15.10.2003
„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“
Dieser Text ist vom 15.10.2003 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Dr. Birgitt Schemann vermittelt Beziehungswerte zur Kundenorientierung
Seit 1996 baut eine promovierte Naturwissenschaftlerin vom
idyllischen Weinort Konz-Oberemmel aus mit Schemann
ManagementTraining ein Netzwerk für Menschen auf, die als
Führungskräfte und Vertriebler angewiesen sind auf optimale
Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitern. Ihr Credo: mit Emotionen
und Empathie Kompetenzen erweitern und Änderungen ermöglichen,
denn „Coaching ist wichtiger als die bloße Weitergabe von Wissen“
.
Lernen ist eine höchst emotionale Angelegenheit, die niemals abgeschlossen wird – nach Erfahrung und Auffassung der 55-Jährigen, die gleich mehrere Studienfächer abschloss und seit 2002 als Vorsitzende des Regionalclubs Saar-Mosel-Lux des Berufsverbandes der Verkaufsförderer und Trainer e. V. (BDVT) aktiv ist. Doch nicht die Sehnsucht nach wissenschaftlichen Lorbeeren veranlasste Birgitt Schemann, ein Diplom in Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und einen Magister der Psychologie zu absolvieren, um das Ganze nach Forschungen in Deutschland, USA, Ungarn und Jugoslawien mit einer Promotion über die hirnphysiologischen Abläufe des Denkens und Lernens zu krönen: „Mein Vater war es, der mich zur Selbstständigkeit erzogen und angeleitet hat, immer weiter zu gehen. Von ihm habe ich meinen Leitsatz übernommen ‚Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein’.“ Sein Vorbild prägt Schemann noch heute und hat sie ermutigt, nach einer langjährigen Tätigkeit im Bereich Geschäftsführung und Kundenbetreuung für mittelständische Autohandelsfirmen zu neuen Ufern aufzubrechen. „Er hat mich immer darin bestärkt, an die eigenen Ziele zu glauben. Mach es einfach, sagte er, und er meinte damit beide möglichen Bedeutungen: Ohne großes Zaudern handeln und das Leben so gestalten, dass es nicht zu schwierig ist.“
Zwanzig Jahre lang war sie zunächst im Nebenberuf Lerntrainerin für Studenten und sorgte bisweilen in Trier für Furore mit Vorträgen und Seminaren zum so genannten Super-Learning, einer Methode aus der Suggestopädie, die es ermöglicht, innerhalb von vier Wochen eine Sprache zu lernen. Auf Anfragen dann kam sie zum Management-Training, wobei sie das Wort Management eigentlich nicht mag: „Management hat für mich viel mit bloßem Taktieren und Organisieren zu tun, ich ziehe den Begriff des Führens vor, so missverständlich er historisch auch sein mag. Aber er hat für mein Verständnis mehr Seele.“
„SUCHE DAS ABENTEUER DES LEBENS, DAMIT DEIN LERNEN ZUM ABENTEUER WIRD“
Das Thema „Kundenbeziehungen und wie man sie erfolgreich aufbaut“ ist für Birgitt Schemann all die Jahre geblieben, die Art und Weise, es im beruflichen Alltag in den Mittelpunkt zu stellen, ist jedoch eine ganz andere geworden. Als so genanntes Adventure Training bezeichnet Schemann ihre Methode, Erwachsenen Türen zu öffnen zu ganzheitlichem Lernen, und ihre Klienten sind nicht nur Führungskräfte aus Unternehmen, sondern sie bildet unter dem Motto „Train the Trainer“ ebenso den Nachwuchs in Sachen Coaching aus, der dann selbst – entsprechend dem geprüften Qualitätsstandard des BDVT – in Unternehmen geht und dort beratend zur Seite steht. Keine Geringeren als Teilhard de Chardin und Albert Einstein inspirieren ihre Trainingsarbeit: „ Lernen ist nicht Wissen, Lernen ist Phantasie“ – für die Naturwissenschaftlerin mit philosophischem Hintergrund heißt das, ihren Klienten aus dem Wirtschaftsleben die Freude am Abenteuer ihres Lebens zu vermitteln.
Darunter verbergen sich bei Schemann keine sportlichen Survival-Kurse oder Schwindel erregende Hangelpartien durch Baumwipfel, wie sie bei vielen Managementtrainern Mode sind. Sondern gemäß ihrem eigenen durchaus dem Genuss zugewandten Lebensstil ist das Abenteuer sehr viel gemütlicher: In Weinbergen oder auf Kutschfahrten findet in ihren Kursen bisweilen der Austausch statt, eine liebevolle Verpflegung gehört dazu. „ Sinnliche Erfahrungen mit Lerninhalten verbinden, so lernen unbefangene Kinder“, ist sie auf Grund ihrer Laborforschungen überzeugt, auch Erwachsenen die Lust am Lernen zurückzugeben. Normal sei es auf Grund gesellschaftlicher Normen, allein mit der linken, auf Ratio und Differenzen spezialisierten Gehirnhälfte zu lernen – mit zumeist eher bescheidenem Erfolg. „Die nonverbale rechte Gehirnhälfte fordert ihren Tribut, indem sie monotones Speichern möglichst großer Dateien einfach blockiert. Es sind die Emotionen, die die Reizüberflutung nicht zulassen. Die Folge: Black-out, Burn-out.“
BEZIEHUNGEN PFLEGEN – NICHT NUR PRIVAT, SONDERN AUCH IM BUSINESS
Die kybernetischen Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele seien jedoch nicht trennbar, konstatiert Schemann. „Ohne diese naturwissenschaftlich mittlerweile als Realität anerkannte Ganzheitlichkeit kann man nicht den ‚Spirit of Business’ entwickeln, der für erfolgreiche Beziehungen zu Kunden notwendig ist“, gibt Birgitt Schemann den Unternehmern und ihren Mitarbeitern, die sie trainiert, mit auf den Weg. „Man muss sich öffnen, um die Originalität des Gegenübers bewusst zu machen. Denn es geht darum, Produkte und Leistungen nicht nach dem Image des eigenen Unternehmens zu kreieren, sondern sich am Image des Kunden zu orientieren.“ Die Verbindung, die jeder Betrieb mit seinen Kunden eingeht, funktioniere nach denselben Prinzipien wie im privaten Leben: Sensibilität für die Bedürfnisse des anderen führt zu dauerhaften und konstruktiven (Geschäfts-)Partnerschaften, die Fixierung nur auf das eigene Wohl lässt die Beziehungen brüchig werden.
So gehört zum Programm in Sachen Unternehmensschulung und Coaching nicht nur Verkaufstraining mit dem Ziel für beide Seiten Gewinn bringender Vertragsabschlüsse, sondern der Umgang mit Konflikten, die Steigerung der Motivation, der Abbau von Stress, aktives Zuhören und auch Fragen von Stil und Etikette als Signal von Respekt und Anerkennung an das Gegenüber. „Natürlich sind für den Erfolg einer Firma auch solide betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse notwendig, funktionierende Business- und Finanzierungspläne, gutes Marketing und PR“, räumt Schemann ein, „jedoch mangelt es oft daran, eine entwickelte Unternehmenskultur zu finden, in der die Sinne geschärft und die Frequenzen eingestellt sind auf das, was in der Interaktion mit dem Kunden geschieht.“
TRAIN THE TRAINER
Die Persönlichkeit eines Trainers, der bei Birgitt Schemann nach festgelegten BDVT-Kriterien ausgebildet wird, erfordert denn auch ein hohes Maß so genannter soft skills: Die Fähigkeit, in anderen Menschen Ressourcen zu erkennen und zu wecken, innerlich stabil und gegen Stress resistent zu sein, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen und anderen gegenüber loyal zu sein, glaubwürdig zu sein und über ein vielfältiges Verhaltensrepertoire auch in kritischen Situationen zu verfügen. Übermenschen jedoch werden nicht gesucht, und einen in der Managementtrainings-Szenerie verbreiteten Verdacht räumt sie aus: „Bei uns muss jeder garantieren, dass er oder sie nichts mit Sekten wie den Scientologen zu tun hat.“ Vertrauen sei ein Kernelement jeder Beziehung, auch der zwischen Firmen und Kunden, und man dürfe niemals die eigenen Ideen dem anderen nach Art des Helfersyndroms überstülpen. „Manchmal ist es allerdings notwendig, einem Kunden auch nein zu sagen.“ Denn das „ Sich-verkaufen“, das im Training gelehrt wird, habe nichts mit Prostitution zu tun, sondern mit Authentizität. Der Selbstwert der an einem Geschäft oder an einer Dienstleistung beteiligten Partner müsse gewahrt und unterstützt werden, „sonst droht die Gefahr des Ausgebranntseins“.
Angelika Koch
Lernen ist eine höchst emotionale Angelegenheit, die niemals abgeschlossen wird – nach Erfahrung und Auffassung der 55-Jährigen, die gleich mehrere Studienfächer abschloss und seit 2002 als Vorsitzende des Regionalclubs Saar-Mosel-Lux des Berufsverbandes der Verkaufsförderer und Trainer e. V. (BDVT) aktiv ist. Doch nicht die Sehnsucht nach wissenschaftlichen Lorbeeren veranlasste Birgitt Schemann, ein Diplom in Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und einen Magister der Psychologie zu absolvieren, um das Ganze nach Forschungen in Deutschland, USA, Ungarn und Jugoslawien mit einer Promotion über die hirnphysiologischen Abläufe des Denkens und Lernens zu krönen: „Mein Vater war es, der mich zur Selbstständigkeit erzogen und angeleitet hat, immer weiter zu gehen. Von ihm habe ich meinen Leitsatz übernommen ‚Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein’.“ Sein Vorbild prägt Schemann noch heute und hat sie ermutigt, nach einer langjährigen Tätigkeit im Bereich Geschäftsführung und Kundenbetreuung für mittelständische Autohandelsfirmen zu neuen Ufern aufzubrechen. „Er hat mich immer darin bestärkt, an die eigenen Ziele zu glauben. Mach es einfach, sagte er, und er meinte damit beide möglichen Bedeutungen: Ohne großes Zaudern handeln und das Leben so gestalten, dass es nicht zu schwierig ist.“
Zwanzig Jahre lang war sie zunächst im Nebenberuf Lerntrainerin für Studenten und sorgte bisweilen in Trier für Furore mit Vorträgen und Seminaren zum so genannten Super-Learning, einer Methode aus der Suggestopädie, die es ermöglicht, innerhalb von vier Wochen eine Sprache zu lernen. Auf Anfragen dann kam sie zum Management-Training, wobei sie das Wort Management eigentlich nicht mag: „Management hat für mich viel mit bloßem Taktieren und Organisieren zu tun, ich ziehe den Begriff des Führens vor, so missverständlich er historisch auch sein mag. Aber er hat für mein Verständnis mehr Seele.“
„SUCHE DAS ABENTEUER DES LEBENS, DAMIT DEIN LERNEN ZUM ABENTEUER WIRD“
Das Thema „Kundenbeziehungen und wie man sie erfolgreich aufbaut“ ist für Birgitt Schemann all die Jahre geblieben, die Art und Weise, es im beruflichen Alltag in den Mittelpunkt zu stellen, ist jedoch eine ganz andere geworden. Als so genanntes Adventure Training bezeichnet Schemann ihre Methode, Erwachsenen Türen zu öffnen zu ganzheitlichem Lernen, und ihre Klienten sind nicht nur Führungskräfte aus Unternehmen, sondern sie bildet unter dem Motto „Train the Trainer“ ebenso den Nachwuchs in Sachen Coaching aus, der dann selbst – entsprechend dem geprüften Qualitätsstandard des BDVT – in Unternehmen geht und dort beratend zur Seite steht. Keine Geringeren als Teilhard de Chardin und Albert Einstein inspirieren ihre Trainingsarbeit: „ Lernen ist nicht Wissen, Lernen ist Phantasie“ – für die Naturwissenschaftlerin mit philosophischem Hintergrund heißt das, ihren Klienten aus dem Wirtschaftsleben die Freude am Abenteuer ihres Lebens zu vermitteln.
Darunter verbergen sich bei Schemann keine sportlichen Survival-Kurse oder Schwindel erregende Hangelpartien durch Baumwipfel, wie sie bei vielen Managementtrainern Mode sind. Sondern gemäß ihrem eigenen durchaus dem Genuss zugewandten Lebensstil ist das Abenteuer sehr viel gemütlicher: In Weinbergen oder auf Kutschfahrten findet in ihren Kursen bisweilen der Austausch statt, eine liebevolle Verpflegung gehört dazu. „ Sinnliche Erfahrungen mit Lerninhalten verbinden, so lernen unbefangene Kinder“, ist sie auf Grund ihrer Laborforschungen überzeugt, auch Erwachsenen die Lust am Lernen zurückzugeben. Normal sei es auf Grund gesellschaftlicher Normen, allein mit der linken, auf Ratio und Differenzen spezialisierten Gehirnhälfte zu lernen – mit zumeist eher bescheidenem Erfolg. „Die nonverbale rechte Gehirnhälfte fordert ihren Tribut, indem sie monotones Speichern möglichst großer Dateien einfach blockiert. Es sind die Emotionen, die die Reizüberflutung nicht zulassen. Die Folge: Black-out, Burn-out.“
BEZIEHUNGEN PFLEGEN – NICHT NUR PRIVAT, SONDERN AUCH IM BUSINESS
Die kybernetischen Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele seien jedoch nicht trennbar, konstatiert Schemann. „Ohne diese naturwissenschaftlich mittlerweile als Realität anerkannte Ganzheitlichkeit kann man nicht den ‚Spirit of Business’ entwickeln, der für erfolgreiche Beziehungen zu Kunden notwendig ist“, gibt Birgitt Schemann den Unternehmern und ihren Mitarbeitern, die sie trainiert, mit auf den Weg. „Man muss sich öffnen, um die Originalität des Gegenübers bewusst zu machen. Denn es geht darum, Produkte und Leistungen nicht nach dem Image des eigenen Unternehmens zu kreieren, sondern sich am Image des Kunden zu orientieren.“ Die Verbindung, die jeder Betrieb mit seinen Kunden eingeht, funktioniere nach denselben Prinzipien wie im privaten Leben: Sensibilität für die Bedürfnisse des anderen führt zu dauerhaften und konstruktiven (Geschäfts-)Partnerschaften, die Fixierung nur auf das eigene Wohl lässt die Beziehungen brüchig werden.
So gehört zum Programm in Sachen Unternehmensschulung und Coaching nicht nur Verkaufstraining mit dem Ziel für beide Seiten Gewinn bringender Vertragsabschlüsse, sondern der Umgang mit Konflikten, die Steigerung der Motivation, der Abbau von Stress, aktives Zuhören und auch Fragen von Stil und Etikette als Signal von Respekt und Anerkennung an das Gegenüber. „Natürlich sind für den Erfolg einer Firma auch solide betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse notwendig, funktionierende Business- und Finanzierungspläne, gutes Marketing und PR“, räumt Schemann ein, „jedoch mangelt es oft daran, eine entwickelte Unternehmenskultur zu finden, in der die Sinne geschärft und die Frequenzen eingestellt sind auf das, was in der Interaktion mit dem Kunden geschieht.“
TRAIN THE TRAINER
Die Persönlichkeit eines Trainers, der bei Birgitt Schemann nach festgelegten BDVT-Kriterien ausgebildet wird, erfordert denn auch ein hohes Maß so genannter soft skills: Die Fähigkeit, in anderen Menschen Ressourcen zu erkennen und zu wecken, innerlich stabil und gegen Stress resistent zu sein, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen und anderen gegenüber loyal zu sein, glaubwürdig zu sein und über ein vielfältiges Verhaltensrepertoire auch in kritischen Situationen zu verfügen. Übermenschen jedoch werden nicht gesucht, und einen in der Managementtrainings-Szenerie verbreiteten Verdacht räumt sie aus: „Bei uns muss jeder garantieren, dass er oder sie nichts mit Sekten wie den Scientologen zu tun hat.“ Vertrauen sei ein Kernelement jeder Beziehung, auch der zwischen Firmen und Kunden, und man dürfe niemals die eigenen Ideen dem anderen nach Art des Helfersyndroms überstülpen. „Manchmal ist es allerdings notwendig, einem Kunden auch nein zu sagen.“ Denn das „ Sich-verkaufen“, das im Training gelehrt wird, habe nichts mit Prostitution zu tun, sondern mit Authentizität. Der Selbstwert der an einem Geschäft oder an einer Dienstleistung beteiligten Partner müsse gewahrt und unterstützt werden, „sonst droht die Gefahr des Ausgebranntseins“.
Angelika Koch