In den REWE-Märkten von Tim Schirra arbeiten Menschen mit Behinderung selbstverständlich im Team mit. Sie übernehmen feste Aufgaben, sind in die Abläufe eingebunden und bringen ihre Stärken in verschiedene Bereiche ein. Der Arbeitsalltag zeigt, wie gut inklusive Beschäftigung funktioniert, wenn klare Strukturen, verlässliche Ansprechpersonen und eine offene Teamkultur zusammenkommen. Für die Mitarbeitenden ist dieser Ansatz Teil des Miteinanders – und ein Beispiel dafür, wie Vielfalt den Betrieb bereichert.
Aus der Praxis: Drei Fragen an Marktinhaber Tim Schirra.
Wie sah der erste Schritt in die inklusive Beschäftigung aus?
Der Impuls kam durch meinen Sohn, der das Down-Syndrom hat und später im Einzelhandel als Metzger arbeiten möchte. Dadurch habe ich die Berufsorientierung an Förderschulen intensiv kennengelernt und gemerkt, wie selten der erste Arbeitsmarkt eine echte Option ist. Wir haben deshalb zunächst Schulpraktika ermöglicht. Daraus entstand 2025 der nächste Schritt: der Aufbau einer eigenen Inklusionsabteilung.
Welche drei Learnings nehmen Sie aus der Praxis mit?
Erstens: klein anfangen, z. B. mit Praktika, um Aufgaben und Menschen kennenzulernen. Zweitens: enge Zusammenarbeit mit sozialen Trägern und Jobcoaches, das entlastet die Teams enorm. Drittens: Inklusion wirkt stark auf die Unternehmenskultur. Viele
Mitarbeitende bringen viel Motivation und Verlässlichkeit mit und stärken die Teamstimmung im Alltag.
Wo liegen die größten Unsicherheiten – und was hilft konkret weiter?
Viele verbinden Inklusion mit Bürokratie, Kosten und zusätzlichem Aufwand. Diese Unsicherheit nimmt ab, wenn man konkrete Erfahrungen sammelt, etwa über Praktika oder ausgelagerte Arbeitsplätze. Unterstützung durch Träger, Jobcoaching und Beratung hilft ebenfalls. Wichtig ist zu erkennen: Nicht jeder Arbeitsplatz passt, aber viele Möglichkeiten entstehen, wenn man anfängt.
Unterstützung für Unternehmen
Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) beraten zu inklusiver Beschäftigung, Fördermöglichkeiten (z.B. Eingliederungs-/Ausbildungszuschüsse) sowie rechtlichen Rahmenbedingungen wie Kündigungsschutz und Ausgleichsabgabe. Kontakt für den Agenturbezirk Trier (Stadt und alle Landkreise): Sascha Oliver Kremer, Telefon: 0651 60340956, E-Mail: kremer.sascha-oliver@bwrw.de
Der IFD Trier (Bürgerservice gGmbH, Caritasverband e.V., SKM Trier e.V.) unterstützt Betriebe bei der Vermittlung von Menschen mit Behinderung in Arbeit oder Ausbildung. Zudem begleitet er die kostenfreie Qualifizierung und Einarbeitung am Arbeitsplatz - bis zu zwei Jahre. Auch Azubis mit Behinderung und ihre Betriebe werden bis zum Abschluss unterstützt.
Kontakt: Teodora Raduncheva, Telefon: 0651 8250-169, E-Mail: teodora.raduncheva@bues-trier.de
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt Arbeitgeber bei der Besetzung inklusiver Stellen und bietet Information sowie Beratung zu Fördermöglichkeiten wie Eingliederungszuschüssen, Ausbildungszuschüssen und Unterstützungsleistungen an.
Kontakt für die Stadt Trier und den Kreis Trier-Saarburg: Torsten Dellwing unter Telefon 0651 2052406. Für weitere Landkreise der Region Trier: Ruth Sungen unter 06571 9989674. Per E-Mail: trier.arbeitgeber@arbeitsagentur.de
Online-Beratung zur inklusiven Beschäftigung
Am 21. Mai 2026 bietet die IHK Trier gemeinsam mit der EAA eine digitale Sprechstunde an. Unternehmen können dort individuelle Fragen klären.
Weitere Informationen finden sie hier.
Ausbildung
Luisa Bohr
Tel.: 0651 9777-365
bohr@trier.ihk.de