowie vier Suiten und zwei Familienappartements. Dazu eine geräumige Vinothek. Der beheizte Außenpool ist auch für die Gäste im „Weinhaus“ und „Kelter-haus“ zugänglich.
Harald Apel beschreibt, was Gäste an der Region fasziniert: „Sie lieben die Weinlandschaft mit leicht ansteigenden Hängen. Das Dreiländereck bietet viele Möglichkeiten mit Trier, Luxemburg, Saarburg, Thionville und Schengen. Für Wanderer den Moselsteig. Viele tolle Radwege auch an den Nebenflüssen Saar, Ruwer und Sauer. Wir haben oft 70 bis 80 Pro¬zent Radfahrer unter den Gästen. Die kommen auch schon mal vier, fünf Tage. In den Wintermonaten übernachten hier viele Leute, die in Luxemburg arbeiten. Durch das Gästehaus verkaufen wir viel mehr Wein vor Ort. Es gibt fast keinen Kunden, der nicht mit Wein im Gepäck abreist. Wir organisieren z.B. auch Weinproben mit Wanderungen durch die Weinberge und Betriebsbesichtigungen durch den Weinkeller – die sind immer ausgebucht.“